Kein Unterschied

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Zwischen dem gestaltlosen Urprinzip, der überpersönlichen Gottheit und dem persönlichen Gott ist kein Unterschied. Denkt man sich das allerhöchste Wesen untätig, dann wird es die Gottheit oder das Absolute genannt. Das gleiche Wesen tätig – erschaffend, erhaltend und zerstörend – ist Gott als persönliches Wesen.

Ramakrishna (1836 – 1886)

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Ihr Schmerz und unser Schmerz unterscheiden sich nicht

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Nur in dem Maß, in dem wir unseren persönlichen Schmerz erkennen, nur in dem Maß, in dem wir mit allen Aspekten des Schmerzes vertraut sind, können wir furchtlos genug, mutig genug und Krieger genug sein, um es mit dem Schmerz der anderen aufzunehmen. Das gelingt uns deshalb, weil wir erkannt haben, dass sich ihr Schmerz und unser eigener Schmerz nicht unterscheiden.

Pema Chödrön (* 1936) in: Beginne, wo du bist. Eine Anleitung zum mitfühlenden Leben. Braunschweig 1997, S. 15

Bei Eckhart, Seuse und Tauler in die Lehre gegangen – Theologia Deutsch

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Die Theologia Deutsch ist wie ein Becken, in das sich die Flüsse und Flüsslein deutscher Mystik ergossen haben. Hält man die Schriften der drei großen Mystiker zusammen, dann wird man gewahr, dass sie eine Einheit ausmachen. Von Seuse ist uns seine geistige Biographie erhalten. Sie ist ganz persönlich; aber dahinter verbirgt sich Anderes. Sie zeigt nämlich unzweideutig, … dass darin Schritt für Schritt der Erkenntnisweg zur christlichen Einweihung geschildert ist. — Seuse gibt den Weg, Eckhart die Schau. Darum wird er der Meister geheissen. Er hat zum Rüstzeug die feinsten Distinktionen der Scholastik. — In Taulers Predigten wandeln sich die Erlebnisse, empfangen durch die Einweihung in sittliche Forderungen. Seuse und Tauler sind Eckharts Schüler; der Verfasser der Theologia ist bei allen Dreien in die Lehre gegangen, am meisten bei Tauler, der mit Namen genannt ist

Ein Buch. Eine Vorrede und eine Einleitung dazu. Werner Witzemann

Gefunden habe ich diesen Beitrag zur Theologia Deutsch hier: https://www.anthroposophie.ch

Wahre Gemeinschaft aller Wesen

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Die Barmherzigkeit des Westens war die soziale Revolution, die Barmherzigkeit des Ostens war die individuelle Einsicht in das grundlegende Selbst bzw. die Leere. Wir brauchen beides. Sie sind beide in den traditionellen drei Aspekten des Dharma-Pfades enthalten: Weisheit ( prajna ), Meditation ( dhyana ) und Moral ( sila ). Weisheit ist intuitives Wissen über den Geist der Liebe und Klarheit, der hinter den vom Ego getriebenen Ängsten und Aggressionen liegt. Meditation bedeutet, in den Geist zu gehen, um dies selbst zu sehen – immer und immer wieder, bis es der Geist wird, in dem man lebt. Moral bedeutet, dies in der Art und Weise, wie man lebt, durch persönliches Beispiel und verantwortungsbewusstes Handeln wieder zum Vorschein zu bringen, letztlich in Richtung der wahren Gemeinschaft ( Sangha ) „aller Wesen“.

Gary Snyder (* 1930)

Wir sind alle eins

Ruysbroeck-Skulptur in Bruxelles / Foto: (c) wak

Das Bild Gottes ist in allen Menschen wesentlich und persönlich vorhanden. Jeder besitzt es ganz, vollständig und ungeteilt, und alle zusammen besitzen doch nur ein Bild. Auf diese Weise sind wir alle eins, innig vereint in unserem ewigen Bilde, welches das Bild Gottes und der Quell all unseres Lebens in uns ist.

Jan van Ruysbroek (1293 – 1381)

Geist und Herz

Indischer Lotos / Foto: (c) wak

Wenn deine Meditation nur eine persönliche Angelegenheit ist, etwas, woran du persönlich Freude hast, dann ist es keine Meditation. Meditation schließt einen vollkommenen, radikalen Wandel von Geist und Herz ein.

