Reise in diese Welt

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Das für unsere Kultur relevante Symbol der Einheit von Gottesliebe und Solidarität ist Christus. Leben wie Christus gelebt hat, „gesinnt sein wie er war“ (Phil 2, 5) bedeutet die konsequente Weigerung, die Gottheit „Fatum“, die uns einredet, „so ist es eben, so war es immer“, an irgendwelchen Stellen des Lebens weiter anzubeten. Es bedeutet die Hinreise zur Entäußerung und Hingabe des Ich und die Rückreise mitten in diese Welt. Es bedeutet sterben lernen und auferstehen. Statt auferstehen können wir auch sagen: die Rückreise aus einer Art Tod in das Leben antreten.

Dorothee Sölle (1929 – 2003) in: Die Hinreise, Stuttgart 1975

Jedes Geschöpf ist heilig und göttlich

Texttafel aus dem „Sonnengesang“ des heiligen Franziskus  / Foto: © wak

Mitgefühl ist eine spirituelle Kraft, ein Lebensstil, eine Umgangsform. Es ist die Art, wie wir mit allem im Leben umgehen, mit uns selbst, mit unserem Körper, mit unseren Vorstellungen und Träumen, mit unseren Nachbarn, und auch mit unseren Feinden. Einfühlungsvermögen ist eine Geisteshaltung, aus der Hochachtung für die Schöpfung spricht. Durch sie betrachtet man jedes Geschöpf als heilig und göttlich, denn das ist es auch.

Matthew Fox (*1940)

Jeder Mensch ist eine besondere Art Mystiker

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Alle von uns können Momente überwältigender, grenzenloser Zugehörigkeit, Augenblicke universellen Eins-Seins erfahren. Das sind unsere eigenen mystischen Momente. Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926) in seinem Buch „Fülle und Nichts. Die Wiedergeburt christlicher Mystik“, München 1985

Meister Eckharts Text liest Dich

Die Texte von Meister Eckhart bieten ein wunderbares Beispiel. In seinem Schreiben geht es nicht um das Göttliche. Es hat nichts von der Schlacke der soziologischen Reportage. Es ist nicht das Abbild eines Beobachters zweiter Ordnung. Es ist die lebendige, lebendige Sprache des Teilnehmers. In der zeitgenössischen Kultur hat die Beobachtung und ihre einfachen Ideologien die Partizipation und ihre Erforschung als primäre Art des Seins ersetzt. Die Texte von Eckhart sind verdichtet und gespannt. Du fängst an, Eckhart zu lesen und nach einer Weile wirst du feststellen, dass der Text dich liest.

John O’Donohue (1956 – 2008)

Jeder Mensch ist eine besondere Art Mystiker

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Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926)

Nicht-handelndes Handeln / Simone Weil und Doing Nothing am 8. September 2019

Mehr zu Simone Weil und Doing Nothing am 8. September im Mystikkreis Köln: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/08/07/simone-weil-mystikerin-philosophin-rebellin-doing-nothing-am-8-september-2019-herzliche-einladung/

Vom Nutzen des Lassens

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Du musst wissen, dass sich noch nie ein Mensch in diesem Leben so weitgehend gelassen hat, dass er nicht gefunden hätte, er müsse sich noch mehr lassen. Der Menschen gibt es wenige, die das recht beachten und darin beständig sind. Es ist ein gleichwertiger Austausch und ein gerechter Handel: So weit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen, dafern du in allen Dingen dich des Deinen völlig entäußerst. Damit heb an, und lass dich dies alles kosten, was du aufzubringen vermagst. Da findest du wahren Frieden und nirgends sonst.

Die Leute brauchten nicht soviel nachzudenken, was sie tun sollten; sie sollten vielmehr bedenken, was sie wären. Wären nun aber die Leute gut und ihre Weise, so könnten ihre Werke hell leuchten.

Bist du gerecht, so sind auch deine Werke gerecht. Nicht gedenke man Heiligkeit zu gründen auf ein Tun; man soll Heiligkeit vielmehr gründen auf ein Sein, denn die Werke heiligen nicht uns, sondern wir sollen die Werke heiligen. Wie heilig die Werke immer sein mögen, so heiligen sie uns ganz und gar nicht, soweit sie Werke sind, sondern: soweit wir heilig sind und Sein besitzen, soweit heiligen wir alle unsere Werke, es sei Essen, Schlafen, Wachen oder was immer es sei. Die nicht großen Seins sind, welche Werke die auch wirken, da wird nichts daraus. Erkenne hieraus, dass man allen Fleiß darauf verwenden soll, gut zu sein, – nicht aber so sehr darauf, was man tue oder welcher Art die Werke seien, sondern wie der Grund der Werke sei.

