Gott ist namenlos

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Gott ist namenlos. Von ihm kann niemand etwas sprechen noch verstehen. Wir können von Gott nur sprechen nach unserer Verständnisweise, und es ist ein Unterschied zwischen Gottes Sein und unserem Verstehen.
Von Gott kann man nicht einmal eigentlich sagen, dass er ist. Das kommt vom Überschwang seines lauteren Wesens. Und sage ich: Gott ist gut, so ist das nichts eigentlich; ich bin gut, Gott ist es nicht. Sage ich: Gut, besser, bestes – er ist über alles hinaus.

Meister Eckhart (1260-1328)

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Unergründlich wie die grenzenlose Leere

Alle Wesen und alle Erleuchteten sind an sich nichts als der Eine Geist, und alles andere ist nichts. Dieser Geist ist ohne Anfang, ungeboren und unzerstörbar, ohne Form, ohne Erscheinung. Er gehört nicht zu den Dingen, die existieren oder nicht existieren. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er ist jenseits aller Beschränkungen, aller Maßeinheiten, Namen, Spuren und Vergleiche. Es ist das, was immer gegenwärtig ist – aber sobald du Begriffe davon bildest, bist du sofort im Irrtum. Dieser Geist ist unermesslich und unergründlich wie die grenzenlose Leere.

Huang Po (um 850)

Damit der göttliche Strahl den tiefsten Grund des Seins durchdringt

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Der Name „Jesus“ ist im Jesus-Gebet mehr als nur ein  äußeres Zeichen. Er offenbart den Herrn und macht ihn gegenwärtig, so wie er in einer  geweihten Ikone oder in anderen Sakramentalien gegenwärtig ist. Solange das Jesus-Gebet nur eine mechanische, kontrollierte Übung bleibt, verfehlt es seinen Zweck. Der Geist muss gleichsam darin untertauchen; das Gebet muss vom Geist Besitz ergreifen, damit der göttliche Strahl den tiefsten Grund des Seins durchdringt und erleuchtet.

Aus einer Einführung zum Herzensgebet. Mehr hier: http://www.exerzitien-herzensgebet.de/herzensgebet.pdf

Eins und einfaltig

Gedenktür an der Erfurter Predigerkirche | Foto: © wak

Ich habe bisweilen gesagt, es sei eine Kraft im Geiste, die sei allein frei. Bisweilen habe ich gesagt, es sei eine Hut des Geistes; bisweilen habe ich gesagt, es sei ein Licht des Geistes; bisweilen habe ich gesagt, es sei ein Fünklein. Nun aber sage ich : Es ist weder dies noch das; trotzdem ist es ein Etwas, das ist erhabener über dies und das als der Himmel über der Erde. Darum benenne ich es nun auf eine edlere Weise, als ich es je benannte, und doch spottet es sowohl solcher Edelkeit wie der Weise und ist darüber erhaben. Es ist von allen Namen frei und aller Formen bloß, ganz ledig und frei, wie Gott ledig und frei ist in sich selbst. Es ist so völlig eins und einfaltig, wie Gott eins und einfaltig ist, so daß man mit keinerlei Weise dahinein zu lugen vermag.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Auf dem Weg der Wahrheit

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Der Weg, den der Meister zeigt, ist endgültig und direkt; die Einheit ist sein Ziel; er ist seit langem erprobt, natürlich, frei von Illusion und schmerzlos. Einmal auf diesem Weg, kommen weder Ängste noch Zweifel auf. Sind nicht Zweifel und Ängste Eigenschaften der Wege der Finsternis? Wie sollten sie dir also begegnen, auf dem Wege der Wahrheit, den der Meister dir zeigt? So wird der Weg selbst dich überzeugen, dass er der richtige ist.
Es bleibt also nichts anderes mehr für dich zu tun, als deinen Meister zu treffen und von ihm zu lernen. Ihr habt diesen Weg gemeinsam, Gott hat es so gewollt. Er hat ihn vor dir beschritten; jetzt zeigt er ihn dir und du folgst ihm. Wie vielen anderen wirst du den Weg zeigen? Und wie viele werden später dem gleichen Weg folgen? Daher haben Angst und Zweifel sicherlich keinen Platz auf dem Wege der Wahrheit. Wenn du einmal einen Schritt vorwärts gemacht hast, wirst du nicht mehr zurückweichen. Des Meisters Hilfe ist vor allem für den ersten Schritt erforderlich.
Es ist nicht nötig, etwas für deinen Meister zu tun, um den Weg der Wahrheit gezeigt zu bekommen. Wisse, dass er ein Bote Gottes ist, gesandt, um denjenigen den Weg zu öffnen, die durch eigene Anstrengungen gereift sind – entweder durch Liebe zu allen Wesen oder durch die Verehrung Gottes mit Name und Form oder durch beides. Der dir diesen göttlichen Boten schickt, sobald du die nötige Reife erlangt hast, das ist GOTT.

Aus „Ellam Ondre“

Unermesslich und unergründlich

Alle Wesen und alle Erleuchteten sind an sich nichts als der Eine Geist, und alles andere ist nichts. Dieser Geist ist ohne Anfang, ungeboren und unzerstörbar, ohne Form, ohne Erscheinung. Er gehört nicht zu den Dingen, die existieren oder nicht existieren. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er ist jenseits aller Beschränkungen, aller Maßeinheiten, Namen, Spuren und Vergleiche. Es ist das, was immer gegenwärtig ist – aber sobald du Begriffe davon bildest, bist du sofort im Irrtum. Dieser Geist ist unermesslich und unergründlich wie die grenzenlose Leere.

Huangbo Xiyun / Huang Po († 850)