Die Welt ist Gottes so voll…

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Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort. Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir oft gesucht haben.

Alfred Delp (1907 – 1945)

Spender des Lebens – Beseitiger der Schmerzen und Leiden

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O Gott,
Du Spender des Lebens,
Beseitiger der Schmerzen und Leiden.
Gewährer der Beglückung
und Schöpfer des Universums.

Du bist überaus
leuchtend, rein und anbetungswürdig.
Wir meditieren über Dich.
Beflüge und lenke unseren Verstand
in die richtige Richtung.

Aus dem Hinduismus

Unsere eigene Weisheit

Graphik: Archiv

Was wir im Zustand der Kontemplation mit unseren eigenen Augen sehen, ist unsere eigene Weisheit. Nach den Lehren des Bön-Dzogchen sind die Augen die Pforten der Weisheit. In der hermetischen Sprache …  gibt es einen großen Berg, auf dem es fünf Einsiedler und zwei Höhlen gibt. Der große Berg ist der Körper, die fünf Einsiedler sind die fünf Weisheiten*, und die beiden Höhlen sind die Augen.

Tenzin Wangyal (*1961)

 

*Weisheit des allumfassenden Raums, Spiegelgleiche Weisheit, Weisheit der Wesensgleichheit, Weisheit der Unterscheidung und Allesvollendende Weisheit

Wir dürfen keine Zeit verlieren

 

The world is transitory
and all experiense quickly passes.
Each of us must wake up from his dream.
There is no time to lose.

Zitat auf einer Holztafel bei einem Kloster in der Nähe von Kyoto

Die Welt ist vergänglich, und alle Erfahrungen gehen schnell vorbei. Jeder von uns muss aus seinem Traum erwachen. Wir dürfen keine Zeit verlieren.

Zitat auf einer Holztafel bei einem Kloster in der Nähe von Kyoto

In: Ronald Steckel: The Shape of Films to come. Erschienen in „Magische Blätter – Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung, Ronnenberg, Heft 1, Frühjahr 2020, S. 26. Titelthema ist: TEXTE ZUM GEISTIGEN IM FILM

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatszeitschrift

Was Gott ist weiß man nicht

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Was GOtt ist weiß man nicht:
Er ist nicht Licht / nicht Geist/
Nicht Wonnigkeit / nicht Eins /
nicht was man Gottheit heist:
Nicht Weißheit / nicht Verstand /nicht Liebe / Wille / Gütte:
Kein Ding / kein Unding auch / kein Wesen / kein Gemütte:
Er ist was ich / und du / und keine Creatur /
Eh wir geworden sind was Er ist / nie erfuhr.

Angelus Silesus (1624 -1677) in: Der cherubinische Wandersmann (IV 21)

 

 

Von einer Welt des Unsichtbaren getragen

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Dass uns eine unsichtbare Welt umgibt, zu der wir mit unseren Sinnesorganen keinen Zugang haben, dass wir von einer Welt des Unsichtbaren getragen und umspült werden wie ein Ball, der auf den Wogen schwimmt, dass das Unsichtbare in unser Leben eintritt und uns beeinflusst, das ahnen und wissen wir, und das soll uns genügen

Alfred Döblin (1878 – 1957) in „Der unsterbliche Mensch“

Mehr zu Engeln, Mystik und Doing Nothing am 16. Februar 2020 beim Mystik-Sonntag in Köln: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/12/11/doing-nothing-engel-und-mystik-mystik-sonntag-am-16-februar-2020-herzliche-einladung/

Wortlosigkeit und Nichtwissen

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Je mehr wir zum Höheren hinstreben, um so mehr ersterben uns die Worte unter der zusammenfassenden Schau des nur geistig Erfaßbaren. So werden wir auch jetzt, da wir in das Dunkel eintauchen, welches höher ist als unsere Vernunft nicht in Wortkargheit, sondern in völlige Wortlosigkeit und ein Nichtwissen verfallen.

Dionysius Areopagita (5. Jh.) in: „Mystische Theologie“