Meister Eckhart (1260 – 328) in den „Reden der Unterweisung“

Sich in sich selber sammeln

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So viele Wohnungen und Kammern im Haus des Menschen sind, ebenso viele Kräfte und Sinne und Wirksamkeiten sind in dem Menschen. In all diese kommt der Heilige Geist auf je besondere Art. Sobald er kommt, drückt, reisst und richtet er den Menschen aus und bearbeitet und erleuchtet ihn.
Aber diese Einkehr, diese Wirksamkeit, werden nicht alle Menschen in gleicher Weise gewahr; und wirklich wohnt er ja auch in allen guten Menschen. Doch wer sein Wirken empfinden soll, sein Dasein schmecken mag oder will, der muss sich in sich selber sammeln, sich von allen äußeren Dingen abschließen und dem Heiligen Geist eine Stätte einräumen, damit dieser in Ruhe und Stille sein Werk in ihm tun könne.

Johannes Tauler (1300 – 1361)

Verständnis für uns selber finden

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Kontemplation ist ein sehr wichtiger Bestandteil des spirituellen Lebens. Meditation allein genügt nicht; sie ist ein Mittel zum Zweck: Sie beruhigt den Geist und bringt uns zu einem inneren Erleben. Aber wenn wir uns in der übrigen Zeit nicht bemühen, Verständnis für uns selber zu finden, schneiden wir die Meditation von unserem Leben ab, als wäre sie eine Art Hobby, das wir für einige Stunden betreiben, und dann tun wir wieder etwas ganz anderes. Meditation ist aber – das kann ich nicht oft genug betonen – kein Hobby, sondern eine Vorbereitung auf ihren einzigen Zweck: Klarblick. Zweck der Kontemplation ist es, diesem Klarblick nachzuhelfen.

Ayya Khema (1923 – 1997) in: Meditation ohne Geheimnis. München 1999

Das Herz des Nichtstuns ist sich dem Leben anzuvertrauen (3. Februar im Mystik-Kreis Köln)

“Sich auf das Nichts Tun einzulassen,
sich auf das Nichts einzulassen,
ohne etwas zu wissen oder zu wollen,
und berührt zu werden
in der Erfahrung des Offenen.“

Doing Nothing ist eine besondere Art der Meditation,
die ganz ohne Methode und Technik auskommt.
Es ist reines, aufrichtiges Dasein.

 

Space Awareness

Raum Gewahrsein ist das Spielbein von Doing Nothing.
Es sind fantasievolle Übungen in der Gruppe,
die Deine Präsenz, Authenzität, Spontanität und Offenheit
schulen, fördern, zur Entfaltung bringen,
und die viel Spaß machen.

An diesem Sonntag wird es morgens von 10:00 bis 12:00
um das reine, mühelose Nichts Tun gehen. – Impuls  „zweckfrei“…
Es wird eine ausführliche Einführung geben, Zeit für Fragen
und viel Zeit für Nichts.
Der Nachmittag von 13:00 bis 15:00
ist für die Space Awareness Praxis vorgesehen.
In der Pause von 12:00 bis 13:00
wird ein kleines Mittagessen bereit stehen.

Wir möchten jeden Teilnehmer darüber hinaus bitten eine Kleinigkeit für die Kaffeepause mitzubringen, Kuchen, Plätzchen o.ä..

Es ist nicht möglich nur am Nachmittag oder nur am Morgen zu kommen.

Kostenbreitrag: 18,-
Anmeldung erforderlich bei
Rani Kaluza: weissefeder@netcologne.de
Fragen und mehr infos: 0221 2406997

„Das Herz des Nichtstuns ist sich dem Leben anzuvertrauen,
sich mit allem, dem Meer, den Bäumen . . . auszutauschen,
und sich an die wahre Natur zurück zu erinnern, die alle Existenz durchatmet.“

Die Veranstaltung findet in Köln Sülz, in der Rolandswerther Strasse statt.

Wir freuen uns sehr auf Euch
Rani Kaluza
und
Werner A. Krebber (Mystik Aktuell)