Meister Eckhart – Lesung mit Musik in der Erfurter Predigerkirche

 

Am Samstag ist wieder Nacht der Kirchen und der Synagoge in Erfurt. Sie wird 19 Uhr
im Augustinerkloster mit einem Konzert der Augustiner-Kantorei und des
Andreas-Kammerorchesters eröffnet.

Die Predigerkirche ist von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Wir erwarten Sie zu folgenden Veranstaltungen:

21 Uhr: „Wie die Morgenröte – Bettler Hannes erzählt“. Ein Puppenspiel zur
Heiligen Elisabeth mit Konrad Ludwig.

22 Uhr Musikalische Lesung mit Meister Eckhart.

Das ganze Programm für die Nacht können Sie hier herunterladen: https://www.kirchenkreis-erfurt.de/asset/yOIY1inuR_SpDQ7FxrFobg/folder-nacht-der-kirchen.pdf

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Ein gegenwärtiges Nun

Foto: © wak

 

Bei der Wahrheit, die Gott ist: Hast du es auf irgend etwas denn allein auf Gott abgesehen oder suchst du irgend etwas anderes als Gott, so ist das Werk, das du wirkst, nicht dein noch ist es fürwahr Gottes. Worauf deine Endabsicht in deinem Werke abzielt, das ist das Werk. Was in mir wirkt, das ist mein Vater, und ich bin ihm untertänig. Es ist unmöglich, daß es in der Natur zwei Väter gebe; es muß stets ein Vater sein in der Natur. Wenn die anderen Dinge heraus und „erfüllt« sind, dann geschieht diese Geburt. Was füllt, das rührt an alle Enden, und nirgends gebricht es an ihm; es hat Breite und Länge, Höhe und Tiefe. Hätte es Höhe, aber nicht Breite noch Länge noch Tiefe, so würde es nicht füllen. Sankt Paulus spricht: „Bittet, daß ihr zu begreifen vermöget mit allen Heiligen, welches sei die Breite, die Höhe, die Länge und die Tiefe« (Eph.3,18).

Diese drei Stücke bedeuten dreierlei Erkenntnis. Die eine ist sinnlich: Das Auge sieht gar weithin die Dinge, die außerhalb seiner sind. Die zweite ist vernünftig und ist viel höher. Mit der dritten ist eine edle Kraft der Seele gemeint, die so hoch und so edel ist, dass sie Gott in seinem bloßen, eigenen Sein erfaßt. Diese Kraft hat mit nichts etwas gemein; sie macht aus nichts etwas und alles. Sie weiß nichts vom Gestern noch vom Vorgestern, vom Morgen noch vom Übermorgen, denn in der Ewigkeit gibt es kein Gestern noch Morgen, da gibt es (vielmehr nur) ein gegenwärtiges Nun; was vor tausend Jahren war und was nach tausend Jahren kommen wird, das ist da gegenwärtig und (ebenso) das, was jenseits des Meeres ist.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in Predigt 11

Meister Eckhart-Tage in Erfurt

Foto: © wak

Im Juni 2019 finden nach 2013 und 2016 zum dritten Mal die Meister Eckhart Tage  in Erfurt statt. Darauf weist jetzt Pfarrer Holger Kaffka hin. Vom 26. bis 29. Juni gibt es eine Reihe von Veranstaltungen:

Mittwoch, 26.6., 17.30 Uhr, Predigerkirche: Ökumenischer Gottesdienst mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Jena (Predigt), dem Dominikanerkonvent Hamburg und leitenden Vertreter*innen des Bistums Erfurt und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Donnerstag, 27. 6., 19 Uhr, Predigerkirche: Musikalische Lesung. Unio Mystica – Martina Gedeck liest Meister Eckhart. Musikalisch begleitet vom Ensemble Unio Mystica.

Donnerstag 27.6., 13-18 Uhr, Predigerkloster: Workshop unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Mieth: Geschichten und Legenden um Meister Eckhart

Freitag, 28.6., 9-12 Uhr: Fortsetzung Workshop

Freitag, 28.6., ab 13.30 Uhr, „Auf den Spuren Meister Eckharts im Thüringer Land“. Fahrradtour auf dem zukünftigen Meister Eckhart Weg – Radpilgerweg Thüringen, Teilabschnitt Erfurt – Wangenheim über Hochheim.

