Joseph Beuys 100

Vierte Umschlagseite des Buches „Zeige deine Wunde Kunst und Spiritualität bei Joseph Beuys“ von Rüdiger Sünner

Hier zum Buch http://www.europa-verlag.com/buecher/zeige-deine-wunde/

Hier geht es zum Film: http://www.ruedigersuenner.de/Beuysfilm.html

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Vh6RUgKswYE

Auf mystische Weise Gott erkennen

Foto: © wak

Wer auf mystische Weise Gott erkennen will, muss über alle Vernunfterkenntnis hinaus, auch sich selbst lassend, sich in die Dunkelheit werfen. Dann wird er finden, wie das, was der Verstand für unmöglich hält, nämlich das Zugleich von Sein und Nichtsein, die Notwendigkeit selbst ist.
Dionysius sagt, dass man, seine Erkenntnisse selbst mit Füßen tretend, ohne Wissen zu Gott streben muss, weil es dann zu jener Vereinigung kommt, in der es ohne Erkenntnis Gewissheit gibt, wo die Dunkelheit Licht und die Unwissenheit Wissenschaft ist.
Niemand kann auf mystische Weise Gott schauen als allein in der Dunkelheit des Ineinsfallens der Gegensätze.

Nikolaus von Kues (1401 – 1464)

Anleitung zur Lektüre mystischer Schriften

 

… Aber von welchem Alter der Mensch auch sei, der seinen inneren Grund voll Ernst übt, mit schlichter, lauterer, göttlicher Gesinnung in geordneter, demütiger, anhaltender Furcht, so empfängt er unaussprechlichen, unbekannten Reichtum in göttlicher Vereinigung, wenn ihm der innere Grund zuweilen entsinkt in genießender Liebe und innerem Frieden, ruhend in Verlorenheit und Vergessenheit seines eigenen Selbst. Und für diese Art und aller äußeren Tugend Ordnung soll aller Reichtum der Vernunft, die ein Mensch besitzt, ein dienender Knecht sein. Die vertraute Gemeinschaft mit Gott soll der Vernunft unbekannt bleiben. Dazu sagte Dionysius: „Lasst alles sinnenhafte und vernünftige Tun, und erhebt euch ohne (die) Erkenntnis (durch die Vernunft) zu der Einung mit Gott, die da über alle Vernunft ist.“ Wer sich so in Ordnung innerlich übte, dem wird oft das innere Gezelt ohne Hilfe der Erkenntnis gezeigt, in dem die göttliche Einheit wohnt und ruht, genießend und göttlich schauend. Solchem Erlebnis ist bei keinem Menschen vor seinem fünfzigsten Lebensjahre zu trauen.

Johannes Tauler (um 1300 – 1361), Predigt 84, Freiburg/Br. 1961, S. 626

 

Das Wissen der Praxis erwerben

Johannes Cassian / Bild: Archiv

Wer zur Wissenschaft des Schauens, zur Betrachtung des Göttlichen, zur Erkenntnis der heiligen Erfahrungen gelangen will, muß sich zunächst mit aller Hingabe und Kraft das Wissen der Praxis erwerben: Ohne dies läßt sich die Beschauung nicht erlangen.

Johannes Cassian (360 – 435)

 

Morgenröte im Aufgang – Hommage à Jacob Böhme

Morgenröte im Aufgang – Hommage à Jacob Böhme
Text/Bild-Buch zum gleichnamigen Film
von nootheater & Organisation zur Umwandlung des Kinos

„Der innere geistliche Seelen-Mensch ist durch das Einsprechen oder Einblasen von dem unsichtbaren Worte der Göttlichen Kräfte in das sichtbare Bilde eingesprochen worden,
dem geschaffenen Bilde zum Verstande, darinnen des Menschen Wissenschaft und Erkentniß des unsichtbaren und sichtbaren Wesens stehet.“

Der komplette Text zu „Morgenröte im Aufgang“ ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

HEFT 2 | Februar 2021
TITELTHEMA: Jacob Böhme (2)

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Mehr auch hier:
https://absolutmedien.de/film/582 und hier: http://www.suhrkamp.de/buecher/morgenroete_im_aufgang-max_hopp_13539.html

Das Erkennende und das Erkannte sind in Erkenntnis geeint

Labyrinth in Kevelaer / Foto: © wak

… Ich erkenne mich selbst! Das heißt das irdische „Ich“ erkennt des Geistes „Ich“ und umgekehrt. Das Erkennende und das Erkannte sind in Erkenntnis geeint. Damit dieses alles geschehen kann und einmal lebendige Wirklichkeit werde, sei jedem Einzelnen gesagt:

„A d v e n t , die Zeit der Vorbereitung sei hinfort in Deiner Seele; denn siehe: Du bist Bethlehem in Dir soll Dein König erscheinen, der Dich erlösen kann, – der allein Dich erlösen kann!“

„Advent“ von Dr. med. G. W. Vaubel, Griesheim-Darmstadt, 1955

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IV
CI. JAHRGANG WINTER 2020 / 2021
4. Quartalsausgabe November, Dezember, Januar
gebunden. ISBN-Nr. 978-3-948594-04-6

HEFT 11 | Dezember 2020
TITELTHEMA: WEIHENACHT

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Über alles Sagbare hinausgerückt

Foto: © wak

Wir können nur sagen, dass die Urgottheit überhoch über alles Sagbare hinausgerückt ist, über jegliche Beschaffenheit oder Bewegung oder Eingebung, Erleuchtung oder Meinung oder Erkenntnis, über jegliches Leben oder Wort oder Wesen, über jeglichen Namen oder Gedanken, über Stand und Stellung, über Vielheit und Einigung, Anfang und Ende, ja über die Unendlichkeit selbst noch hinaus: kurz über alles, was ist oder werden kann.

Dionysios Areopagita (5. Jahrhundert)

Alle tiefgreifenden Veränderungen kommen aus einem ruhigen und friedvollen Geist

 

Habe mit allen Menschen Geduld, vor allem aber mit dir selbst. Lasse dich nicht durch deine Unvollkommenheiten entmutigen, beginne immer wieder mit neuem Mut. Ich freue mich, daß du jeden Tag von neuem beginnst. Es gibt keinen besseren Weg zu geistigen Erkenntnissen, als immer wieder von vorn zu beginnen und nie zu denken, daß es nun genug sei. Wie können wir geduldig bei den Schwächen unseres Nachbarn sein, wenn wir ungeduldig bei unseren eigenen sind. Wer sich über seine eigenen Mängel grämt, wird sie nicht korrigieren können. Alle tiefgreifenden Veränderungen kommen aus einem ruhigen und friedvollen Geist.

Franz von Sales (1567 – 1622)

Joseph Goldstein (*1944) zitierte es hier: Vipassana-Meditation:Die Entfaltung der Bewusstseinsklarheit. Erster Abend – Eröffnung und erste Unterweisung: http://www.palikanon.com/vipassana/goldstein/goldstein01.htm