Vor den sogenannten heiligen Schriften aller Völker und Zeiten…

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Vor den sogenannten heiligen Schriften aller Völker und Zeiten, vor aller Offenbarungsliteratur überhaupt eignet dem von Bô Yin Râ hinterlassenen Lehrwerk allein der Vorzug, keinerlei historische Redaktion durch fremde Hände haben erleiden zu müssen, die auf die ursprüngliche Ausdrucksform, durch Umstellung und Weglassung, Hinzufügung und Übersetzung, Änderung und Unterschiebung wie zersetzende Säuren eingewirkt haben.

Seine Lehrtexte stellen den heute menschenmöglichen, erschöpfenden und zuverlässigen, im Grunde sogar einzig möglichen Ausdruck dessen dar, was man Offenbarung genannt hat und worüber eine Art stiller und vorurteilsvoller Übereinkunft besteht, dass sie nur in der Vergangenheit vorkommen und längst abgeschlossen sei.

Rolf Schott, Bô Yin Râ: Ein Lebenswerk und sein Meister. Vortragsmanuskript für die „Theosophische Gesellschaft“, zitiert nach Werner Erni, der für den Kober-Verlag tätig war

 

Der vollständige Text kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IV
CI. JAHRGANG WINTER 2020 / 2021
4. Quartalsausgabe November, Dezember, Januar
gebunden. ISBN-Nr. 978-3-948594-04-6

HEFT 11 | Dezember 2020
TITELTHEMA: WEIHENACHT

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Die Mystik der Derwische | Dokumentation auf arte

 

arte weist auf die Dokumentation mit folgendem Text hin:

Auf dem Balkan in den kargen, ursprünglichen Berglandschaften des Kosovo und Albaniens leben Christen und Muslime seit Jahrhunderten Seite an Seite. Hier entwickelten sich früh kleine muslimische Orden, die eine besondere Toleranz und Offenheit pflegen: Die Derwische. Ihr Ziel ist die mystische Einswerdung durch absolutes Gottvertrauen, strenge Askese und stille Meditation.

Derwisch, ein Begriff aus dem Persischen, bedeutet so viel wie „Tür“ oder „Tor“ und steht in der sufischen Symbolik für die Schwelle zwischen dem Erkennen der diesseitigen irdischen und der jenseitigen göttlichen Welt. Der 19-jährige Kosovo-Albaner Alixhan Basha, eigentlich Informatikstudent, sucht diese Erkenntnis bei den Rufai-Derwischen in Prizren. Der Film begleitet ihn, wie er die mystischen Praktiken des Sufismus kennenlernt – auch archaisch anmutende Rituale wie das rituelle Durchstechen der Wangen. Wird es ihm gelingen, die Zwänge seines modernen Alltagslebens mit seiner spirituellen Ausbildung zu vereinen? Im Gegensatz zu Alixhan lebt der 29-jährige Hisen Sulejmani als Derwisch-Novize wie ein Mönch. Sein Zuhause ist das Zentrum der Bektaschi-Sufis in Tirana und sein Alltag spielt sich zwischen Gebet und dem Studium alter Schriften ab. Doch dann erhält er vom Ordensführer einen ungewöhnlichen Auftrag: Ausgerechnet er soll drei junge Frauen zum Opferfest auf den heiligen Berg Tomorr führen und ihnen die religiösen Traditionen der Bektaschi-Derwische näherbringen. Es beginnt eine spirituelle Reise, bei der traditionelles Rollenverständnis und das neue Selbstbewusstsein moderner Albanerinnen aufeinandertreffen. Die Dokumentation wirft einen detaillierten Blick auf die mystischen Sufi-Traditionen des Balkans. Jahrhundertealte Bräuche zeigen einen Islam, wie ihn der Zuschauer noch nicht kennt.