Freitag, 28.6., 21-22 Uhr, Barfüßerruine: „Tanz im ewigen Jetzt – ein Experiment um Meister Eckhart“ – Tanztheater Erfurt e.V. in Kooperation mit der Ev. Stadtakademie „Meister Eckhart“ Erfurt

Samstag, 29.6., 10-16.30 Uhr, Predigerkloster: Einkehrtag unter Leitung von Lic. theol. Renate Morawietz zu Meister Eckharts „Traktat von der Abgeschiedenheit“.

Samstag, 29.6., 17.30 Uhr, Predigerkirche Hoher Chor: Ökumenische Vesper, Offiziantin: Dr. Anne Rademacher; Begleitung: Schola mit Mitgliedern der Augustiner-Kantorei unter Leitung von LKMD Dietrich Ehrenwerth.

Samstag, 29.6., 21 Uhr, Barfüßerruine: Tanztheater, wie 28.6.

Die Meister Eckhart Tage sind eine Gemeinschaftsaktion von:

Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: https://www.meister-eckhart-erfurt.de/meister-eckhart-tage-2019/

 

Gott ist namenlos

Foto: © wak

Gott ist namenlos. Von ihm kann niemand etwas sprechen noch verstehen. Wir können von Gott nur sprechen nach unserer Verständnisweise, und es ist ein Unterschied zwischen Gottes Sein und unserem Verstehen.
Von Gott kann man nicht einmal eigentlich sagen, dass er ist. Das kommt vom Überschwang seines lauteren Wesens. Und sage ich: Gott ist gut, so ist das nichts eigentlich; ich bin gut, Gott ist es nicht. Sage ich: Gut, besser, bestes – er ist über alles hinaus.

Meister Eckhart (1260-1328)

„Im Anfang war das Wort“: Meister Eckhart ökumenisch gelesen – Studientag in Erfurt

Darstellung aus der Einladung

Der Pfarrer der Evangelischen Predigergemeinde in Erfurt, Holger Kaffke, hat die Einladung zu

„Im Anfang war das Wort“. Meister Eckhart ökumenisch gelesen

verschickt.

Im Text dazu heißt es:

Meister Eckhart gehört zweifelsohne zu den faszinierendsten Gestalten des mittelalterlichen Christentums. Den meisten Menschen ist er vor allem als Mystiker und Meister des geistlichen Lebens bekannt, dessen Predigten immer wieder um das Thema der „Gottesgeburt“ in der Seele des Menschen kreisen.Darüber hinaus warEckhart jedoch auch einer der bedeutendsten Theologen seiner Zeit, derumfangreiche Auslegungen zu verschiedenen Büchern der Heiligen Schrift verfasst hat. In seinem Kommentar zum Johannesevangelium entwickelt Eckhart eine besonders gearteteTheologie und Philosophie des Wortes: Nicht nur der biblische Text, sondern auch die menschliche Vernunftseele und die Schöpfung insgesamt haben den Charakter einer universalgültigen Botschaft, die es zu entschlüsseln und auf das eigene Leben anzuwenden gilt.Dies ist eine Aufgabe, die nicht nur gläubigen Christen aufgegeben ist, sondern jeden Menschen, insofern er Mensch ist, unmittelbar angeht.

Der Studientag will Meister Eckhart aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, die seine besondere Aktualitätaus evangelischer, katholischer sowie allgemein-menschlicher Sicht verständlich machen.

Die Veranstaltung ist offen für jeden,der sich für Meister Eckhart interessiert und sein Denken näher kennenlernen möchte. Vorkenntnisse sind nichterforderlich, sondern nurdie Bereitschaft, sich mit den bereitgestellten Eckhart-Texten, die als Basis für die Lektüre und Diskussion dienen, auseinanderzusetzen.

Der Studientag wird von PD Dr. phil. Martina Roesner (Max Weber Kolleg, Erfurt) und Dr. theol.
Marc Bergermann (Minden) gestaltet.

Um Anmeldung bis spätestens 28. März 2019 wird gebeten unterfolgender E-Mail-Adresse: martina.roesner [at] univie.ac.at

Infos auch noch mal hier:

https://www.meister-eckhart-erfurt.de/fileadmin/PDF/Eckhart/190330_Eckhart-Studientag.pdf

In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren

Der Holzschnittt soll Meister Eckhart bei einer Predigt zeigen…

In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge, und wollte ich, so wäre ich nicht noch alle Dinge, und wäre ich nicht, so wäre Gott nicht.
Es ist nicht nötig, dies zu verstehen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von der Armut“

 

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern gute Weihnachtstage!

Werner A. Krebber