Allen Geschöpfen untertan

Gedenktafel im Kloster Helfta an die vier großen Mystikerinnen  Foto: © wak

 

Komm, meine Liebe, singe!
Lass mich hören,
wie du dein Lied singst
zur Freude und Erbauung,
denn ich, dein Schöpfer,
bin in Wahrheit allen Geschöpfen untertan.

Mechthild von Magdeburg (um 1207 – 1282)

Advertisements

Den Sinn herausfinden

Meine Hütte liegt mitten in einem dichten Wald;
Jedes Jahr wächst der Efeu höher,
Keine Neuigkeiten von den Angelegenheiten der Menschen,
Nur gelegentlich das Lied eines Holzfällers.
Die Sonne scheint, und ich flicke meine Robe;
Wenn der Mond hervorkommt,
lese ich buddhistische Gedichte.
Ich habe nichts zu berichten, meine Freunde.
Wenn ihr den Sinn herausfinden wollt,
dann hört auf hinter so vielen Dingen herzujagen.

Daigu Ryôkan (1758-1831)

Gefunden habe ich diesen Text hier:
https://satyamnitya.wordpress.com/2016/05/28/ryokan-jedes-jahr-waechst-der-efeu-hoeher

Singe ein Lied, das noch keiner gesungen

Singe ein Lied, das noch keiner gesungen;
Denke so, wie noch keiner gedacht.
Strebe nach Gipfeln, die keiner bezwungen;
Weine um Gott bei Tag und bei Nacht.

Lieb alle Menschen wie niemand zuvor,
Bestehe mutig den Kampf des Lebens.
Schenk Frieden dem, der den Frieden verlor,
Und Hoffnung dem, der hoffte vergebens.

Paramanahansa Yogananda (1893 – 1952)