Alchemistische Ganzheitsvorstellungen

Detail Titelkupfer zu „Aurora“

Jacob Böhme … repliziert im Schreiben einen alchemistischen Prozess am historischen Ende seiner Wissenschaftlichkeit und vergeistigt diesen als nunmehr seelischen Prozess. Das historische Ergebnis um 1600 fasst Jung plausibel zusammen: „An Paracelsus und Böhme hat sich die Alchemie gespalten in die Naturwissenschaft einerseits und die christlich-protestantische Mystik andererseits.“ Anhand der Mandala-Symbolik, Kernstück der von Jung referierten alchemistischen Ganzheitsvorstellungen, sei der Bezug auf Jacob Böhme zwingend. Wie kein anderer Mystiker, in der Tat, verwendet Böhme das Räder-Symbol, um beispielsweise das Ineinander der sieben Qualitäten mit sieben Rädern, die eine Kugel bilden, zu erklären, was in der Ikonographie der Böhme-Illustrationen zu den berühmten Titelkupfern führte, besonders das der Aurora.

Thomas Isermann: Die Rezeption Jacob Böhmes im 20. Jahrhundert

Der ganze Beitrag Isermanns, der näher auf diese Fragen eingeht, ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Fluchworte, Segensworte

Foto: (c) wak

Das Wort bannt und verflucht. Unter der Last des magischen Fluchworts schleppt sich der Mensch von Unglück zu Unglück, unter der Lichtkraft des Segenswortes wird sein Dasein beglückt und besonnt. Unsrer viellesenden, vielschreibenden, vielsprechenden Zeit ist die Magie des Worts abhanden gekommen.

… Manchmal will es scheinen, als seien wir, durchgegangen durch die Niederungen einer völlig entgotteten Welt, am ersten Anfang wieder des Wegs zu einer neuen Gläubigkeit, darin es dann auch ein­mal etwas wird geben müssen wie die Magie des Worts.

Otto Maag (1885 – 1960) in: Magie des Wortes

Der vollständige Text „Magie des Wortes“ kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Magie des Wortes

Foto: (c) wak

Dichten heißt verdichten, ballen,
den Lehmkloß formen
und ihm durch magischen Zauber
den göttlichen Atem einhauchen.

Die Magie aber auch dieses göttlichen Schaffens
– das spricht sich in allen Schöpfungssagen aus –
ist Magie des Worts.

Otto Maag (1885 – 1960) in: Magie des Wortes

Der vollständige Text „Magie des Wortes“ kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Der Ungrund ist ein ewig Nichts

© wak

 

Der Ungrund ist ein ewig Nichts und machet aber einen ewigen Anfang als eine Sucht; denn das Nichts ist eine Sucht nach Etwas: und da doch auch Nichts ist, das Etwas gebe; sondern die Sucht ist selber das Geben dessen, das doch auch nichts ist als bloß eine begehrende Sucht. Und das ist der ewige Verstand der Magiä, welche in sich machet, da nichts ist; sie machet aus Nichts Etwas und das nur in sich selber, und da doch dieselbe Sucht auch ein Nichts ist als nur bloß ein Wille. Er hat Nichts und ist auch nichts, das ihm etwas gebe, und hat auch keine Stätte, da er sich finde oder hinlege.

Zitat von Jacob Böhme in: Felix Voigt in: Beiträge zum Verständnis Jakob Böhmes. Vom Wesen seiner Persönlichkeit und seiner Gedankenwelt (2)

Der komplette Text ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

HEFT 2 | Februar 2021
TITELTHEMA: Jacob Böhme (2)

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Joseph Beuys: Magie | Mystik | Mythos

Eine subjektive Annäherung in fünf Teilen

– work in progress –

Joseph Beuys annähern will ich mich in einer kleinen Serie von fünf Teilen bis zum 12. Mai 2021, seinem 100. Geburtstag.  Kern meiner subjektiven Annäherungen werden vor allem drei Bereiche sein, die für mich sein Menschsein wie sein künstlerisches Gesamtwerk prägen: Magie, Mystik und Mythos. Seine und meine niederrheinische Herkunft werden die Brücke sein, vielleicht anders als gewohnt auf den Ausnahmekünstler zuzugehen. Auch wenn meine Anmerkungen absolut unvollständig und lückenhaft sind. Bald hier also mehr.  ~ Werner A. Krebber

 

