Das eine Schön-Gute ist Urgrund von allem

Inschrift an der Alten Oper in Frankfurt/M. – Foto: © wak

Das Gute wird von den Lehrern auch als das Schöne gepriesen, als Schönheit, als Liebe und als Geliebtes und was sonst noch an göttlichen Namen ziemt der liebenswürdigen Schönheit, die Schönheit schafft…
So ist dasselbe das Schöne und Gute, und nach dem Schönen und Guten strebt alles in jeglicher Hinsicht. Und nichts ist unter dem Seienden, das nicht teilhätte an dem Schönen und Guten…
Das eine Schön-Gute ist Urgrund von allem und jedem, was schön ist und gut.
Darum ist auch das Schöne und Gute, was alle suchen und alle ersehnen und alle lieben. Von ihm getrieben, zu ihm strebend…

Dionysius Areopagita( 1. Jh – 5./6. Jh.)

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Brich auf um eins zu werden

Foto: © wak

 

Mein Freund, wenn du dich
mit der mystischen Schau beschäftigst,
dann lasse alles hinter dir zurück,
alles, was wahrgenommen und gedacht wird,
alles, was ist und was nicht ist,
und brich auf, um eins zu werden mit dem,
was mehr ist als alles Sein und Erkennen.

Dionysius Areopagita (um 500)

Das Schöne zum Strahlen kommen lassen

Foto: © wak

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön. Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

Der Urgrund des Alls…

Foto: © wak

Der Urgrund des Alls, über alles hinaus, was Schöpfung heißt, kann nicht Stoff sein, nicht Geist, nicht Wesen, nicht Leben, nicht Bewusstsein; nicht Körper, Figur, Form, Bild, Idee, Qualität oder Quantität oder Masse. Er kann nicht an einem Orte mehr sein als an einem anderen, kann also nicht konturenhaft gesehen oder überhaupt durch abgrenzende Sinne oder Gedanken erfasst werden; also kann Er auch weder Sinne erregen noch durch Sinne erregt werden, kann überhaupt nicht gestört werden, entzieht sich jeder Ordnung oder Unordnung und schon gar jedem Verstricktsein in materielle Unterscheidungen. Kein Zufall und keine Beziehung und kein Misslingen kann Ihn je betreffen oder gar Seine Allmacht beschränken, ebenso wenig wie ein Mangel an Licht – und keine Veränderung oder Wandlung oder Entwertung, keine Vernichtung, keine Teilung, keine Entbehrung, kein Abströmen oder was sonst noch dem geschaffenen Bereich der Sinne angehört, hat je bei Ihm Statt.

Dionysius Areopagita (um 500)

Hinderliches entfernen

Foto: © wak

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön.
Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt.
Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt.
Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

 

Ergänzung:

„Heute gibt es eine neue Aktualität des Dionysius Areopagita: Er erscheint wie ein großer Vermittler im modernen Dialog zwischen dem Christentum und den mystischen Theologien Asiens, deren bekannte Charakteristik in der Überzeugung liegt, dass man nicht sagen kann, wer Gott ist; von Ihm kann man nur in negativer Form sprechen; von Gott kann man nur mit dem Begriff „nicht“ sprechen und nur indem man in diese Erfahrung des „nicht“ eintritt, kann man Ihn erreichen. Und hier sieht man die Nähe zwischen dem Denken des Areopagiten und dem der asiatischen Religionen: Er kann heute ein Mittler sein, so wie er ein Mittler zwischen dem griechischen Denken und dem Evangelium war.“

Papst Benedikt XVI.: Ansprache während der Generalaudienz am 14.5.08: Dionysius Areopagita

Der Weg zu Gott

Foto: © wak

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön. Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

Im Frieden mit sich selbst

Und wenn einer sagen wollte, daß auch alles Bewegte nicht in Ruhe sei, sondern in der ihm eigenen Bewegung bewegt sein will, so ist auch das ein Verlangen nach dem göttlichen Frieden im Weltall, der alles so bewahrt, daß es von sich selbst nicht abfällt, und der das Eigenwesen und das bewegungsvolle Leben alles dessen, was sich bewegt, unbewegt und gesichert vor dem Falle erhält, so daß die bewegungsbegabten Wesen im Frieden mit sich selbst und in solchem Verhalten das wirken, was ihnen zukommt.

Pseudo Dionysius Areopagita (geschrieben vor 476)