Wahrheit und Schönheit

Simone Weil (1909 – 1943) / Foto: Archiv

Ein neuer Typus der Heiligkeit, das ist wie der Ausbruch eines innersten Quells, das ist eine Erfindung. Es ist beinahe so etwas wie eine neue Offenbarung des Weltalls und der menschlichen Bestimmung. Es ist die Freilegung eines weiten Bereiches von Wahrheit und Schönheit, der bis dahin unter einer dicken Staubschicht verborgen war. Hierzu bedarf es eines größeren Genies, als Archimedes es brauchte, um die Mechanik und die Physik zu erfinden. Eine neue Heiligkeit ist eine sehr viel wunderbarere Erfindung.

Simone Weil, Brief an Pater Perrin, 26.5.1942

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: BUCH DER FREUNDE XXV  https://nootheater.de/menu.html

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Zum Land des Lichtes hingezogen

Es war in dem Augenblick – in dem meine Augen zum ersten Mal das heilige Land Tibet erblickten – als mir klar wurde, dass ich von nun an dem Weg der Weissen Wolken in das verzauberte Land meines Gurus folgen würde, um mehr von seiner Weisheit zu lernen und in dem Frieden und der Schönheit seiner Natur Inspiration zu finden. Ich wußte, dass ich  von nun an mich stets zu diesem Land des Lichtes und der Farben hingezogen fühlen und mein Leben der Erforschung seiner geistigen Schätze gewidmet sein würde.

L. A. Govinda, Der Weg der weissen Wolken, Aquamarin Verlag GmbH, 2020

Der vollständige Beitrag von Lama Anagarika Govinda kann hier gelesen werden:

Magische Blätter. CIII. Jahrgang, Herbst 2022
Heft 32 | September 2022 | Thema: Naturphilosophie

Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

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Ich entbrannte in deinem Frieden

Augustinus in der Lateranbasilika / wikimedia ~ gemeinfrei

Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt! Und siehe, du watest im Innern, und ich war draußen und suchte dich dort; und ich, mißgestaltet, verlor mich leidenschaftlich in die schönen Gestalten, welche du geschaffen. Mit mir warst du und ich war nicht mit dir. Die Außenwelt hielt mich lange von dir fern, und wenn diese nicht in dir gewesen wäre, so wäre sie überhaupt nicht gewesen. Du riefest und schriest und brachst meine Taubheit. Du schillertest, glänztest und schlugst meine Blindheit in die Flucht. Du wehtest und ich schöpfte Atem und atme zu dir auf. Ich kostete dich und hungre und dürste. Du berührtest mich und ich entbrannte in deinem Frieden.

Aurelius Augustinus (354 – 430) in: Bekenntnisse. Buch 10, Kapitel 27

Ähnlich- und Einswerden mit Gott

Dionysius Areopagita (Darstellung frühes 11. Jh.) / wikimedia, gemeinfrei

So ist das mögliche Ähnlich- und Einswerden mit Gott also der Zweck der Hierarchie, und hierbei ist Gott selbst ihr unmittelbarer Lehrmeister; in jedem heiligen Wissen und Wirken unverwandt blickt sie zu Seiner göttlichsten Schönheit empor, immer gibt sie möglichst nur Sein Wesen im Nachbild wieder, vervollkommnet sie ihre Geweihten zu lautersten, fleckenlosen Spiegeln, die den göttlichen Strahl in sich so aufnehmen, wie er aus der heiligsten Quelle des Lichtes kommt. Von solchem Glanz erfüllt und geheiligt, lassen ihn diese Spiegel dann freudig über die nächstfolgenden Ordnungen leuchten, wie es den urgöttlichen Satzungen entspricht. Es ist ja weder den Trägern der heiligen Weihegewalt, noch den Empfängern solcher Weihen gestattet, irgendetwas zu wirken, was nicht den heiligen Anordnungen des Urhebers ihrer eigenen Weihe entspräche. Sie dürfen in keinem Widerspruch zu Ihm stehen, wenn sie Seinen vergöttlichenden Glanz begehren, mit geziemender Reinheit auf Ihn blicken, und dem Range gemäß, den jeder geheiligten Geister einnimmt, nach ihm sich umgestalten.

Theosophie (2) «Das Wesen der Hierarchie» von Dionysios Areopagita (6. Jh.). Hier: Der Zweck der Hierarchie

Weitere Zitate aus dem Text von Dionysios Areopagita finden sich in dem vollständigen Beitrag, der hier nachzulesen ist:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juli 2022, Heft 7 / Thema: MATERIALIEN ZUM FILM

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Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Licht: Vollkommenheit und Schönheit

Foto: (c) wak

Von allen Körpern
ist das physische Licht
der allerbeste,
der allerköstlichste,
der allerschönste;
es ist das Licht,
welches die Vollkommenheit
und die Schönheit
der körperlichen Formen ausmacht.

