Liebesfeuer der Erkenntnis

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Alle echten Religionen in ihrem Reinheitszustande, alle wirklich Wissenden meinten geistige Erkenntnis. Taoismus meinte Erkenntnis durch selbstlos unbeschwerte Übereinstimmung mit dem Ganzen. Buddhismus meinte Erkenntnis durch Erbarmen und Loslösung. Christentum meinte Erkenntnis durch das dank der Liebe in der Seele erwachte Himmelreich. Die Apolliniker Sokrates und Platon meinten Erkenntnis durch Schönheit und Güte. Die Kabbalisten und Chassidim meinten Erkenntnis durch Betrachtung und anbetende Bewunderung der Hypostasen oder Eigenschaften Gottes. Bô Yin Râ lehrte liebende Erkenntnis durch richtige Vorstellungen, Selbstvertrauen und entsprechende Lebensführung. So machte er dem Erdenmenschen den eigenen Lebensgrund erfahrbar, als Religion an sich.

Alle meinen das gleiche: Erlösung durch das Liebesfeuer der Erkenntnis.

Aus: Symbolform und Wirklichkeit in den Bildern des Malers Bô Yin Râ von Rolf Schott

MAGISCHE BLÄTTER


CII. Jahrgang, HERBST 2021, Heft 8, August 2021

Thema: MUSIK

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Vollendung

Mehr von und über Josef Anton Schneiderfranken / Bô Yin Râ – hier:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: JOSEPH SCHNEIDERFRANKEN

Heft 7, Juli 2021

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Wie wir Dinge betrachten sollten

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Wie eine Sternschnuppe, ein Trugbild, eine Flamme, eines Magiers Zauberkunststück, einen Tautropfen, eine Luftblase, wie einen Traum, einen Blitz oder eine Wolke
– so solltet ihr alle Dinge betrachten.

Aus einer Unterweisung des Buddha.
Gefunden habe ich dieses Zitat in dem Buch „Glück“ von Matthieu Ricard. München 2009, S. 133

Wahres Zentrum unseres Seins

Jenseits aller Gedanken, Gefühle und Vorstellungen gibt es ein inneres Heiligtum, das wir nur selten betreten. Es ist der Wesensgrund der Seele, wo alle Anlagen und Fähigkeiten ihre Wurzeln haben und welches das wahre Zentrum unseres Seins ist.

Bede Griffiths (1906 – 1993)

Auf dem Weg zu unserer Tiefe

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Die Weisheit aller Zeiten und aller Erdteile spricht zu uns über den Weg zu unserer Tiefe. Er ist auf unzählige verschiedene Weisen beschrieben worden. Aber alle, die sich um diesen Weg bemüht haben, Mystiker und Priester, Dichter und Philosophen, Ungebildete und Gebildete, alle, die ihn beschritten haben – sei es durch Beichte, einsame Selbsterforschung, innere oder äußere Katastrophen, Gebet, Versenkung -, alle haben dieselbe Erfahrung bezeugt. Sie erfuhren, dass nichts dem Bilde entsprach, das sie von sich hatten, selbst wenn sie in eine tiefere Schicht unter die täuschende Oberfläche vorgestoßen waren. Jene tiefere Schicht wurde selbst zur Oberfläche, wenn eine noch tiefere entdeckt wurde. Das ereignete sich immer und immer wieder, solange sie lebten, solange sie sich auf dem Weg zu ihrer Tiefe befanden.

Paul Tillich (1886-1965) in: Religiöse Reden. Berlin / New York 1987, S. 55

Aus der Mitte strahlt die Lebenssonne

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Theresa von Avila hat die geheime Kammer der Seele mit einem Schloss verglichen, das sieben kristallklare Gemächer umschließt.

Die heilige Theresa spricht von der Anziehungskraft der sieben Gemächer, die alle, bis zum letzten, erforscht werden sollen.

„Ihr müsst wissen“, sagt sie, „dass man auf sehr verschiedene Weise im Schlosse hausen kann. Sehr viele Seelen leben nur in der äußeren Einfriedung des Schlosses, in dem die Wächter wachen, die es beschützen. Viele Seelen betreten das Schloss gar niemals und kennen die Reichtümer nicht, die es birgt; auch nicht die Zahl seiner Gemächer…
„Wenn die Seelen endlich die nächstliegenden Gemächer betreten, nehmen sie allzuviele Schlangen mit sich.“

„Aus der Mitte des Schlosses“, schließt Theresa ihre Beschreibung, „strahlt die Lebenssonne ihr Licht aus in alle Gemächer.“

Frederic Lionel (1908 – 1999) in: Abendland – Hüter der Flamme. Remagen, o.J. Kapitel XV, Die Urquelle des ewig Wahren, S. 141-142

Suchender und Findender werden

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…ich sprach in dieser Weise:
daß der Mensch ein Gott in allen Dingen suchender
und ein Gott zu aller Zeit
und an allen Stätten
und bei allen Leuten
in allen Weisen
findender Mensch werden müßte.
Darin kann man allzeit
ohne Unterlaß zunehmen und wachsen
und nimmer an ein Ende kommen des Zunehmens.

Meister Eckhart (1260 bis 1328) in „Reden der Unterweisung“, XXII

Obgleich’s bei Nacht ist

Im Lied vom Urquell singt die Seele wieder von etwas, was sie selbst im Innersten bewegt, wie in der „Dunklen Nacht“ und in der „Liebesflamme“. Aber was sie bewegt, ist nicht wie dort ihr eigenes Geschick, sondern das innerste Leben der Gottheit, wie es ihr der Glaube offenbart: der ewige flutende Quell, dem alle Wesen entstammen, der ihnen allen Licht und Leben spendet; der aus sich seinen ihm gleichen Strom gebiert und mit dem zweiten gemeinsam einen dritten von gleicher Fülle hervorbringt. Das Lied, das von diesen Wahrheiten singt, ist durchaus keine „Gedankendichtung“. Es „singt“ wirklich, in reinsten musikalischen Klängen. Die Glaubenslehre ist darin fließendes Leben geworden: das ewige Meer wogt in ruhigem Wellenschlag in der Seele und singt sein Lied darin. Und jedesmal, wenn es an das Ufer schlägt, gibt es einen dunklen Widerhall: „Aunque es de noche“ („Obgleich’s bei Nacht ist“). Die Seele ist begrenzt – sie kann das unendliche Meer nicht fassen. Ihr Geistesauge ist dem himmlischen Licht nicht angepaßt – es erscheint ihr als Dunkel. Und so lebt sie mitten in der Vereinigung mit dem Dreieinigen, selbst im Genuß des Lebensbrotes, worin Er sich ihr mitteilt, ein Leben der Sehnsucht: „Porque es de noche“ („weil es bei Nacht ist“). Das Wesen der dunklen Beschauung ist in diesen Versen ausgesprochen.

Edith Stein / Sr. Teresia Benedicta a Cruce (1891 – 1942) in: Kreuzeswissenschaft – Studie über Johannes vom Kreuz

Ohne Widerspruch angehört werden

Die kleine Seligkeit,
ohne Widerspruch
angehört zu werden
kosten alle gerne
bis zur Neige aus.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

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