In den einfachen Dingen die göttliche Wirklichkeit erfahren

 

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Gott manifestiert sich im Alltag – und nur da ist er zu finden. Meister Eckehart hat diese Wahrheit sehr plastisch an seiner eigenwilligen Auslegung der biblischen Geschichte von Maria und Martha (Predigt 28*) dargestellt. Nicht Maria, die in Verzückung zu Jesu Füßen sitzt, sollte Vorbild sein, sondern Martha, die sich abrackert und Jesus bedient. Martha ist auf dem spirituellen Weg weiter als Maria, sie kennt die mystische Erfahrung und lässt ihren Alltag davon durchdringen, während Maria sich noch in den Freuden der Verzückung ergeht. Maria muss durch ihre Erleuchtungserfahrung noch hindurchgehen, um wieder in den Alltag zu kommen. Dort, in den einfachen Dingen, gilt es, die göttliche Wirklichkeit zu erfahren. Gott will nicht verehrt, er will gelebt werden. Nur aus diesem Grund sind wir Mensch geworden, weil Gott in uns Mensch sein möchte.

Willigis Jäger in: Die Welle ist das Meer. Mystische Spiritualität Freiburg/Br. 2000, S. 26 – 27

(* zu Lukas 10, 38. In: Meister Eckhart, Deutsche Predigten und Traktate. Herausgegeben und übersetzt von Josef Quint. München / Wien 1965, S. 280 – 289)

Gott lebt in dir als DU

Alles entfaltet sich wie es soll.
Sei ehrlich mit dir selbst
und die richtigen Dinge
werden in deinem Leben geschehen.
Erinnere dich daran,
Dich selbst zu lieben,
Dich selbst zu verehren,
Zu dir selbst zu beten,
Dich vor dir selbst zu verneigen.
Denn Gott lebt in dir als DU.

Robert Adams (1928-1997)

Gott lebt in Dir

Alles entfaltet sich
wie es soll.

Sei ehrlich mit dir selbst
und die richtigen Dinge
werden in deinem Leben geschehen.

Erinnere dich daran,
Dich selbst zu lieben
Dich selbst zu verehren
Zu dir selbst zu beten
Dich vor dir selbst zu verneigen.

Denn Gott lebt in dir als DU.

 

Robert Adams (1928-1997)

Weg, der alle übertrifft

Es gibt einen Weg, der alle anderen übertrifft. Er scheint zunächst nicht so wirksam zu sein, wie die innige Verehrung Gottes mit Name und Form. Aber dennoch ist er der wirksamere. Es handelt sich schlicht und einfach um die Liebe, die du allen Wesen – ob gut oder schlecht – entgegenbringst. Ohne eine solche Liebe ist deine Gottesverehrung wenig wert. Von welchem Nutzen bist du für Gott, wenn du bei Ihm nur die Erfüllung deiner Wünsche suchst, ohne deine Pflicht gegenüber den Bedürftigen dieser Welt zu verrichten? Das kann dir doch nur als pure Selbstsucht angerechnet werden. In Gottes Gegenwart ist kein Platz für solch egoistische Menschen. Da gibt es nur selbstloses Tun. Bedenke deshalb, dass alle Wesen Sein sind und Er allen Wesen innewohnt und verehre Ihn dementsprechend. Nur durch solch hohe Verehrung bindest du GOTT.

ALLES IST EINS (Ellam Ondre)
Vaiyai R. Subramaniam

Kein Abstand zum Mystiker

Den Mystiker zu verehren ist keine wirkliche Achtung. Es ist eine Strategie des Verstandes, um den Finger nicht zu sehen, der auf den Mond zeigt. Die Menschen sind raffiniert. Sie können jemanden ans Kreuz schlagen, um ihn loszuwerden, sie können ihn aber auch verehren, um ihn loszuwerden. Zwischen Kreuzigung und Verehrung ist kaum ein Unterschied. Der Zweck der Sache ist das Gleiche: “Lass mich bloss in Ruhe; deine dumme Utopie ist schön und gut und ich habe nichts dagegen einzuwenden. Aber du bist ein ganz besonderes Wesen, und ich bin nur ein gewöhnlicher Sterblicher.”
Um das zu untermauern, haben die Leute ihre Mystiker Inkarnationen Gottes, haben sie Messias, Heiland, Prophet genannt. Damit haben sie einen so großen Abstand zwischen sich und die Mystiker gelegt, dass die Vision des Mystikers eine Vision bleibt. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, sie in die Wirklichkeit umzusetzen.

Osho (1931 – 1990)

In: Osho, Tanz der Mystiker, Bielefeld 1999, S. 17

Im Herzen als verborgener Schatz

Worin alle Welten gegründet stehen, wessen sie sind und woraus sie aufsteigen, wofür sie da sind, wodurch sie entfaltet werden und was sie ihrem Wesen nach sind: – das allein ist wirklich und wahrhaftig. Das verehre innen in deinem Herzen als seinen verborgenen Schatz.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Vision und Wirklichkeit

Den Mystiker zu verehren ist keine wirkliche Achtung. Es ist eine Strategie des Verstandes, um den Finger nicht zu sehen, der auf den Mond zeigt. Die Menschen sind raffiniert. Sie können jemanden ans Kreuz schlagen, um ihn loszuwerden, sie können ihn aber auch verehren, um ihn loszuwerden. Zwischen Kreuzigung und Verehrung ist kaum ein Unterschied. Der Zweck der Sache ist das Gleiche: „Lass mich bloss in Ruhe; deine dumme Utopie ist schön und gut und ich habe nichts dagegen einzuwenden. Aber du bist ein ganz besonderes Wesen, und ich bin nur ein gewöhnlicher Sterblicher.“
Um das zu untermauern, haben die Leute ihre Mystiker Inkarnationen Gottes, haben sie Messias, Heiland, Prophet genannt. Damit haben sie einen so großen Abstand zwischen sich und die Mystiker gelegt, dass die Vision des Mystikers eine Vision bleibt. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, sie in die Wirklichkeit umzusetzen.

Osho (1931 – 1990)

In: Osho, Tanz der Mystiker, Bielefeld 1999, S. 17