Flut und Welle als Wasser betrachten

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Der Fluss und seine Wellen sind eine Flut; was ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen? Wenn eine Welle sich erhebt, ist sie das Wasser, und wenn sie fällt, ist sie wieder das gleiche Wasser.
So sagen sie mir, mein Herr, wo ist der Unterschied? Nur, weil sie Welle genannt wird, soll ich sie nicht mehr als Wasser betrachten?

Kabir (1440-1518)

Gefunden habe ich dieses Zitat in dem Buch von Vincenzo Kavod Altepost: Grundlegende Gutheit – Innere Freude. Ein beschenktes Leben. Mehr hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Die Wahrheit in sich selbst erblicken

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Die Wahrheit
in sich selbst erblicken,
nur für einen Augenblick,
gilt mehr als alle Himmel,
mehr als alle Welten,
mehr als alles,
was es gibt.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana / Muhammad Dschelaleddin Rumi (1207-1273)

Berge sind Berge, Flüsse sind Flüsse

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Bevor ich für dreißig Jahre Zen studiert hatte, sah ich Berge als Berge und Flüsse als Flüsse.
Als ich ein besseres Verständnis entwickelt hatte, kam ich an den Punkt, wo ich sah, dass Berge nicht Berge sind und Flüsse nicht Flüsse.
Aber jetzt, wo ich in der Ruhe beheimatet bin, sage ich: Berge sind wirklich Berge und Flüsse wirklich Flüsse.

Hsing-ssu / Seigen Gyoshi (660 – 740)

Die Wahre Natur ist immer Eins

Die Menschen schauen nicht auf ihre Wahre Natur, die immer Eins ist, und deswegen glauben sie, besser zu sein als ihre Mitmenschen, und sind daher ständig eifersüchtig auf alle anderen. Die Menschen lesen wenig Wertvolles, zerstreuen sich, meditieren weder regelmäßig, noch gehen sie die Neun Stufen des Weges. Daher können sie auch nicht das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme

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Mit ganzer Energie von Körper und Geist, beide vollständig in den strahlenden Lichtschatz fallen lassen, ohne zurück zu schauen. Ohne die Erleuchtung zu suchen. Ohne die Illusionen vertreiben zu wollen. Die aufkommenden Gedanken weder hassen noch lieben, und sie vor allem nicht unterhalten. Auf jeden Fall, was immer auch sei, das große Sitzen üben, hier und jetzt. Wenn ihr das Denken nicht unterhaltet, kehren die Gedanken in den Ursprung zurück. Wenn ihr euch in der Ausatmung aufgebt und euch von der Einatmung füllen lasst – in einem harmonischen Kommen und Gehen – bleibt nichts mehr als ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme.

Ejo Koun (1198-1282)

Alles ist das Selbst

Das Original ist ein Siebdruck aus Arunachala – Foto: © wak

In Wahrheit existiert nichts als das Selbst. Wie Perlmutt als Silber erscheint, erscheint das Selbst als Welt, individuelle Seele und Gott. Diese drei treten zugleich in Erscheinung und versinken zugleich.
Das Selbst ist dort, wo keinerlei „Ich-Gedanke“ ist. Das nennt man Stille, Das Selbst ist die Welt, „Ich“ und Gott in einem. Alles ist das Selbst.

Ramana Maharshi (1879-1950)