Jiddu Krishnamurti (1897 – 1986)

Teilhard de Chardin: Die Tiefe in uns berühren

Screenhot https://cynthiabourgeault.org/biography/

Die großartige Erkenntnis Teilhards lautet, dass das Unpersonale „wesentlich unliebenswert“ ist. Erst wenn uns der evolutionäre Impuls in einem Gesicht, in einem Herzen begegnet, berührt er auch diese Tiefe in uns und führt uns entlang eines evolutionären Weges, der nur von der Liebe navigiert werden kann. Die Liebe ist die richtungsweisende Energie der Evolution und führt zum Bewusstsein, dessen Höhepunkt nichts anderes ist als die vollständige Entpuppung der Liebe. Der wesentliche Modus der Liebe ist persönlich, und wenn wir versuchen, das Persönliche einzustellen, kommen die Räder der Evolution knirschend zum Stillstand.

Cynthia Bourgeault: „Gott ist eine Person!“ Enstatische Personifizierung gemäß der Evolutionsanschauung von Teilhard de Chardin

Der vollständige und umfangreiche Beitrag von Cynthia Bourgeault ist hier zu lesen.

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Mai 2022, Heft 5 / Thema: VON JACOB BÖHME ÜBER DIE ROMANTIK ZUM BÖHME-BUND

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Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Böhme sieht und lebt kosmisch…

Böhme sieht und lebt kosmisch –
auch das Persönlich-Menschliche.
Das religiöse Interesse
umgreift nicht mehr nur
Seele und Menschheit,
umgreift das All
und bettet das Persönliche
und Menschliche darin ein.

Paul Hankamer 1925 in seiner Einführung in das Jacob-Böhme-LesebuchNeu herausgegeben 2021 von Ronald Steckel

DAS JACOB BÖHME LESEBUCH

Buch mit Bildern, 420 Seiten

ISBN-Nr. 978-3-948594-09-1

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Das heilige Erlebnis vor dem Zerreden des Mysteriums schützen

Das mystische Erleben der „anderen Wirklichkeit“ tut sich in Tausenden von Werken religiöser Literatur, der Dichtung und der bildenden Kunst kund. Allein das Zeugnis dieser stupenden Schaffenskraft sollte uns von der Wirklichkeit und Bedeutung des zugrunde liegenden Erlebens überzeugen. Dieses ist „mystisch“, nicht weil es dunkel und verschwommen ist, sondern weil es direkt, unvermittelt, spontan – und darum nicht dem urteilenden Intellekt zugänglich ist. Der Myste des Altertums (ebenso wie der des alten Tibet) war nicht ein Schwärmer, sondern ein Eingeweihter, ein Wissender, ein durch Erfahrungen und Prüfungen Gegangener, einer, dessen Lippen verschlossen waren, nicht um ein Geheimnis zu hüten, sondern um das heilige Erlebnis vor der Profanisierung zu schützen, vor der intellektuellen Neugierde, vor dem Zerreden des Mysteriums. Denn nur durch Kontemplation, Meditation und Selbsthingabe kann dieses Wissen erworben werden. In dem Maße aber, in dem die Selbsthingabe verwirklicht wird, wächst dieses Wissen über die Grenzen des Persönlichkeitscharakters und der individuellen Beschränkungen und die sie bedingenden psychologischen Fakten hinaus. Da nach buddhistischer Auffassung – insbesondere nach der der Vijnanavadins – unser Tiefenbewusstsein das Reservoir universeller Erfahrung ist, so wie unser individuelles Gedächtnis das Behältnis unserer persönlichen Erfahrung – so ergibt sich die Möglichkeit, im Zustande der Versenkung oder Verinnerlichung, d. h. nach Ausschaltung des intellektuellen, nach außen gerichteten Oberflächenbewusstseins, Wissensinhalte zutage zu fördern, die weder in diesem individuellen Leben erworben noch durch „persönliche“ Erfahrungen oder Charaktereigenschaften bedingt sind. Die Aussagen der modernen Tiefenpsychologie, die dem „Unbewussten“, d.h. dem Tiefenbewusstsein, die gleichen Eigenschaften zuerkennt wie der Buddhist dem „Schatzkammerbewusstsein“ (alaya-vijnana), sind ein weiterer Beleg für die Berechtigung dieser Anschauung.

Anagarika Govinda (1898 – 1985) auf die Frage „Gibt es ein mystisches Erleben der ‚anderen Wirklichkeit‘? Wie verhält es sich mit der meditativen Erfahrung? Kann die Versenkung des Menschen in sein eigenes Selbst mehr zutage fördern als die sein Wesen und seinen Charakter bestimmenden psychologischen Fakten? In: die antwort der religionen. eine umfrage mit 31 fragen von Gerhard Szczesny bei „glaubensfachleuten“ der großen bekenntnisgemeinschaften. München 1964 / Reinbek bei Hamburg 1971, S. 74

Das Bild „Mandala (Der heilige Kreis)“ erschien hier: Lama Anagarika Govinda – Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein, 178 f., Aurum-Verlag, Breisgau, 1977. Jetzt aktuell nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Juni 2020, Heft 5, S. 162 https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter