Der Berg verleiht Selbsterkenntnis

Photo by Billel Moula on Pexels.com

Der Berg verleiht Selbsterkenntnis,
aber die meisten Menschen haben
andere, stärkere Begierden
und suchen nicht wirklich
dieses tiefe Wissen.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Der Welt Grund und Heimlichkeit

Mein Buch hat nur drei Blätter.
Das sind die drei Principia der Ewigkeit.
Darinnen kann ich alles finden.
Ich kann der Welt Grund
und alle Heimlichkeit darinnen finden.

Jakob Böhme (1575 -1624) in: Theosophische Sendbriefe 12, 15

Weder beurteilen noch festhalten

Photo by Nada Bastawi on Pexels.com

Der Geist sollte wie ein Spiegel werden,
der die Gegenstände widerspiegelt,
aber sie weder beurteilt noch festhält.
Vorstellungen haben keine eigene Substanz.
Lass sie kommen und gehen, ohne sie zu beachten.

Aldous Huxley (1894 – 1963) in „Die ewige Philosophie – Philosophia Perennis“, Freiburg 2008, S. 362

Such mich nirgends als in dir

Peter Paul Rubens stellte Teresa von Avila so dar / Quelle: wikimedia

Such mich nicht in weiter Ferne,
Da ich dir doch allzeit nahe!
Mir genügt dein Sehnsuchtsruf,
Und schon hast du mich gefunden.
Such mich nirgends als in dir!

Teresa von Avila (1515 – 1582)

Standort der Wahrheit

Foto: (c) wak

„Worin hat denn die Wahrheit ihren Standort?“ —
„Im Herzen“, so sprach er, „denn durch das Herz
erkennt man die Wahrheit;
im Herzen also hat die Wahrheit ihren Standort.“

Sechzig Upanishad’s des Veda. Übersetzung von Paul Deussen. Leipzig 1897, S. 454

Auf der Suche nach der Wahrheit

Foto: (c) wak

Wir müssen sie beide lieben,
diejenigen, deren Meinung wir teilen
und die, deren Meinung wir ablehnen.

Denn beide haben sich abgemüht
auf der Suche nach der Wahrheit
und beide haben uns geholfen,
sie zu finden.

Thomas von Aquin (1225 – 1274)

Gefunden habe ich das Zitat in dem 1966 erschienenen Buch von Thomas Merton (1915 – 1968) „Conjectures of a Guilty Bystander“

… lauf in den Frieden

Foto: (c) wak

Sein ist Leben, Aktivität, Geburt, Erneuerung, Ausfließen, Verströmen, Produktivität. In diesem Sinn ist es das Gegenteil von Haben, von Ichbindung und Egoismus. Sein im Sinne Eckharts heißt aktiv sein im klassischen Sinn, als produktiver Ausdruck der dem Menschen eigenen Kräfte, es heißt nicht „geschäftig“ sein im modernen Sinn. Aktivität bedeutet bei ihm „aus sich selbst ausgehen“ (Quint DPT 6)*, was er in vielen Bildern beschreibt: Er nennt Sein einen Vorgang des „Kochens“, des „Sich-selbst-Gebärens“, etwas, das „in sich selbst und über sich selbst verfließt“… Manchmal benützt er das Symbol des Laufens, um den aktiven Charakter zu beschreiben: „… lauf in den Frieden! Der Mensch, der sich im Laufen und in beständigem Laufen befindet, und zwar in den Frieden, der ist ein himmlischer Mensch. Der Himmel läuft beständig um, und im Laufe sucht er Frieden“. (Quint DPT 8)

Erich Fromm (1900 – 1980) in: „Haben oder Sein“. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Stuttgart 1976, S. 69 – 70 /

* Josef Quint (Hg.), Meister Eckhart. Deutsche Predigten und Traktate. München 1963

Die Gedanken nicht hindern aber…

Foto: (c) wak

Ein Bruder kam zum Altvater Poimen und sagte: „Vater, ich habe vielerlei Gedanken und komme durch sie in Gefahr.“ Der Altvater führte ihn ins Freie und sagte zu ihm: „Breite dein Obergewand aus und halte die Winde auf!“ Er antwortete: „Das kann ich nicht!“ Da sagte der Greis zu ihm: „Wenn du das nicht kannst, dann kannst du auch deine Gedanken nicht hindern, zu dir zu kommen. Aber es ist deine Aufgabe, ihnen zu widerstehen.

Bonifaz Miller: Weisung der Väter. Apophtegmata Patrum, Freiburg 4. Auflage 1998, Ausspruch 602