Spiel des Ewigen mit uns Sterblichen

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Und wie wäre es,
wenn das Kommen und Gehen der Zeit, in das wir uns eingespannt finden,
das Kommen und Gehen, in dem uns unaufhörlich
der Ball sich erneuernder Gegenwart zugespielt wird,
dass wir ihn fingen und zurückgäben,
und in dem ebenso unaufhörlich
alle Bälle und alle Schläger uns wieder weggenommen werden,
um am Orte Nirgendwo aufbewahrt zu werden:
Wie wäre es, wenn dies, das Kommen und Gehen,
der Gang und das Spiel des Ewigen mit uns Sterblichen wäre?

Bernhard Welte (1906-1983)

Lauter und rein

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Wo und wann Gott dich bereit findet,
muss er wirken und sich in dich ergießen,
ganz so, wie wenn die Luft lauter und rein ist,
die Sonne sich in sie ergießen muss
und sich dessen nicht enthalten kann.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Vergangenheit und Zukunft

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Vergangenheit und Zukunft
verschleiern Gott vor unseren Augen.
Verbrenne sie beide.

Wie lange lässt du dich noch
wie ein Schilfrohr in Abschnitte teilen?
Solange das Rohr geteilt bleibt,
wird es nicht in Geheimnisse eingeweiht
und antwortet nicht
mit hellen Tönen
auf die Kunst von Lippe und Atem

Rumi (1207 – 1273)

Sein sind alle Farben

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Wie das Wasser nahm auch ich
in mich alle Farben;
Gott der Herr der Färber ist,
Sein sind alle Farben.

Qadi Qadan (ca. 1463 – 1551)

Mehr zu Sufi-Mystik und Doing Nothing am 27. Oktober. Siehe hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/09/26/sufi-mystik-des-islam-und-doing-nothing-herzliche-einladung-zum-mystik-sonntag-am-27-oktober/

Alles ist Er

Rumi

 

In meinem Herzen sind Aussen und Innen,
alles Er.
In meinem Leib sind Seele, Adern und Blut,
alles Er.
Wie sollen an diesem Ort
Glaube und Unglaube Platz finden?
Ohne Wie ist meine Existenz,
denn alles ist Er.

Dschelaleddin Rumi (1207 – 1273)

Gefunden habe ich dieses Zitat bei Vincenzo Kavod Altepost. Mehr hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Die Schönheit des blauen Himmels genießen

 

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Das Leben ist voller Leiden, aber auch voller Wunder: der blaue Himmel, der Sonnenschein, die Augen eines Babys. Leiden ist nicht alles. Wir müssen ebenso mit den Wundern des Lebens in Berührung sein. Sie sind in uns und um uns, überall, jederzeit. Wenn wir nicht glücklich, nicht friedvoll sind, können wir Frieden und Glück nicht mit anderen teilen, selbst mit denen nicht, die wir lieben, mit denen wirunter einem Dach leben. Wenn wir friedvoll, glücklich sind, können wir lächeln und blühen wie eine Blume, und jeder Mensch in unserer Familie, in unserer gesamten Gesellschaft, wird von unserem Frieden profitieren. Müssen wir uns besonders anstrengen um die Schönheit des blauen Himmels zu genießen? Müssen wir üben, um uns daran zu erfreuen? Nein, wir freuen uns einfach. Jede Sekunde, jede Minute unseres Lebens kann so sein.

Thich Nhat Hanh (*1926)

Als der Tag der Pfingsten erfüllt war waren sie alle einmütig beieinander

Abbildung aus dem Rabbula-Evangeliar (6. Jh.) / Foto: wikimedia – gemeinfrei

Und als der fünfzigste Tag  erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.

Aus der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes

Gute, frohe und gesegnete Pfingsttage wünscht Werner A. Krebber