Robert Grosseteste (1170 – 1253) in seinem Traktat „Über das Licht“

Entziehe mir nicht Deine göttliche Schönheit

Persische Miniatur / wikimedia ~ gemeinfrei

O Herr, wenn ich Dich
aus Angst vor der Hölle liebe,
verbrenne mich dort,
und wenn ich Dich
in der Hoffnung auf das Paradies liebe,
schließe mich dort aus,
doch wenn ich Dich
aus Liebe zu Dir selbst liebe,
entziehe mir nicht
Deine göttliche Schönheit.

Rabia von Basra (ca. 715 – 801)

Schönheit von Himmel und Erde

Foto: (c) wak

Meditation ist keine Flucht aus der Welt. Es ist kein isolierendes, sich abkapselndes Tun, sondern vielmehr die Einsicht in die Welt und wie es auf ihr zugeht. Die Welt hat wenig zu bieten, abgesehen von Nahrung, Kleidung, Obdach und Vergnügen mit seinem grossen Kummer.

Meditation heisst wegwandern von dieser Welt; man muss ein totaler Aussenseiter sein. Dann hat die Welt eine Bedeutung, und die Schönheit von Himmel und Erde ist dauerhaft. Dann ist Liebe nicht Vergnügen. Von dort geht jedes Handeln aus, das nicht Ergebnis von Spannung, Widerspruch, Streben nach Selbstverwirklichung oder Machtdünkel ist

Jiddu Krishnamurti (1895-1986) in „Meditationen“. Zürich 1989

Sehnsucht nach Schönheit

Die Sehnsucht nach der Schönheit, nach der Klarheit, Symmetrie und kompositorischen Ausgeglichenheit der Bilder ist möglicherweise Gegenentwurf und Ausdruck einer Wunde, die gerissen wird von einer Welt, die hinfällig und aus den Fugen ist, die taumelnd ihrem Verschwinden entgegenstürzt, wie die einzig wirklichen Helden – die einzigen, denen wir glauben können –, die trunken, ratlos, von Verzweiflung getrieben lebenslang auf Wegen ziehen, die nirgendwo hin führen als zum Ausgangspunkt, zum Urgrund, zu jenem Schweigen, jenem Dunkel, aus dem alle Wege kommen und zu dem sie alle führen.

„Der letzte Tanz“ von Fred Kelemen (*1964). In dem Beitrag berichtet Kelemen von seiner Zusammenarbeit als Kameramann mit dem ungarischen Regisseur Béla Tarr (*1955)

Der vollständige Beitrag Kelemens ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH IX
CIII. Jahrgang, April 2022, Heft 4 / Thema: Film

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Umwandeln und heilen

Paul Ranson: Christus und Buddha / Foto: (c) wak

Wenn die Achtsamkeit
etwas Schönes berührt,
offenbart sie dessen Schönheit.

Wenn sie
etwas Schmerzvolles berührt,
wandelt sie es um
und heilt es.

Thich Nhat Hanh (1926 – 2022)

Im Dunklen ist die Schönheit verborgen

Foto: (c) wak

… (es) ist interessant, daß die Mayas angeblich die Bücher ihrer heiligen Schriften im Dunklen aufbewahrten und vortrugen. Es waren für die Dunkelheit geschriebene Texte, die nur dort im Dunklen bei Dämmerlicht von den Priestern gelesen wurden. Nur einmal im Jahr wurden sie während eines Rituals ans Tageslicht gebracht. Womit gewissermaßen öffentlich ihre Existenz bezeugt wurde. Dann verschwanden sie wieder in der Dunkelheit im Innern von Pyramiden oder anderen sakralen Räumen.

Der Blick ins Dunkle ist lohnenswert, denn dort ist die Schönheit verborgen. Doch der Blick ins Dunkle erfordert Zeit und Geduld und Vertrauen und Mut. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben und zu sehen beginnen. Der hastige, ungeduldige,  flüchtige Blick in die Dunkelheit lässt die Augen nichts weiter sehen als Dunkelheit.

Die Schönheit offenbart sich nur dem, der bereit ist, sich auf den Weg zu ihr zu begeben. Da wir aber in einer Zeit des flüchtigen Blickes leben, bleibt diese Schönheit verborgen.

Und soweit die Künste, und vor allem der Film, als kapitalistische Unterhaltungsindustrie betrieben werden, sind sie nicht in der Lage, diesen wahrhaft sehenden, erkennenden Blick zu kultivieren. Deshalb stößt ein jeder auf Widerstand, der diesen Blick wagt.

Fred Kelemen (*1964) in seinem Beitrag „Die Schönheit harrt im Dunkeln“

Der vollständige Beitrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

Januar 2022: Sakralkunst

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