Reise in diese Welt

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Das für unsere Kultur relevante Symbol der Einheit von Gottesliebe und Solidarität ist Christus. Leben wie Christus gelebt hat, „gesinnt sein wie er war“ (Phil 2, 5) bedeutet die konsequente Weigerung, die Gottheit „Fatum“, die uns einredet, „so ist es eben, so war es immer“, an irgendwelchen Stellen des Lebens weiter anzubeten. Es bedeutet die Hinreise zur Entäußerung und Hingabe des Ich und die Rückreise mitten in diese Welt. Es bedeutet sterben lernen und auferstehen. Statt auferstehen können wir auch sagen: die Rückreise aus einer Art Tod in das Leben antreten.

Dorothee Sölle (1929 – 2003) in: Die Hinreise, Stuttgart 1975

Die Welt ist das große Mysterium

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Also, mein liebes Gemüte,
forsche nach dem Baum des christlichen Glaubens recht.
Er stehet nicht in dieser Welt.
Wohl muss er in dir sein,
aber du musst mit dem Baume mit Christus in Gott sein,
also dass dir diese Welt nur anhange,
wie denn sie Christus auch nur anhing.
Doch nicht also zu verstehen,
dass diese Welt vor Gott
nichts taugte oder nicht nütze wäre.
Sie ist das große Mysterium.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

O magnum mysterium…

Mehr zu dem 1994 entstandenen Werk „O magnum mysterium“ von Morten Lauridsen hier: https://www.interkultur.com/de/newsroom/wettbewerbe-festivals/details/news/morten-lauridsen-o-magnum-mysterium/

Die Stille ist der Wegweiser

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Wir suchen Gott fast immer auf eine intellektuelle Weise. Wir wollen ihn verstehen und wissen, wer er ist und wo er ist. So kann man Gott nicht finden. Gott ist in unseren Herzen. Nur die Stille mit der Ausrichtung nach innen führt dorthin. Die Stille hält die Seele fern von Gedanken und Vorstellungen. In dieser heiligen Stille begegnen wir Christus in uns. Der Friede, der alles Verstehen übersteigt, führt zu Christus in uns. Gottes Gegenwart kann nur aufleuchten, wenn der Verstand still ist. Gott existiert jenseits von Doktrinen. Die Stille ist der Wegweiser. Beständig zum Einen schauen, der immer gegenwärtig ist. Mehr braucht man nicht.

Franz Jalicz (*1927) in: Die Geistliche Begleitung im Evangelium

Christus in der Mandorla

Fresko im Westchor der Basilika Knechtsteden (um 1160)   Fotos: © wak

Im Zentrum des Freskos befindet sich Christus der Weltherrscher (Pantokrator) in der Mandorla, mit Kreuznimbus, auf dem Sphärenbogen sitzend und über dem Erdkreis thronend. 

Um die Mandorla herum sind die Symbole der vier Evangelisten gruppiert. Links außen steht Petrus, rechts außen Paulus. Darunter, in Bereich der Fenster, sind 11 Apostel zu sehen. (Homepage Kloster Knechtsteden)

Eine ausführliche Beschreibung findet sich hier: http://www.kloster-knechtsteden.de/downloads/Fresko.pdf?m=1471879273

O sacrum convivium – Oh heiliges Gastmahl

Bei Wikipedia heißt es u.a.: Vor der Zeit von Pietismus und Aufklärung war es, ähnlich wie andere mittelalterliche Texte (zum Beispiel Membra Jesu Nostri oder Anima Christi), auch im Luthertum weit verbreitet und wurde vom Chor während der Austeilung des Abendmahls als musica sub communione oder als Motette am Gründonnerstag gesungen.

Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/O_sacrum_convivium