Nach dem Sauerteig der Religion verlangen

Foto: (c) wak

Es gibt viele, deren Herz wieder nach dem Sauerteig der Religion zu verlangen beginnt. Wenn sie sich dann an die wenden, die die Religion verwalten, hören sie die guten alten Worte, aber es kommt ihnen vor, als hätten diese ihren goldenen Klang eingebüßt. Sie sind abgegriffen. Das göttliche Gepräge ist kaum noch zu erkennen. Sie sind durch die Hände zu vieler unachtsamer Menschen gegangen. Sowohl außerhalb wie auch innerhalb der Kirchen bemüht man sich um die Wahrheit.

Aus einem Vortrag von Johannes Anker-Larsen in der Tonhalle Zürich 1925

Der vollständige Vortrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Materialien zum Jakob-Böhme-Bund

Heft 6, Juni 2021

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Den Raum berührend wie sich selber

Schon von ferne fühlt der fremde scheue
Pilger, wie es golden von ihm träuft;
so als hätten Reiche voller Reue
ihre Heimlichkeiten aufgehäuft.

Aber näher kommend wird er irre
vor der Hoheit dieser Augenbraun:
denn das sind nicht ihre Trinkgeschirre
und die Ohrgehänge ihrer Fraun.

Wüßte einer denn zu sagen, welche
Dinge eingeschmolzen wurden, um
dieses Bild auf diesem Blumenkelche
aufzurichten: stummer, ruhiggelber
als ein goldenes und rundherum
auch den Raum berührend wie sich selber.
Rainer Maria Rilke, Neue Gedichte, Erster Teil (1907)

Mutter Gottes in der Sonne

 

MutterGottesinderSonne

Mutter Gottes in der Sonne, Köln um 1390

Im Kölner Schnütgen-Museum fand ich jetzt diese Mariendarstellung, die mir sehr gut gefiel. Im Internet fand ich dann Erläuterungen dazu:

Diese Bildvorstellung hat ihre Wurzeln in der Vision der »Ara Coeli« in der Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Dort wird unter Berufung auf Papst Innozenz III. von einer Weissagung der Sibylle auf Veranlassung des Kaisers Augustus berichtet, wonach ihr ein goldener Kreis oder Strahlenkranz um die Sonne erschien >und mitten in dem Kreis die allerschönste Jungfrau, die stand über einem Altar und hielt ein Kind auf ihrem Schoß«; der Ort dieser Weissagung hieß danach Sancta Maria Ara Coeli. Zusammen mit Apokalypse 12,12; »Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet« wurde die Prophezeiung mit Maria gleichgesetzt und als Typus zur Geburt Christ im 15. Jahrhundert etwa in den Tres riches his des Duc de Berry und den Illustrationen des Speculum humane salvationis aufgenommen.

Den kompletten Text von Klaus Arnold finden sie hier:
http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/k/keh01006535.txt

Ein Geschenk – keine Last

Wenn wir den Guru als jemanden sehen, der höheres, überlegenes Wissen besitzt, der größer ist als wir, der so außerordentlich mitfühlend ist, uns wirklich seine Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird die Übertragung verhindert.
Wenn wir das Gefühl haben, ein mickriges kleines Wesen zu sein, dem ein goldener Becher gereicht wird, dann werden wir von dem Geschenk überwältigt und wissen nicht, was wir damit anfangen sollen. Unser Geschenk wird zu einer Last, weil unsere Beziehung misslich und bedrückend ist.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)