An der Freude teilnehmen und sein wie man ist

Foto: (c) wak

Es besteht kein Bedarf an geistigem Fortschritt, noch der Kontemplation, der Disputation oder der Diskussion, noch Meditation, Konzentration oder gar die Anstrengung des Gebets.

Bitte sagen Sie mir klar und deutlich: Was ist die höchste Wahrheit?

Höre: Weder verzichte auf etwas, noch besitze etwas, nimm teil an der Freude der totalen Wirklichkeit und sei wie du bist!

Abhinavagupta (950 – 1016)

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Den Geist läutern

Shankara / Bild: Archiv

Wir arbeiten nicht,
um die Wirklichkeit wahrzunehmen,
sondern um den Geist zu läutern.
Keine zehn Millionen Handlungen
bringen die Wahrnehmung
der Wirklichkeit zustande,
es geschieht nur
durch klares Unterscheiden.

Shankara (um 788 – um 820)

Wirklichkeit der Leerheit

Foto: Marlies Schwochow +

Wirklichkeit ist nicht anderes als das, was gerade geschieht, jetzt. Die Dinge ereignen, bewegen und verwandeln sich. Wir können sie nicht in einem Schnappschuss festhalten. Doch das ist es, was alle unsere Ideen und Konzepte sind – eine Sammlung von Schnappschüssen. Genau das müssen wir unmittelbar erkennen. Diese Einsicht ist die Wirklichkeit der Leerheit, während alle Schnappschüsse die Welt der Form bilden. Und das Herzsutra lehrt, um es noch einmal zu sagen, dass beide Welten gleich sind.

Bernard Glassman (1939 – 2018) in: Das Herz der Vollendung. Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters

Bô Yin Râ: Meister der Farbe, Meister der Sprache

… B ô Y i n R â ist als Maler nicht nur ein Meister der Farbe, er ist auch einer der größten Meister der Sprache. Hier spricht ein großer Dichter und Sprachkünstler zu uns, und wir können wieder einmal mit Erschauern fühlen, wie machtvoll unsere deutsche Sprache wirken kann, wenn ein Meister dieses Instrument der Seele spiele! Doch wenn ich B ô Y i n R â einen Dichter nenne, so meine ich damit die große Kunst seiner formalen Gestaltungskraft, nicht etwa den   I n h a l t   seiner Lehre, denn hier ist alles Wirklichkeit, nichts Erdachtes oder Erdichtetes. Wer die Wirklichkeit und Wahrheit dieser Lehre innerlichst erlebt und erschaut hat, der „ist befreit von allem Streit.“…

B ô Y i n R â von Felix Weingartner. Von Dr. Eduard Bäumer in: Magische Blätter, IV. Jahrgang 1923, S. 151 – 154, Verlag Magische Blätter Leipzig

Aktuell ist der vollständige Beitrag von Eduard Bäumer hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juni 2022, Heft 6 / Thema: DIE DEUTSCH-JÜDISCHE SYMBIOSE – EINHEIT IM SCHÖPFERISCHEN

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Selbst Wirklichkeit sein

Fotographik (c) wak

Auf jeden Fall
wollen wir nicht vergessen,
dass Zen immer danach strebt,
uns die Wirklichkeit
unmittelbar erkennen zu lassen.
Das bedeutet,
die Wirklichkeit selbst zu sein,
so daß wir
mit Meister Eckhart sagen können:
„Christus wird jede Minute
in meiner Seele geboren“ oder
„Gottes Istheit ist meine Istheit“.
Wir wollen dies
in unserem Bewusstsein behalten,
wenn wir uns bemühen,
Zen zu verstehen…

Einführung von Daisetsu Teitaro Suzuki (1870 – 1966) zu dem Buch seines Freundes Shibayama Zenkei (1894-1974), A Flower Does not Talk. / Zen in Gleichnis und Bild, München 1974. Suzuki schrieb dies einen Tag vor seinem Tod.

Im Osten wohnt das Licht

Im Osten, im Herzen Asiens, wurde das Messer des Gedankens am schärfsten geschliffen.

Hier aber waren auch schon vor Jahrtausenden die Großen, die über allem Denken den klaren Weg zur Wahrheit fanden, der Wahrheit, die nichts anderes als absolute Wirklichkeit ist, und nichts zu tun hat mit gedanklichen Erkenntnisbildern, in denen man gemeinhin das, was man „die Wahrheit” nennt, zu haben glaubt.

