Torweg der Stille jenseits aller Tätigkeit

Foto: © wak

Der Eine Geist ist die reine Quelle, die allen Menschen innewohnt. Alle sich bewegenden Wesen, die vom Leben durchpulst sind, bestehen aus dieser Einen Substanz und unterscheiden sich nicht voneinander. Unsere ursprüngliche Natur ist in Wahrheit ohne die geringste Gegenständlichkeit. Sie ist leer, allgegenwärtig, schweigsam, rein. Sie ist herrlich und geheimnisvoll friedliche Freude, nichts anderes. Dieser reine Geist, die Quelle von allem, scheint für immer und auf alle mit dem Glanz seiner eigenen Vollendung. Volles Verständnis kann nur durch ein unausdrückbares Geheimnis kommen. Der Zugang zu ihm heisst der Torweg der Stille jenseits aller Tätigkeit.

Huang Po (um 850) in:  Der Eine Geist

Gefunden habe ich diesen Text hier: https://blog.nootheater.de

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Die wahren Menschen atmeten Yin und Yang

Yin und Yang – Quelle: wikimedia/gemeinfrei

 

In grauer Vorzeit atmeten die Wahren Menschen Yin und Yang. Alle Wesen schauten zu ihrer Tugend auf und fanden sich so in friedlicher Harmonie. In diesen Zeiten wirkten die Führer im verborgenen und schufen spontan reine Schlichtheit. Reine Schlichtheit war noch nicht verlorengegangen, und so waren die Zehntausend Wesen frei und ungezwungen.

Aus dem taoistischen Buch „Wen-tzu“, Kapitel 172

Mehr zu Wu Wei und Taoismus hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/03/16/wu-wei-nicht-handeln-und-den-geschehnissen-ihren-lauf-lassen-5-mai-im-mystikkreis-koeln/

Das eine Schön-Gute ist Urgrund von allem

Inschrift an der Alten Oper in Frankfurt/M. – Foto: © wak

Das Gute wird von den Lehrern auch als das Schöne gepriesen, als Schönheit, als Liebe und als Geliebtes und was sonst noch an göttlichen Namen ziemt der liebenswürdigen Schönheit, die Schönheit schafft…
So ist dasselbe das Schöne und Gute, und nach dem Schönen und Guten strebt alles in jeglicher Hinsicht. Und nichts ist unter dem Seienden, das nicht teilhätte an dem Schönen und Guten…
Das eine Schön-Gute ist Urgrund von allem und jedem, was schön ist und gut.
Darum ist auch das Schöne und Gute, was alle suchen und alle ersehnen und alle lieben. Von ihm getrieben, zu ihm strebend…

Dionysius Areopagita( 1. Jh – 5./6. Jh.)

Wer vermag es, das Nicht-Tun zu erreichen

Mehr zu Wu Wei und Taoismus am 9. Mai hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/03/16/wu-wei-nicht-handeln-und-den-geschehnissen-ihren-lauf-lassen-5-mai-im-mystikkreis-koeln/

Geistige Umarmung

Foto: © wak

Wer sein Herz öffnet, darf nichts auf der Welt ausschließen. Befreiung und Erleuchtung werden allein im Hier und Jetzt gefunden. Wenn wir Gott lieben wollen, müssen wir auch alle seine Geschöpfe lieben lernen – uns selbst mit all unseren Fehlern und Komplexen eingeschlossen.
Diese geistige Umarmung bildet ein Mandala oder einen Erwachenskreis, in dem sich uns alle Aspekte des gegenwärtigen Lebens erschließen.

Jack Kornfield (* 1945) in: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen. Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert. München 2010, S. 198