Den Seelengrund entzünden

Wie aus vielen Kohlen und Holz ein großes Feuer entsteht und die Flamme nach außen dringt und in die Höhe schlägt, so werden gute Übungen den Seelengrund entzünden.

Dann aber soll man die Bilder bald fahren lassen und mit flammender Liebe durch den mittleren in den allerinnersten Menschen hindurchdringen. Dieser besitzt keine Tätigkeit, denn die Wirksamkeit in ihm ist allein Gottes. Er hält sich auf eigene Tätigkeit verzichtend unter dem Wirken Gottes.

Johannes Tauler (um 1300 – 1361)

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Einheit von Welt und Meditation

Foto: © wak

 

Das Innen und Außen des Menschen, der Welt und der Meditation bilden eine Einheit. Daher wirkt natürlich das Außen auf das Innen ein und umgekehrt.

Für die Meditation selbst bedeutet dies, dass sich im Wachsen der Meditation in uns auch die Methodik der Praxis verfeinert und dass gute und gut angeleitete Methoden das Wachsen der Meditation in uns unterstützt.

Meditation selbst ist jenseits der Methode und bedarf ihrer doch – zumindest unterwegs.

Pyar Rauch (*1960)

Das unsichtbare geistliche Wort

Gedenktafel am Böhme-Haus in Zgorcelec   Foto: © wak

Die sichtbaren empfindlichen Dinge sind ein Wesen des Unsichtbaren; von dem Unsichtlichen, Unbegreiflichen ist kommen das Sichtbare, Begreifliche: von dem Aussprechen oder Aushauchen der unsichtbaren Kraft ist worden das sichtbare Wesen; das unsichtbare geistliche Wort der Göttlichen Kraft wirket mit und durch das sichtbare Wesen, wie die Seele mit und durch den Leib.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Wo Gott wirkt

meistereckharterfurt_tuerTür an der Erfurter Predigerkirche      Foto: © wak

 

Der Mensch soll
aller Dinge und aller Werke,
beider: innerlich und äußerlich,
so ledig stehen,
dass er eine eigene Stätte sein könne,
darin Gott zu wirken vermöge.

Meister Eckhart (1260 – 1328)