Hier geht es zur Sendung:  https://www.arte.tv/de/videos/082195-000-A/die-mystik-der-derwische/

Verbindung zu deinem Herzen

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Die Praxis des Sitzens in Meditation … ist das Mittel, mit dem wir das Gutsein wiederentdecken und überdies das lautere Herz in uns erwecken können. In dieser Haltung bist du dieser nackte Mensch, der zwischen Himmel und Erde sitzt. Wenn dein Rücken einsinkt, versucht du dein Herz zu schützen oder gar zu verbergen. Aber wenn du aufrecht und trotzdem entspannt sitzt, dann ist dein Herz nackt. Dein ganzes Sein ist bloßgelegt, vor allem vor dir selbst, aber auch vor anderen. Beim stillen Sitzen, in dem du dem Atem folgst, wie er ausströmt und verfliegt, stellst du die Verbindung zu deinem Herzen her.

Chögyam Trungpa (1939-1987)

Alles durchdringende Sonne / Mystik-Sonntag 8. März 2020: Teresa von Ávila und Doing Nothing / Herzliche Einladung

Teresa von Ávila / Foto: © wak

Wer Gott sucht, braucht keine Flügel. Er soll nur still in sein Inneres schauen. Dort wird er ihn finden. Das Innere des Menschen ist wie ein Kristall, in dessen Mitte Gott wie eine alles durchdringende Sonne wohnt. Das Tun des Menschen wird nicht wirksam, wenn seine Taten nicht aus dieser Mitte stammen.
Teresa von Ávila (1515 – 1582)

 

Zum Mystik-Sonntag am 8. März in Köln:

Die Mystikerin und Ordensfrau Teresa von Ávila (1515 -. 1582) ist herausragende Repräsentantin der spanischen Mystik. Teresa von Ávila hinterlässt ein reiches literarisches Werk, das bis heute zu den Perlen der spirituellen Weltliteratur zählt. Ihre Reformbestrebungen brachten sie zwar in Opposition zur etablierten Kirche und Gesellschaft ihrer Zeit, doch 1970 ist sie als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt worden.

Was ist so ungewöhnlich an Teresa von Ávila? Sie hat erkannt, dass es in der Seele des Menschen eine Sehnsucht nach Wahrheit gibt, eine Frage nach dem Sinn des Lebens, die nach Antworten verlangt. Sie entwickelte im Laufe der Zeit eine spirituelle Praxis des „inneren Betens“, die ganz unmittelbar aus der eigenen Dynamik des Menschen erwächst. Sie hatte die außergewöhnliche Gabe,  diesen Weg anschaulich und mit originellen Bildern zu beschreiben. Ihr Glaube war darüber hinaus auch das Fundament ihres sehr spezifischen Feminismus.

Aus dem reichen Schatz dieser überlieferten Gedanken wird ihre Zuneigung zu den Menschen ebenso deutlich wie ihre tiefe, intime Freundschaft zu Gott. Diesem Schatz wollen wir uns am 8. März intensiv annähern.

Einstimmen werden wir uns mit und durch die Praxis des „Doing Nothing“ am Vormittag.

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung beiWerner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei TIGRES – SPACE Kaluza/Westmeier klingeln /  (Bitte schon etwas vor 10:00 Uhr da sein)

 

Zum Mystik-Sonntag Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein –  für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

(Eventuelle Terminverschiebungen werden auf den Webseiten von Rani und Werner und bei facebook mitgeteilt.)

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Beitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch). / Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani und Werner

doingnothing.de ( Rani Kaluza)

mystikaktuell.wordpress.com (Werner A. Krebber)

Hinweise auf die Veranstaltung auch hier bei facebook: https://www.facebook.com/events/169436527816073/

 

Von Bewusstsein und Leben

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Ohne Entstehen, ohne Vergehen,
Ohne Vergangenheit, ohne Zukunft.
Ein Lichtschein umgibt die Welt des Geistes.
Man vergißt einander, still und rein, ganz mächtig und leer.
Die Leere wird durchleuchtet vom Schein des Herzens des Himmels.
Das Meerwasser ist glatt und spiegelt auf seiner Fläche den Mond.
Die Wolken schwinden im blauen Raum.
Die Berge leuchten klar. Bewusstsein löst sich in Schauen auf.
Die Mondscheibe einsam ruht.

