Der Ungrund ist ein ewig Nichts

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Der Ungrund ist ein ewig Nichts und machet aber einen ewigen Anfang als eine Sucht; denn das Nichts ist eine Sucht nach Etwas: und da doch auch Nichts ist, das Etwas gebe; sondern die Sucht ist selber das Geben dessen, das doch auch nichts ist als bloß eine begehrende Sucht. Und das ist der ewige Verstand der Magiä, welche in sich machet, da nichts ist; sie machet aus Nichts Etwas und das nur in sich selber, und da doch dieselbe Sucht auch ein Nichts ist als nur bloß ein Wille. Er hat Nichts und ist auch nichts, das ihm etwas gebe, und hat auch keine Stätte, da er sich finde oder hinlege.

Zitat von Jacob Böhme in: Felix Voigt in: Beiträge zum Verständnis Jakob Böhmes. Vom Wesen seiner Persönlichkeit und seiner Gedankenwelt (2)

Der komplette Text ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

HEFT 2 | Februar 2021
TITELTHEMA: Jacob Böhme (2)

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Nichts sein, nichts wollen, nichts wissen ~ Gelassenheit bei Meister Eckhart

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Der Mensch stellt in der Gelassenheit sein Sein (er ist nichts), sein Handeln (er will nichts), und sein Erkennen (er weiß nichts) ganz Gott anheim und verzichtet auf jede kreatürliche Selbstversicherung. Das heißt, dass nur derjenige gelassen ist, der sich selbst ganz und gar lässt, also sein Selbstsein in der Welt und die kraft dieses Selbstseins erlangte Versicherung des Heils negiert, ja selbst Gott lässt, insofern er sich etwas darunter vorstellt.

Nikolaus Largier (* 1957) | Meister Eckhart, Werke I, Frankfurt 1993, S. 960

Das Eine in sich ergründen

Es gibt etwas in uns, das n i c h t von dieser Erde ist, auch wenn es sich in unserem Erdendasein nur in erdenhaft bestimmter Form erfassen läßt. —

Di e s e s gilt es zu e r g r ü n d e n !

Di e s e s , vor allem, gilt es an sich w a h r z u n e h m e n !

Wer dieses E i n e nicht in sich ergründet hat, der ist gleich einem Bettler, der durch dunkle Gassen zwischen wohlverschlossenen Häusern irrt, und in Verzweiflung aufspäht zu den hellen Fenstern, die ihm zeigen, daß die Anderen ihr Fest begehen, — während er zu s e i n e m Feste längst noch nicht „geladen“ ist…

Bo Yin Ra  / Joseph Anton Schneiderfranken (1876 – 1943 in: Das Gespenst der Freiheit, S. 180 – 181, Kober’sche Verlagsbuchhandlung, Basel, 1930

 

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IV
CI. JAHRGANG WINTER 2020 / 2021
4. Quartalsausgabe November, Dezember, Januar
gebunden. ISBN-Nr. 978-3-948594-04-6

HEFT 10 | November 2020
TITELTHEMA: JACOB BÖHME

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

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Akzeptieren was ist

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Zu akzeptieren, was ist, ist die Voraussetzung dafür, dass sich etwas ändert. Das Wollen hilft nichts. Wenn wir dagegen erst einmal akzeptiert haben, was ist, stellt sich die Veränderung ein, ohne dass wir sie „wollen“. Das Feuer verzehrt einen nicht mehr, sondern man ist selbst Feuer geworden. Die Kraft kehrt zurück. ~ Also spricht Meister Eckhart.

Heilende Texte. Meister Eckhart. Ausgewählt und kommentiert von Stefan Blankertz. Herausgegeben und eingeleitet von Erhard Doubrawa. 2005, Wuppertal

Der Urgrund ist ein ewig Nichts

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Der Urgrund ist ein ewig Nichts, und machet aber einen ewigen Anfang, als eine Sucht; denn das Nichts ist eine Sucht nach etwas: und da doch auch nichts ist, das etwas gebe; sondern die Sucht ist selber das Geben dessen, das doch auch nichts ist als bloß eine begehrende Sucht. Und das ist der ewige Verstand der Magiae, welche in sich machet, da nichts ist; sie machet aus nichts etwas, und das nur in sich selber, und da doch dieselbe Sucht auch ein Nichts ist, als nur bloß ein Wille. Er hat nichts, und ist auch nichts, das ihm etwas gebe, und hat auch keine Stätte, da er sich finde oder hinlege.

Jacob Böhme (1575 – 1624)

Herausfinden in welcher Verfassung – Dzogchen am 3. März im Kölner Mystikkreis

Dzogchen kann man nicht als Religion betrachten. Es wird von niemandem verlangt, irgend etwas zu glauben. Es wird vielmehr angeregt, daß sich jeder einzelne selbst beobachtet und herausfindet, in welcher Verfassung er sich wirklich befindet.

Namkhai Norbu (1938 – 2018) in: Der Kristallweg, München 1989, S. 28.

Mehr zu Dzogchen hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/02/08/dzogchen-im-mystikkreis-koeln-am-3-maerz-2019-eine-herzliche-einladung/

und hier: https://www.facebook.com/events/307794533211597/

Nicht-Gott, Nicht-Geist, Nicht-Person, Nicht-Bild…

Der Holzschnitt zeigt Meister Eckhart predigen

Du sollst Gott lieben, wie er ist ein Nicht-Gott, ein Nicht-Geist, eine Nicht-Person, ein Nicht-Bild, mehr noch: wie er ein lauteres, reines, klares Eines ist, abgesondert von aller Zweiheit. Und in diesem Einen sollen wir ewig versinken vom Etwas zum Nichts.

Josef Quint , Meister Eckhart -Predigten und Traktate, München 71995, S. 355

Mehr zu Meister Eckhart am 3. Juni 2018  hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/03/11/mystik-hier-und-jetzt-einsichten-und-erfahrungen/