Einen Platz finden…

Foto: © wak

Zumindest einen Raum oder eine Ecke solltest Du für Dich haben, wo dich niemand findet, niemand stört, niemand beachtet. Dort solltest Du die Freiheit haben, dich von der Welt zu lösen und dich loszulassen, indem du alle feinen Saiten und Fasern der Spannung löst, die dein Schauen, dein Hören, dein Denken in der Gegenwart anderer Menschen bindet. Hast du einen solchen Platz gefunden, sei zufrieden damit und sei nicht verwirrt, wenn dich ein guter Grund davon wegruft. Liebe ihn und kehre zu ihm zurück, sobald du kannst.

Thomas Merton (1915 – 1968) in: Zeiten der Stille. Freiburg 1992, S. 27

Die ganze Idee des Mitgefühls…

Foto: Archiv

Die ganze Idee des Mitgefühls
beruht auf dem klaren Bewusstsein
der wechselseitigen Abhängigkeit aller Lebewesen,
die alle Teil voneinander sind
und in Beziehung miteinander stehen.

Thomas Merton (1915 – 1968) in seiner letzten Rede –
zwei Stunden vor seinem Tod, 1968

 

P.S. Merton war Novizenmeister von Ernesto Cardenal, der jetzt im Alter von 95 Jahren gestorben ist.

Neue Seite weist auf Mystik-Sonntage hin

Unter der Rubrik „Seiten“ findet sich jetzt bei „Mystik aktuell“ ein Hinweis auf die monatlich stattfindenden Mystik-Sonntage Köln.

https://mystikaktuell.wordpress.com/mystik-sonntage-koeln/

 

Die thematische Bandbreite zeigt nachfolgende Auflistung seit Mai 2018:

 

Mit dem Absoluten Eins werden   – Texte aus Tradtion und Gegenwart christlicher Mystik

Meister Eckhart: Leben – Wirkung – Aktualität

Die Wolke des Nichtwissens

Thomas Merton: Mönch – Poet – Rebell

Katharer – Glaube im Widerspruch

Johannes Tauler – Seine Sprache ist wie ein Bergquell

Doing Nothing – Praxistag

Dzogchen – Weg zur Selbstbefreiung

Wu Wei – Nicht handeln und den Geschehnissen ihren Lauf lassen

Weisheiten aus der Wüste – Unsere spirituellen Wurzeln neu entdecken

Ramana Maharshi – Wer bin ich?

Das Thomas-Evangelium

Simone Weil: Mystikerin – Philosophin – Rebellin

Beginen: Mystische Autonomie und radikale Liebe

Sufis – Mystiker des Islam

Rilke – Lyrik und Mystik

Engel und Mystik (16. Februar 2020)

 

In Vorbereitung:

 

Teresa von Avila (8. März 2020)

 

In Licht verwandelt

Foto: © wak

Die ihrer eigenen Natur überlassene Menschenseele ist wie ein in Potenz leuchtender Kristall in der Dunkelheit. Als Natur ist er vollkommen. Doch fehlt ihm etwas, das er nur von außen, von oben her, empfangen kann. Bestrahlt ihn nun das Licht, so wird er gewissermaßen in Licht verwandelt, seine Natur geht auf im Glanz einer höheren Natur, der des Lichtes, das in ihm ist.

Thomas Merton (1915 – 1968) in „Der Berg der sieben Stufen“

Abgeschiedenheit und inneres Schweigen

Foto: © wak

Es hat keinen Sinn, über Gott und die Liebe zu sprechen, wenn Menschen nicht in der Lage sind, zu hören.
Die Ohren, mit denen jemand die Botschaft des Evangeliums hört, sind im menschlichen Herzen verborgen. Diese Ohren hören nichts, solange ihnen keine Abgeschiedenheit und kein inneres Schweigen zuteil werden.

Thomas Merton (1915 – 1968) in „Thoughts in Solitude“

Ein Tor in unserer Wesensmitte…

Foto: © wak

 

„O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes“ (Römer 11,33)

Ein Tor in unserer Wesensmitte tut sich auf und wir scheinen durch dieses Tor in unermessliche Tiefen zu fallen, die zwar grenzenlos, aber dennoch uns ganz zugänglich sind. In dieser einen stillen und atemlosen Berührung scheint die ganze Ewigkeit unser geworden zu sein.

Gott berührt uns und diese Berührung ist Leere und macht uns ganz leer. Er bewegt uns mit einer Einfachheit, die uns einfach macht. Alle Vielfalt, alle Kompliziertheit, alles Paradoxe, alle Vielzahl hören auf. Unser Geist schwebt in der Luft eines Verstehens, einer Wirklichkeit, die dunkel und heiter ist und in sich alles enthält.

Thomas Merton (1915 – 1968)