Liu Hua Yang: Das Buch von Bewusstsein und Leben

Eins mit dem geheimnisvollen Nichts

 

 

Eckhart weiß sich in der Beschreibung und Erhebung des Seelenfünkleins nicht genug zu tun. Es ist ihm das Eine, das Einzig-Eine. Es ist nicht bloß rein-geistig, es wird ihm zur absoluten Geistigkeit. Er rückt es ganz nahe an Gott heran. Da ist kein Name mehr hoch genug, sein Wesen gebührend zu bezeichnen. Keine Kraft fähig, es auch nur annähernd zu ergründen. Nur Gott kommt da hinein, und auch er nicht als Einzelperson der Dreifaltigkeit, sondern insofern er die eine unergründliche Gottheit ist. Das Seelenfünklein oder, wie er an der Stelle sagt, der Seelengrund, ist dem Grunde Gottes gleich. Ja, er geht noch weiter. Der Seelenfunke ist wesenhaft eins mit der Gottheit, dem überwesenden Wesen, der stillen Wüste, dem geheimnisvollen „Nichts“.

Hieronymus Wilms OP über das „Seelenfünklein in der deutschen Mystik“

Doing Nothing – Retreat / Noch wenige Plätze frei / Herzliche Einladung

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Nichts Tun …

Zwei Tage ohne Ablenkungen, ohne Handy, Bücher, Small-Talk und Internet. Erforschen, wie es ist, die Zeit leer sein zu lassen, still zu werden und dem Leben gegenwärtig zu begegnen.

Wie es sein kann, keinen Plan zu haben, sich treiben zu lassen, mal hier mal dort zu sitzen, spazieren zu gehen, ohne Ziel, ohne Absicht, ohne Leistungsdruck.

Und zu erfahren wie die neu gewonnene Langsamkeit Raum schafft, Gelassenheit schenkt,
Heilung bewirkt, Batterien auflädt und die kreativen Kräfte erneuert.

 

Inhalte des Seminars:

– Grundlegende Einführung in die Natur des reinen Nichts Tuns.
– Einzelgespräche jeweils am Anfang und am Ende des Seminars
– Sharing – sich mit anderen in der Gruppe auszutauschen
– Gemeinsame Mahlzeiten
– Schweigen

Seminarbeginn: Donnerstag, 16. Januar 2020 um 17 h / Ende: Sonntag, 19. Januar 2020 um 14 h
Kosten: 320,- für geringe Einkommen 290, – all inclusive

Anmeldung:
weissefeder@netcologne.de
Tel : 0049 (0) 221 2406997

 

Noch wenige Plätze frei…

Mehr Informationen auch hier: http://doingnothing.de/klausuren/

 

 

Jeder Tag ein heiliges Geschenk

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Mögest du des Mysterium des Hierseins gewahr werden und eintreten in die stille Unermesslichkeit deiner eigenen Gegenwart.

Mögest du Glück und Freude finden im Tempel deiner Sinne.

Möge es dir, wenn neue Grenzen locken, nie an Ermutigung fehlen.

Mögest du dem Ruf deiner Gabe Gehör schenken und den Mut finden, ihrem Weg zu folgen.

Möge die Flamme des Zorns dich von jeglicher Falschheit befreien.

Möge Wärme des Herzens deine Gegenwart hell auflodern lassen, und möge dich die Angst niemals belangen.

Möge deine äußere Würde ein Spiegel sein der inneren Würde deiner Seele.

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die keine Aufmerksamkeit heischen.

Mögest du Trost finden in der geheimen Symmetrie deiner Seele.

Mögest du jeden neuen Tag als ein heiliges Geschenk erleben, gewoben um das Herz des Wunders.

 

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit. München 1999, S.133