Wir sind beide in eins geflossen

Gedenktafel im Kloster Helfta, die an Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud die Große erinnert.    Foto: © wak

 

Ich bin in Dir,
Du bist in mir,
Wir können einander nicht näher sein,
Denn wir sind beide in eins geflossen
Und sind in eine Form gegossen
Und bleiben so ewig unverdrossen.

Mechthild von Magdeburg (1207 – 1282)

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Das Geheimnis des Inneren offenbaren

Foto: © wak

Wenn du umkehrst
und dich nach innen wendest,
wird sich das Geheimnis
deines Innern offenbaren.

Hui Neng (638–713)

Umschlossen von Liebe

 

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Du edelstes Grün,
das seine Wurzeln in der Sonne hat
und das in heiterem hellem Glanz
im Kreis leuchtet,
von keiner irdischen Intelligenz zu begreifen.

Du bist umfangen
von der großen Umarmung
der göttlichen Geheimnisse.
Wie die Morgenröte strahlst du
und glühst wie das Feuer der Sonne.
Du Grün bist umschlossen von Liebe.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Die Welt der Beziehung errichten

Martin Buber-Denkmal in Heppenheim | Foto: © wak

Drei sind die Sphären, in denen sich die Welt der Beziehung errichtet.

Die erste: das Leben mit der Natur. Da ist die Beziehung im Dunkel schwingend und untersprachlich. Die Kreaturen regen sich uns gegenüber, aber sie vermögen nicht zu uns zukommen, und unser Du-Sagen zu ihnen haftet an der Schwelle der Sprache.

Die zweite: das Leben mit den Menschen. Da ist die Beziehung offenbar und sprachgestaltig. Wir können das Du geben und empfangen.

Die dritte: das Leben mit den geistigen Wesenheiten. Da ist die Beziehung in Wolke gehüllt, aber sich offenbarend, sprachlos, aber sprachzeugend. Wir vernehmen kein Du und fühlen uns doch angerufen, wir antworten – bildend, denkend, handelnd: wir sprechen mit unserm Wesen das Grundwort, ohne mit unserm Munde Du sagen zu können.

Martin Buber  (1878 – 1965)  in „Ich und Du“

 

Ich und Du

Foto: © wak

Wenn ich ich bin, weil du du bist
und du du bist, weil ich ich bin,
dann bin ich nicht ich und du bist nicht du.
Aber wenn ich ich bin, weil ich ich bin,
und du du bist, weil du du bist,
dann bin ich wirklich ich und du bist wirklich du.

Rabbi Menachem Mendel von Kotzk (1787 – 1859)