Unsichtbares in unserem Innersten

© wak

 

Ein Vater reicht seinem Sohn einen großen Brocken Salz:
“Nimm dieses Salz, Shvetaketu,
und lege es in eine Schale Wasser.”

Einige Stunden später folgt eine zweite Bitte:
“Bring mir das Salz,
das du ins Wasser gelegt hast.”

So sehr der Junge auch nach dem Salzbrocken tastet,
er kann ihn nicht mehr finden.

“Koste nun von diesem Wasser, Shvetaketu.
Wie schmeckt es?”

“Es schmeckt salzig!”

“Wahrlich, lieber Sohn.
was in diesem Wasser enthalten ist,
du kannst es nicht mit den Händen greifen,
du kannst es nicht mit deinen Fingern fassen,
und dennoch ist es da.”

Wie das im Wasser verborgene Salz,
so will diese alt-ehrwürdige Erzählung sagen,
befindet sich in unserem Innersten etwas Unsichtbares.

“Jenes Feinste, Shvetaketu, das ist die Seele der ganzen Welt,
das ist das Wahre, das ist das Selbst –
das bist du.”

Aus der Chandogya Upanishad

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Großartigkeit des Herzens

Gedenktafel für Jakob Böhme / Foto: © wak

 

Es gibt eine bestimmte Großartigkeit des Herzens in der Liebe, die unbeschreibbar ist, weil sie die Seele groß macht, so groß, wie das ganze Werk Gottes. Und das sollte durch Dich erfahren werden, jenseits aller Worte, wenn der Thron der Liebe in Deinem Herzen errichtet wird.

Jakob Böhme (1575-1624)

Der Thron der Liebe in Deinem Herzen

Es gibt eine bestimmte Großartigkeit des Herzens in der Liebe, die unbeschreibbar ist, weil sie die Seele groß macht, so groß, wie das ganze Werk Gottes. Und das sollte durch Dich erfahren werden, jenseits aller Worte, wenn der Thron der Liebe in Deinem Herzen errichtet wird.

Jakob Böhme (1575-1624)

Wir atmen miteinander

 

Dag Hammarskjöld Bildquelle: wikimedia / gemeinfrei

 

Gott, du bist lebendig, du bist in mir. Du bist hier, du bist jetzt.
Du bist.
Du bist der Grund meines Seins. Ich lasse los.
Ich sinke und versinke in dir.
Du überflutest mein Wesen. Du nimmst von mir Besitz.
Ich lasse meinen Atem zu diesem Gebet der Unterwerfung unter dich werden.
Mein Atem, mein Ein- und Ausatmen ist Ausdruck meines ganzen Wesens.
Ich tue es für dich
– mit dir – in dir.
Wir atmen miteinander …

Dag Hammarskjöld (1905-1961)

Ein Wanderer bist Du

Foto: © wak

Ein Wanderer bist Du.
Nicht Welten durchwanderst Du,
nicht Wege auf diesem Planeten,
auch nicht verschiedene Leben;
Landschaften Deiner Seele sind es,
die Du durchwanderst.

Deine Seele ist ein Universum;
geheimnisvoll und sich selber unbekannt.
Deine Seele durchwandert sich selbst,
und während sie sich erlebt und erforscht,
offenbart sie sich;
und während sie sich offenbart, verwirklicht sie sich;
und während sie sich verwirklicht,
erweckt sie sich.
Das ist die Reise Deines Lebens.

Safi Nidiaye (*1951)