Die Welt ist Gottes so voll…

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Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort. Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir oft gesucht haben.

Alfred Delp (1907 – 1945)

Tonglen – Einatmen, Ausatmen, Mitgefühl

 

Pyar schreibt zu Tonglen:

„Bevor du mit Tonglen beginnst verbinde dein Herz mit der Weite des Himmels. Aus diesem offenen Geist und Herzen heraus wendest du dich dem Leidhaften, Schmerzenden etc. in Dir oder den Menschen und Situationen um dich herum zu und nimmst in vollem Vertrauen auf die umwandelnde Kraft des Herzens mit dem Einatmen alles Dunkle, Schmerzhafte, Schwere und Leidvolle des Erlebens ins Herz. Mit dem Ausatmen gibst du alles Schöne, Liebevolle, Freundliche, Gute deines eigenen Erfahrens im Leben hinaus. Du lässt es in die Situation strahlen. Dabei ist es wichtig, immer zuerst mit dir selbst, mit deinen eigenen Gefühlen in genau dieser Situation zu beginnen. Von da aus kannst du dann das Mitgefühl auf alle Menschen und alle Situationen ausweiten.“

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Tonglen

Beziehungen zwischen Kunst und Mystik

(JACOB BÖHME – MORGENRÖTE IM AUFGANG, 1612, KAPITEL 22, 52-65)

Der 1920 in Görlitz gegründete Jakob-Böhme-Bund war eine Künstlerkooperation, die bewusst mystischem Erleben Ausdruck verleihen wollte, unabhängig von expressionistischen oder anderen zeitgenössischen Kunstbewegungen. Ziel des Bundes war es, die Beziehungen zwischen Kunst und Mystik zu finden und den lebendigen Geist des Visionärs und Metaphysikers Jacob Böhme (1575-1624) in die Zeit der 20er Jahre wirken zu lassen, um die Grundlagen einer Kunst zu schaffen, die Joseph Anton Schneiderfranken / Bô Yin Râ übergreifend als „Sakralkunst“ bezeichnet.

2020, hundert Jahre später, wird der neue Jacob Böhme Bund für die Dauer von vier Jahren neu gegründet.

Das Plakat zu 100 Jahre Jakob-Böhme-Bund  kann zum Preis von  5,00 € hier bestellt werden: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr zu Böhme-Bund, Jacob Böhme und Bô Yin Râ hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Jeden Augenblick völlig neu und frisch erleben

Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden. Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben. Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu sterben. Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens. Tod hingegen ist der Wunsch, an dem, was man hat, festzuhalten und sich von jeder Erfahrung bestätigen und auf die Schulter klopfen zu lassen, weil man alles so schön im Griff hat.

Pema Chödrön (*1936)

 

 

Zum Überirdischen und Ewigen eingegangen

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Mystik liegt überall da vor, wo ein Menschenwesen die Trennung zwischen irdisch und überirdisch, zeitlich und ewig als überwunden ansieht und sich selber, noch in dem Irdischen und Zeitlichen stehend, als zum Überirdischen und Ewigen eingegangen erlebt.

Albert Schweitzer (1875 – 1965)

Aus göttlichem Urgrund geboren

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Im Zen ist diese Einheit Identität, die schon existiert, bevor man etwas davon weiß, und daher nur zum Bewusstein gebracht werden muss.

Im christlichen Bereich, so bei Eckhart, geht es um die Einheit des Menschen mit Gott; sie kann daher niemals bis zu einer Identität vorangetrieben werden. Aber Eckhart treibt sie soweit voran, wie es gerade noch möglich ist, ohne dass eine Identität behauptet wird.

Fragen wir, wo diese Einheit zwischen Gott und Mensch vollzogen wird, so antwortet Eckhart: Sie vollzieht sich im Seelengrunde, indem der Seelengrund in den göttlichen Urgrund eingeht. So wie das ewige Ich, das noch, bevor Seele und Leib mit ihm verbunden wurden, aus dem göttlichen Urgrund geboren wurde, so muss auch der Geist des Menschen in diesen göttlichen Urgrund zurückkehren.

Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898 – 1990)

Einrichtung mit dem Telefon / Doing Nothing, Rilke und Mystik / 24. November 2019 – Herzliche Einladung

Mehr zu Doing Nothing, Rilke und Lyrik am 24. November:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/11/15/wir-muessen-unser-dasein-annehmen-doing-nothing-rilke-lyrik-und-mystik-24-november-ganz-herzliche-einladung/