Bild

Wo du stehst und gehst

Werbeanzeigen

Unser menschliches Dasein ist ein Gasthaus

Darstellung von Rumi

 

Unser menschliches Dasein ist ein Gasthaus.
Allmorgendlich eine Neuankunft.

Eine Freude, ein Moment der Traurigkeit,
eine Gewohnheit, ein Geistesblitz
stehen unerwartet vor der Tür.

Heiße sie willkommen und bitte sie alle herein!
Und sei es eine Bande von Sorgen,
die rücksichtslos durchs Haus dir fegen
und es all seines Mobiliars berauben.

Selbst solchen Gästen erweise die Ehre.
Womöglich schaffen sie in dir nur Raum
für neue Freude.

Dem düsteren Gedanken, der Scham, der Hinterlist,
öffne ihnen die Tür und lass sie lachend ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn ein jeder ist dir von oben gesandt,
um dir den Weg zu weisen.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana (1207-1273) zugeschrieben

Warum nicht heute Morgen aufwachen?

 

Foto: © wak

Mein Innerstes,
höre mir zu,
der größte Geist,
der Lehrer ist nah,
wache auf, wache auf!

Renne zu seinen Füßen –
er steht gerade jetzt
ganz nah bei dir.

Millionen von Millionen
von Jahren hast du geschlafen.
Warum nicht
heute Morgen aufwachen?

Kabir (1440-1518)

 

Gefunden habe ich das Zitat in dem Buch von Vincento Kavod Altepost: Grundlegende Gutheit – Innere Freude – Ein beschenktes Leben:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Alle Menschen lieb wie dich selbst

Foto: © wak

Hast du dich selber auf die rechte Art lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen Menschen weniger liebhast als dich selbst, gewannst du dich selbst nie wahrhaftig lieb. Nur mit dem sich auf rechte Art selbst liebenden Menschen steht es gut, so dass er alle Menschen ebenso liebhat wie sich selbst.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

In Meister Eckhart: Vom Wunder der Seele. Stuttgart 1963, S. 67

Innere Freiheit und äußere Perspektive

Foto: © wak

Mystik bringt innere Freiheit und äußere Perspektive. Mystiker hören den Ruf, der sie auffordert, auf ihrem Weg nicht stehen zu bleiben. Es genügt ihnen nicht, sich häuslich niederzulassen, sie müssen immer weitergehen, immer mehr und mehr entdecken… Mystiker sind die Boten des interspirituellen Zeitalters, in welchem die gesamte Weisheit der Menschheit gesammelt und miteinander geteilt wird wie eine gemeinsame Tradition.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. o. O. 2004, S. 324