Sich in sich selber sammeln

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So viele Wohnungen und Kammern im Haus des Menschen sind, ebenso viele Kräfte und Sinne und Wirksamkeiten sind in dem Menschen. In all diese kommt der Heilige Geist auf je besondere Art. Sobald er kommt, drückt, reisst und richtet er den Menschen aus und bearbeitet und erleuchtet ihn.
Aber diese Einkehr, diese Wirksamkeit, werden nicht alle Menschen in gleicher Weise gewahr; und wirklich wohnt er ja auch in allen guten Menschen. Doch wer sein Wirken empfinden soll, sein Dasein schmecken mag oder will, der muss sich in sich selber sammeln, sich von allen äußeren Dingen abschließen und dem Heiligen Geist eine Stätte einräumen, damit dieser in Ruhe und Stille sein Werk in ihm tun könne.

Johannes Tauler (1300 – 1361)

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Verständnis für uns selber finden

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Kontemplation ist ein sehr wichtiger Bestandteil des spirituellen Lebens. Meditation allein genügt nicht; sie ist ein Mittel zum Zweck: Sie beruhigt den Geist und bringt uns zu einem inneren Erleben. Aber wenn wir uns in der übrigen Zeit nicht bemühen, Verständnis für uns selber zu finden, schneiden wir die Meditation von unserem Leben ab, als wäre sie eine Art Hobby, das wir für einige Stunden betreiben, und dann tun wir wieder etwas ganz anderes. Meditation ist aber – das kann ich nicht oft genug betonen – kein Hobby, sondern eine Vorbereitung auf ihren einzigen Zweck: Klarblick. Zweck der Kontemplation ist es, diesem Klarblick nachzuhelfen.

Ayya Khema (1923 – 1997) in: Meditation ohne Geheimnis. München 1999

Das Herz des Nichtstuns ist sich dem Leben anzuvertrauen (3. Februar im Mystik-Kreis Köln)

“Sich auf das Nichts Tun einzulassen,
sich auf das Nichts einzulassen,
ohne etwas zu wissen oder zu wollen,
und berührt zu werden
in der Erfahrung des Offenen.“

Doing Nothing ist eine besondere Art der Meditation,
die ganz ohne Methode und Technik auskommt.
Es ist reines, aufrichtiges Dasein.

 

Space Awareness

Raum Gewahrsein ist das Spielbein von Doing Nothing.
Es sind fantasievolle Übungen in der Gruppe,
die Deine Präsenz, Authenzität, Spontanität und Offenheit
schulen, fördern, zur Entfaltung bringen,
und die viel Spaß machen.

An diesem Sonntag wird es morgens von 10:00 bis 12:00
um das reine, mühelose Nichts Tun gehen. – Impuls  „zweckfrei“…
Es wird eine ausführliche Einführung geben, Zeit für Fragen
und viel Zeit für Nichts.
Der Nachmittag von 13:00 bis 15:00
ist für die Space Awareness Praxis vorgesehen.
In der Pause von 12:00 bis 13:00
wird ein kleines Mittagessen bereit stehen.

Wir möchten jeden Teilnehmer darüber hinaus bitten eine Kleinigkeit für die Kaffeepause mitzubringen, Kuchen, Plätzchen o.ä..

Es ist nicht möglich nur am Nachmittag oder nur am Morgen zu kommen.

Kostenbreitrag: 18,-
Anmeldung erforderlich bei
Rani Kaluza: weissefeder@netcologne.de
Fragen und mehr infos: 0221 2406997

„Das Herz des Nichtstuns ist sich dem Leben anzuvertrauen,
sich mit allem, dem Meer, den Bäumen . . . auszutauschen,
und sich an die wahre Natur zurück zu erinnern, die alle Existenz durchatmet.“

Die Veranstaltung findet in Köln Sülz, in der Rolandswerther Strasse statt.

Wir freuen uns sehr auf Euch
Rani Kaluza
und
Werner A. Krebber (Mystik Aktuell)

Fühlen, wie sich die Sinne sammeln

Teresa von Avila / Foto: © wak

Lernt Selbstüberwindung, bleibt eine Zeitlang beharrlich dabei, und ihr werdet sehr klar sehen, welchen Nutzen ihr davon habt. Wenn ihr euch dem Gebet widmet, werdet ihr sogleich fühlen, wie eure Sinne sich sammeln: Sie sind wie Bienen, die in den Stock zurückkehren und sich dort einschließen zur Bereitung des Honigs… Und immer schneller werden sie dann beim ersten Ruf des Willens zurückkehren. Und endlich, nach unzähligen Übungen dieser Art, macht Gott sie für einen Zustand vollkommener Ruhe und Kontemplation bereit.

Teresa von Avila (1515 – 1582)

Gott allein ist in allen Dingen…

Johannes Tauler

Gott zieht seine Diener
nicht nur auf einem Weg,
noch durch ein Werk,
noch auf eine Art;
sondern er zieht sie dahin,
wo er ist,
das heißt:
auf alle Wege,
durch alle Werke,
auf alle Arten;
denn Gott allein
ist in allen Dingen,
sofern sie gut sind.

Johannes Tauler (1300 – 1361)

 

Alle Menschen lieb wie dich selbst

Foto: © wak

Hast du dich selber auf die rechte Art lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen Menschen weniger liebhast als dich selbst, gewannst du dich selbst nie wahrhaftig lieb. Nur mit dem sich auf rechte Art selbst liebenden Menschen steht es gut, so dass er alle Menschen ebenso liebhat wie sich selbst.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

In Meister Eckhart: Vom Wunder der Seele. Stuttgart 1963, S. 67