Aus deinem Schlaf erwachen wollen

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Du sollst nichts erwarten
und nichts erstreben
außer dem einen:
aus deinem Schlafe,
aus der Traumwelt der anderen
erwachen zu wollen.

Bô Yin Râ (1876 – 1943)

 

Motto aus „Meister in Indien“ . Verbürgte Mitteilungen über indische Mahâtmas und ihre Lehren von Felicita R. Scatcherd. Das Buch erschien 1921 in deutscher Übersetzung im Verlag Magische Blätter,
Leipzig

Der vollständige Text ist jetzt hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 8  |  September 2020

TITELTHEMA: EIN VERSCHÜTTETER TEMPEL

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Tat tvam asi

Cover des Wörterbuches von Fritz Mauthner


Auch der abgründigste Satz der buddhistischen Mystik ist kaum noch Sprache, ist kaum noch grammatisch faßbar. Tat tvam asi. Das du bist. Man könnte auch sagen: Ich ist Du. Das heilige Wort, das Brahma (der Brahmane ist nur der Kenner des Brahma), war schon vor Buddha unerforschlich: der Âtman, der spiritus, das Ich (atta). Als einer einen Brahmanen nach dem Wesen des Brahma fragte, antwortete er nicht; der zweiten Frage entgegnete er: »Ich lehre es dich ja, aber du verstehst es nicht. Dieser Âtman ist Stille.

Stichwort Mystik in: Fritz Mauthner: Wörterbuch der Philosophie. Leipzig 21923, Band 2, S. 362-388

Du tust vielen Unrecht denen du hättest helfen können

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Dem Hungernden gehört das Brot,
das du zurückhältst,
dem Nackten das Kleidungsstück,
das du im Schrank verwahrst,
dem Barfüßigen der Schuh,
der bei dir verfault,
dem Bedürftigen das Silber,
das du vergraben hast.

Du tust also vielen Unrecht,
denen du hättest helfen können.

Basilius von Caesarea (330-379)

Fang zuallererst bei dir selber an und lasse dich

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Du selber in den Dingen bist es, was dich hindert, denn du hältst dich zu den Dingen nicht in der rechten Weise. Darum fang zuallererst bei dir selber an und lasse dich! Fürwahr, wenn du nicht zuerst dich selber fliehst, so magst du fliehen wohin du willst, du findest da nur Erschwerung und Unfrieden, es sei, was es sei. Die Leute, die Frieden suchen an äußeren Dingen, es sei an Orten oder Weisen oder Menschen oder Werken oder Heimatlosigkeit oder Armut und Verachtung – wie groß sich das auch ausnehme oder was es sei, das ist doch alles nichts und gibt keinen Frieden. Sie suchen alles verkehrt, die so suchen: Je weiter weg sie wandern, je weniger finden sie, was sie suchen. Sie gehen wie einer, der den Weg verfehlt: Je weiter er geht, je mehr er irrt. Ja, was soll er aber tun? Vor allem, er soll sich selber lassen, so hat er alle Dinge gelassen

Meister Eckhart (1260 – 1328) in: „Reden der Unterweisung“

Atme in mir du heiliger Geist

 

Darstellung des Augustinus in der römischen Lateranbasilika / wikimedia, gemeinfrei

 

Atme in mir, du heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke.

Treibe mich, du heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue.

Locke mich, du heiliger Geist,
dass ich Heiliges Liebe.

Stärke mich, du heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte.

Hüte mich, du heiliger Geist,
dass sich das Heilige nimmer verliere.

Augustinus (354 – 430) zugeschrieben

Im inneren Menschen wohnt die Wahrheit

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Geh nicht nach außen,
in dich selbst kehre zurück,
denn im inneren Menschen wohnt die Wahrheit.
Und wenn du deine Natur als wandelbar empfindest,
übersteige dich selbst.

Augustinus (354 – 430)

Das wahre Tor zur Befreiung ist Absichtslosigkeit

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Du bist wundervoll, so wie du bist.
Versuche nicht, jemand anderes zu sein.
Das wonach du suchst, ist bereits da, in dir.
Es liegt nicht außerhalb deiner selbst.
Du bist bereits, was du werden möchtest,
und du bist wundervoll, so wie du bist.
Du musst nicht in die Zukunft gehen,
um zu werden, was du sein willst.
Alles, wonach du suchst, ist schon da.
Im Hier und Jetzt – sogar das Königreich Gottes.
Deine Erleuchtung liegt genau hier.
Das wahre Tor zur Befreiung ist Absichtslosigkeit.

Thich Nhat Hanh (* 1926)

Gefunden habe ich diesen Text hier: https://intersein.de/texte.html