Unter hoher Leitung fanden jene ersten der „Brüder auf Erden” Weg und Ziel . . .

Seitdem unterweisen sie und ihre Nachfolger die Suchenden, die dazu „reif” befunden werden, im Geiste durch den Geist.

Sie haben „den heiligen Schutzwall des Schweigens”  um ihre Vereinigung gezogen, und nur der findet Zutritt zu ihnen, den sie im Geiste als „reif ” erkennen, ein Erkennender im Geiste zu werden.

Bô Yin Râ (1876 – 1943) in: Das Buch vom lebendigen Gott, Seiten 291-298

Der vollständige Beitrag von Bô Yin Râ ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, April 2022, Heft 4 / Thema: Film

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Ein Film ohnegleichen, der Geist erfahrbar macht

Cover der DVD

„Morgenröte im Aufgang – hommage à Jacob Böhme“ ist ein eindrucksvolles Kunstwerk, mit professioneller Sorgfalt um die erleuchteten Worte und Visionen Jacob Böhmes herum gebaut.

Was mich an der Morgenröte im Aufgang persönlich am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass Ton und Bild eine harmonische Einheit bilden, ohne im konventionellen Sinn synchron aufeinander bezogen zu sein. Die Bilder illustrieren nicht den Text und dieser erklärt nicht die Bilder; solches ist eher dem Dokumentarfilm vorbehalten. Das ist für mich das Neue, Einzigartige an diesem Film, dass er nicht an einer Abbildung der Wirklichkeit sich orientiert, sondern danach strebt, GEIST erfahrbar zu machen.

Der Begriff »Umwandlung des Kinos« erscheint in diesem Zusammenhang voll gerechtfertigt. Morgenröte im Aufgang ist ein Filmkunstwerk von ganz eigener Art, ohnegleichen.

Gerhard Büttenbender in seinem Beitrag „Ein Film ohnegleichen“ vom 30. Mai 2015

Der vollständige Beitrag von Gerhard Büttenbender ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, April 2022, Heft 4 / Thema: Film

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Ganz eins mit Gott und uns selbst

Der Mystik des Einswerdens geht es darum, dass Gott schon in uns ist. Wenn wir Gott finden wollen, so müssen wir in die eigene Seele schauen. Im Innersten der Seele, auf dem Seelengrund, im inneren Heiligtum, da wohnt Gott. Auch wenn wir in unserer Erfahrung nichts davon spüren, so ist doch ein Raum in uns, zu dem niemand Zutritt hat außer Gott. In diesem Raum des Schweigens, in dieser inneren Zelle, da sind wir ganz eins mit Gott und zugleich eins mit uns selbst. Da erkennen wir, wer wir in Wirklichkeit sind, da kommen wir in Berührung mit dem unberührten Bild Gottes in uns.

Anselm Grün / Gerhard Riedl: Mystik und Eros. Münsterschwarzach 6 2001, S. 29

Achte gut auf diesen Tag…

Foto: (c) wak

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.

In seinem kurzen Ablauf
liegt alle Wirklichkeit
und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Herrlichkeit der Kraft.

Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch – recht gelebt –
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und das Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Drum achte gut auf diesen Tag.

Aus dem Sanskrit / 5. Jahrhundert – Kalidasa zugeschrieben

Darstellungsform des Urseienden

Joseph Schneiderfranken, Straße (Treppe) auf Thera, Öl auf Leinwand

Die geistigen Welten, welche Bô Yin Râ aus eigenem vollbewußten Erleben schildert, sind keine verschwommenen Gebilde, sondern die Darstellungsform des Urschaffenden, Urseienden in seiner höchsten Potenz, einer Wirklichkeit, die auf einer ihrer tiefsten Stufen auch unsern Planeten Erde und unsern Körper „gewirkt“ hat und ständig „wirkt“. Nur so ist zu verstehen, daß es dem in jedem Menschen latent vorhandenen geistigen Bewußtsein in außerordentlichen Fällen möglich sein kann, in der materiellen und geistigen Realität zugleich klar bewußt zu sein.

Otto Hellmut Lienert (1897 – 1965) in seinem Beitrag: „Joseph Anton Schneiderfranken – Bô Yin Râ“

Der vollständige Beitrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IX
CIII. Jahrgang Frühling 2022

Februar 2022: Sakralkunst (2)

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