I. Wer war Joseph Beuys – Ein Überblick / Januar 2021

II. Magie / Februar 2021

III. Mystik / März 2021

IV. Mythos / April 2021

V. Wer war Joseph Beuys – Rückblick und Ausblick / Mai 2021

 

 

Brücke zum Unsichtbaren

Foto: © wak

Worauf es mir in meiner Arbeit vor allem ankommt, ist die Idealität, die sich hinter der scheinbaren Realität befindet. Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist es einmal gesagt hat: „Willst du das Unsichtbare fassen, dringe, so tief du kannst, ein – in das Sichtbare.“ Es handelt sich für mich immer wieder darum, die Magie der Realität zu erfassen und diese Realität in Malerei zu übersetzen. – Das Unsichtbare sichtbar machen durch die Realität. – Das mag vielleicht paradox klingen – es ist aber wirklich die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet! Raum – Raum – und nochmals Raum – die unendliche Gottheit, die uns umgibt und in der wir selber sind. Dies suche ich zu gestalten durch Malerei.

Max Beckmann, 1938 in seinem Vortrag „Über meine Malerei“ in den Londoner New Burlington Galleries

Nachzulesen in „Magischen Blätter“, Juni 2020, S. 261 – 262

HEFT 5  |  Juni 2020: TITELTHEMA: DIE MALEREI DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

Mehr hier: verlagmagischeblaetter.eu

Feuer des Lichts: Doing Nothing-Sommerretreat 2020: 27. Juli – 2. August

Das diesjährige Sommerretreat findet vom 27. Juli bis 2. August in dem kleinen Trappistenkloster „Maria Zuflucht“ statt. Es liegt im Süden Hollands, etwa 3 Std. von Köln und 1 Std. vom Meer entfernt, inmitten von satten Wiesen, Kuhweiden und altem, urwüchsigem Baumbestand.
Im Rahmen einer 6 tägigen Woche der Stille, betten wir unser inneres dreitägiges Retreat ein, so dass wir dieses Mal etwas mehr Zeit haben anzukommen, zu integrieren und ausklingen zu lassen.

Von daher ist dies eine wundervolle Gelegenheit, die Stille und die Wärme des Nicht Tuns einmal wirklich umfassend einzuladen, damit sie uns nähren kann, transformieren und mit ihrer Magie verzaubern.

Das Essen im Kloster ist vegetarisch und seine Qualität ist lobenswert. Die Zimmer sind schön spartanisch, und auch das Kloster selbst erinnert an die schlichte, reduzierte japanische Kultur, da es im Geiste des Zen ausgerichtet ist. Deshalb hat es neben der Kirche auch einen Meditationsraum, welcher mit christlichen und zum Zen gehörenden Dingen eingerichtet ist, und jederzeit von allen besucht werden darf. Ferner befindet sich auf dem weitläufigen Natur-Gelände des Klosters eine kleine Waldkapelle, die sich für Gruppentreffen, als auch für stille, einsame Aufenthalte gut eignet. Die Kapelle ist der Mittelpunkt von acht sternförmig darauf zulaufenden Waldwegen, was wiederum auf die buddhistische Ausrichtung des Klosters hinweist. Die Atmosphäre dort ist wunderbar weich, klar und friedlich.

Leitung und Assistenz:
Rani Kaluza und Werner A. Krebber

Kosten: Das 6 tägige Retreat kostet 270,- plus eine freiwillige Spende für die Begleitung und Assistenz von Rani und Werner.

Webseite des Klosters:
https://www.abdijmariatoevlucht.nl/en
Allgemeine Infos über Rani, Doing Nothing Praxis und Retreats:
http://doingnothing.de
Über Werner A. Krebber:
https://mystikaktuell.wordpress.com

Anmeldung bitte bei Rani: kkaluza@netcologne.de
Bei Fragen auch gerne anrufen: 0049 (0) 221 2406997

WIR FREUEN UNS AUF EUCH!

Rani und Werner

Mehr auch hier: https://www.facebook.com/events/777252182766364/

Der Urgrund ist ein ewig Nichts

Foto: © wak

Der Urgrund ist ein ewig Nichts, und machet aber einen ewigen Anfang, als eine Sucht; denn das Nichts ist eine Sucht nach etwas: und da doch auch nichts ist, das etwas gebe; sondern die Sucht ist selber das Geben dessen, das doch auch nichts ist als bloß eine begehrende Sucht. Und das ist der ewige Verstand der Magiae, welche in sich machet, da nichts ist; sie machet aus nichts etwas, und das nur in sich selber, und da doch dieselbe Sucht auch ein Nichts ist, als nur bloß ein Wille. Er hat nichts, und ist auch nichts, das ihm etwas gebe, und hat auch keine Stätte, da er sich finde oder hinlege.

