In Verbindung mit Gott sein

Foto: © wak

Alle Menschen sind Teil eines Bewusstseins; sie haben einen Ursprung und ein Ziel, obwohl der Geist in unterschiedlichen Körpern gefangen ist. In dem Augenblick, wo du mit dir selbst in Verbindung kommst, bist du in Verbindung mit Gott. Wenn irgendwo ein Königreich Gottes gefunden werden kann, dann nur im eigenen Selbst. Das äußere Leben ist nichts als der Schatten der inneren Wirklichkeit.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

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alkoholundspirit – Stand der Dinge 01/2018

Inzwischen sind Drogen als deus ex machina erschienen, um dem sich selbst bewussten kartesianischen Bewusstsein die Möglichkeit zu geben, sein Selbst-Bewusstsein noch weiter auszudehnen, indem es scheinbar aus sich herausgeht. Mit anderen Worten: Die Drogen haben dem sich selbst bewussten Selbst einen Ersatz für metaphysische und mystische Transzendenz des Selbst geliefert. Vielleicht auch einen Ersatz für Liebe? Ich weiß es nicht.

Thomas Merton in „Weisheit der Stille – Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“. Bern/München 1975, S. 33

Das Zitat ist jetzt hinzugefügt unter der Rubrik „Gebete, Mantren, Inspirationen“ auf der Seite alkoholundspirit.wordpress.com

https://alkoholundspirit.wordpress.com/0-1-stand-der-dinge/

 

Mittler zwischen Buddhismus und Christentum – Buchtipp III

Ursula Baatz

Hugo Makibi Enomiya-Lassalle
Mittler zwischen Buddhismus und Christentum

Topos Taschenbuch 1082

191 Seiten, kartoniert, 18 cm

1. Auflage Januar 2017

Topos plus Verlagsgemeinschaft, Kevelaer

ISBN / Code: 978-3-8367-1082-4

Knapp und kurz ist es in der Verlagsankündigung zu lesen: „Der Jesuit, Zen-Meister und Friedenskämpfer Hugo M. Enomiya-Lassalle (1898–1990) überlebte den Atombombenabwurf in Hiroshima und wurde zur wegweisenden Gestalt des Dialogs zwischen Buddhismus und Christentum. Ihm ist es zu verdanken, dass die Übungen des Zen heute auch das religiöse Leben vieler Christen bereichern. Das spannende Porträt eines Meisters, der die Menschen berührt und bewegt.“

Ich denke, da muss mehr gesagt sein. Noch gut erinnere ich, dass ich vor vielen Jahren Enomiya-Lassalle in Kevelaer in einem Kloster begegnet bin. Er ging, nein er schritt durch den Flur. In einer Soutane, die manche wohl als abgewetzt bezeichnen hätten. Doch um solche Äußerlichkeiten ging es ihm nie. Doch was wollte er?

Ursula Baatz liefert hier die Skizze eines eindrucksvollen Mannes am Exempel verschiedener Lebensstationen. Unter der Überschrift „Der Perlentaucher“ schreibt sie unter anderem: „Der Mut, auf der Suche nach Gott immer wieder den nächsten Schritt auf einen unbekannten Horizont hin zu tun, gehört zu den Grundzügen von Lassalles Leben. Das hat vielen Leuten Hoffnung gemacht…“ Und auch: „Für Lassalle war die Zen-Übung ein Beitrag zum Weltfrieden. Er hatte zwei Weltkriege und in Hiroshima die erste Atombombe überlebt und war Zeuge des Endes der europäischen Kolonialreiche und der ersten Ansätze einer globalen Gesellschaft. Ein weltweiter Friede setzt eine grundlegende Veränderung des menschlichen Bewusstseins voraus, ein neues Bewusstsein, das über das Denken in Gegensätzen und Egoismen hinauskommt. Er glaubte, dass die Meditationspraxis den Weg zu diesem neuen Bewusstsein öffnen könnte und dass die Menschheit am Vorabend eines Bewusstseinswandels stehe, der zu einer friedlicheren Welt führen könne.“

Die Zeit in Japan wird von ihr ebenso bearbeitet wie die Frage, was Erleuchtung ist. Vom Reisenden zwischen Ost und West ist ebenso die Rede wie von der offenen Weite am Horizont. Und sie verweist auch auf vielleicht unerwartete Inspirationen: „Das Thomasevangelium … unterstützte Lassalle in diesen Gedanken. Der Jesus des Thomasevangeliums spricht oft in Paradoxen, die von einem der alten Zen-Meister stammen könnten.“

Ursula Baatz, Redakteurin und langjährige Zen-Praktizierende bei Enomiya-Lassale, skizziert eindrucksvoll den spirituellen, kirchlichen und weltpolitischen Gang eines Jesuiten und Zen-Lehrers durch die Zeiten, der sehr um seinen Weg gerungen hat. Lohnend, diesem Weg mit der Lektüre zu folgen

© Werner Anahata Krebber

Ursprünglich unbegrenzt und vollkommen

Ramana Maharshi / Bildquelle: wikimedia, gemeinfrei

Der Geist ist Bewusstsein,
das sich Beschränkungen auferlegt hat.
Ursprünglich bist du
unbegrenzt und vollkommen.
Später schränkst du dich ein
und wirst der Geist.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Die Mitte des Selbst in Gott

Foto: © wak

Das Selbst ist nicht seine eigene Mitte und dreht sich nicht um sich selbst; es hat seine Mitte in Gott, der die alleinige Mitte von allen und von allem ist, der „überall und nirgends“ ist, in dem sich alle finden, von dem alle ausgehen. So ist gleich von Anfang an dieses Bewusstsein bereit, „dem anderen“, mit dem es sowieso schon „in Gott“ vereinigt ist, zu begegnen.

Thomas Merton (1915 – 1968) in: „Weisheit der Stille. Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“. Bern/München/Wien 1975, S. 32

Ziel der Meditation ist Erwachen

Vilayat Inayat Khan     Bildquelle: wikimedia

Man täuscht sich, wenn man eine gewisse Zeitspanne für die Meditation reserviert und danach in sein gewöhnliches Denken zurückkehrt. Das Ziel der Meditation ist Erwachen – die Programmierung hinter den Fakten zu sehen. Das verlangt von einem, seine Sichtweise von ihrer üblichen Form wegzubewegen. Erwachen beeinflusst unser Denken und Handeln im alltäglichen Leben.
Um zu meditieren muss man zuerst solche Gedanken verbannen, die sich auf die physische Welt beziehen…  Indem man seine Sinne verschließt, sperrt man die Eindrücke des Tages aus. Die Folge davon ist, dass das Bewusstsein, wenn es auf der einen Seite – der Außenseite – geblendet ist, sich nach innen wendet.

Vilayat Inayat Khan (1916 – 2004)

Gefunden habe ich diese Passage hier:

http://www.centrum-universel.com/KIT_D/158.htm

Tief in mich hineinblicken

Frans Hals: René Descartes  Quelle: wikimedia/gemeinfrei

Ich will jetzt meine Augen schließen, meine Ohren verstopfen und alle meine Sinne ablenken, auch die Bilder der körperlichen Dinge sämtlich aus meinem Bewusstsein tilgen, oder doch, da sich dies wohl kaum tun lässt, sie als eitel und falsch gleich nichts achten; ich will mich nur mit mir selbst unterreden, tiefer in mich hineinblicken und so versuchen, mich mir selbst nach und nach bekannter und vertrauter zu machen.

René Descartes (1596-1650)