Im Grund des Herzens Gott sprechen hören

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In der mystischen Theologie ist allerdings die vorzügliche Übung:
mit Gott zu sprechen,
und Gott im Grunde des Herzens sprechen zu hören;
und weil dies Gespräch durch sehr geheime Sehnsucht und Einflößungen geschieht,
nenne wir es ein stilles Zwiegespräch.

Die Augen sprechen zu den Augen
und das Herz zum Herzen;
und niemand versteht was gesprochen wird,
außer die Liebenden,
die zu einander sprechen.

Franz von Sales (1567-1622) In: Theotimus oder von der Liebe Gottes (S. 540-542)

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Der Schatz den ich fand…

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Der Schatz den ich fand,
kann nicht mit Worten beschrieben werden.
Der Geist kann ihn nicht fassen.
Mein Geist fiel wie ein Hagelkorn in die riesige Weite des Bewusstseins.
Als ich einen Tropfen davon berührte,
schmolz ich hinweg und wurde eins mit dem Absoluten.
Und selbst nun, da ich zum menschlichen Bewusstsein zurückkehre,
sehe ich nichts, höre ich nichts, das nicht göttlich ist.
Ich weiss, dass nichts von mir verschieden ist.

Shankaracharya / Adi Shankara (788-820)

Gefunden habe ich dieses Zitat hier:
https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Uns des unendlichen Raums bewusst bleiben

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Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)

Sich entschieden

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Ich habe mich außer für das Engagement, den möglichen Kampf eingeschlossen, dafür entschieden, zu schlafen, zu essen, menschliche Gespräche zu führen, Musik zu hören und so weiter. Ich denke nicht, dass der Welt geholfen wäre, fiele ihr Schicksal ganz in die Hände von Unausgeschlafenen, Hungerschwachen, Glücklosen.

Walter Dirks (1901 – 1991)

Gottes Gegenwart in allen Dingen suchen

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Man soll sich also darin üben, Gottes Gegenwart in allen Dingen zu suchen, im Gehen, Sehen, Schmecken, Hören, Denken, überhaupt in allem, was man tut.
Ist doch Gottes Sein in allen Dingen, durch Gegenwart, Wirken und Wesen.

Ignatius von Loyola (1491 – 1555)

 

Allen Geschöpfen untertan

Gedenktafel im Kloster Helfta an die vier großen Mystikerinnen  Foto: © wak

 

Komm, meine Liebe, singe!
Lass mich hören,
wie du dein Lied singst
zur Freude und Erbauung,
denn ich, dein Schöpfer,
bin in Wahrheit allen Geschöpfen untertan.

Mechthild von Magdeburg (um 1207 – 1282)