Ruhelos ist unser Herz…

Augustinus mit dem Herz in der rechten Hand       Foto: © wak

 

Du schaffest,
daß er mit Freuden dich preise,
denn zu deinem Eigentum erschufst du uns,
und ruhelos ist unser Herz,
bis es ruhet in dir.

Augustinus von Hippo (Augustinus von Thagaste / Augustin /Aurelius Augustinus – 354-430) in seinen „Bekenntnissen“

Advertisements

Immer schon da

Foto: © wak

Das, was man christliche Religion nennt,
war bei den Menschen des Altertums vorhanden
und immer schon da
vom Anfang des Menschengeschlechts
bis zum leibhaftigen Erscheinen Christi.

Augustinus (354 – 430) in „De Vera Religione“, 10

Leer werden

Foto: © wak

Kein Gefäß kann zweierlei Trank in sich fassen. Soll es Wein enthalten, so muß man notgedrungen das Wasser ausgießen; das Gefäß muß leer und ledig werden. Darum: sollst du göttliche Freude und Gott aufnehmen, so mußt du notwendig die Kreaturen ausgießen. Sankt Augustinus sagt: “Gieß aus, auf dass du erfüllt werdest. Lerne nicht lieben, auf dass du lieben lernst. Kehre dich ab, auf dass du zugekehrt werdest.” Kurz gesagt: Alles, was aufnehmen und empfänglich sein soll, das soll und muß leer sein. Die Meister sagen: Hätte das Auge irgendwelche Farbe in sich, wenn es wahrnimmt, so würde es weder die Farbe, die es hätte, noch eine solche, die es nicht hätte, wahrnehmen; weil es aber aller Farben bloß ist, deshalb erkennt es alle Farben.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in „Das Buch der göttlichen Tröstung“, Traktat 2