Jacob Böhme (1575 – 1624)

Engel über Europa – Rilke als Gottsucher – Film- und Buchtipp – IV / 2019

Rüdiger Sünner

Engel über Europa

Rilke als Gottsucher

DVD – Best. Nr.: 4064
ISBN: 978-3-8488-4064-9
EAN: 978-3-8488-4064-9

https://absolutmedien.de/film/4064/ENGEL+UeBER+EUROPA+-+Rilke+als+Gottsucher

Rainer Maria Rilke (1875-1926) war Zeit ein spirituell Suchender, der jedoch ganz eigene Wege ging. Auf Reisen durch Spanien, Italien, Nordafrika, Ägypten und Russland ließ sich Rilke auch auf die spirituellen Formen anderer Kulturen ein: auf das mystisch-orthodoxe Russlands, den Islam, das Alte Testament, aber auch auf die Mythenwelt des alten Ägypten oder der griechischen Antike. Er übernahm von dort nichts, was nicht durch seine inneren Erfahrungen gelaufen war und in seinem Sprachkosmos zu neuem poetischen Ausdruck verwandelt werden konnte.

Auf seiner spirituellen Suche pflegte Rilke zahlreiche Kontakte mit Esoterikern, Anthroposophen und scheute auch nicht die Teilnahme an spiritistischen Séancen, wie es um 1900 Mode war. Vor allem München bot vor dem Ersten Weltkrieg viele diesbezügliche Anregungen: Rilke lebte in unmittelbarer Nähe zu Sinnsuchern wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Stefan George, Alfred Schuler und Rudolf Steiner, die alle Ausschau nach einer Alternative zu christlichen Glaubensformen hielten.

Rilke war kein naiv Glaubender. Lebenslang blieb er ein Ringender, der jedoch zutiefst vom letztlich Geheimnisvollen und Wunderbaren allen Lebens überzeugt war.

Auf diese Suche Rilkes nimmt Rüdiger Sünner Betrachter und Leser von Film und Buch mit und lässt die Stationen plastisch werden, die ihn auf seinem Weg prägten.

 

Der Inhalt des Films:

1 Das Lauschen meines Vaters
2 Dome und Kirchen
3 Der junge Rilke
4 Nennt ihr das Seele?
5 Russland
6 Okkultes München
7 Die Magie der Dinge
8 Das Zauberschloss
9 Die Unbekannte
10 Spirituelle Reisen
11 Der Schlacht-Gott
12 Die azurne Glocke
13 Die Dinge von Soglio
14 Muzot
15 Wera
16 Orpheus
17 Preise dem Engel die Welt
18 Bad Ragaz
19 Todesengel
20 Schüler des Todes

 

Das Buch zum Film ist im Europa-Verlag erhältlich:

 Rüdiger Sünner

Engel über Europa: Rilke als Gottsucher

240 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit ca. 40 Abbildungen
17,90 € (D) / 18,40 € (A)
ISBN 978-3-95890-172-8

https://www.europa-verlag.com/Buecher/6506/EngelberEuropa.html

Tanz: Brücke zwischen Himmel und Erde

Foto: © wak

Die Magie des heiligen oder sakralen Tanzes baut eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Wenn man sie sich in einem Flammenkreis vorstellt, versinnbildlicht sie das Dasein, das, wenn aufgehoben, im Leben mündet.
So führt zum Beispiel der Tanz der Derwische in kreisartiger Bewegung von der Peripherie zum Zentrum, also zum Wesen des spirituellen Daseins, in einem Wort: zur Brücke.
Der Tanz überträgt auf seine Weise die geheimnisvollen Werte der Religionen, weshalb man behauptete, er sei göttlichen Ursprungs. Er ist die Sprache des Unbewussten und drückt Werte aus die sich im tiefsten Grunde des Wesens verbergen.
Durch den Tanz offenbart sich die Poesie des Rhythmus, denn die Poesie ist eine Gabe des Lebens. Kriegerisch, kraftvoll, erotisch, mystisch versucht der Tanz auszudrücken, dass Energien auf allen Ebenen des Universums schwingen. Er übermittelt eine Boschaft, die erhebt, weil sie Botschaft der Harmonie ist.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)