Gott wohnt in jedem Menschen

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Gott wohnt in jedem Menschen und wenn wir ihn finden wollen, dann können wir ihn nur in den Tiefen unseres Herzens begegnen, dort ist er zu Hause. Das ist der einzige Ort, an dem Gott wohnt.

Rabindranath Tagore (1861 – 1941)

Aus der tiefsten Mystik der Religionen verstehen

Es ist nicht anders möglich, als dass diese Kunst aus der tiefsten Mystik der Religionen verstanden werden müsste, denn daher muss sie kommen und das muss der feste Grund davon sein, sonst fällt sie zusammen, wie das Haus auf dem Sande.

Philipp Otto Runge (1777 – 1810)

Emmanuel Jakobi über Philipp Otto Runge in Magische Blätter, VI. Jahrgang, S. 210 – 212, Verlag Magische Blätter, Leipzig, 1925

Der vollständige Beitrag von Jakobi kann jetzt hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Mai 2022, Heft 5 / Thema: VON JACOB BÖHME ÜBER DIE ROMANTIK ZUM BÖHME-BUND

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Den Herzschlag des Weltalls vernehmen

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Mystik ist für mich, aufmerksam sein, nicht für die weit entfernten Warums, sondern für die lebendigen Wurzeln von Dingen und Menschen ganz in der Nähe. Den Rhythmus erleben, in dem ich und die anderen und die Welt schwindelerregend zusammenfallen und dann wieder einzeln sind. Immer mehr Türen, die sich auftun und gleichzeitig immer deutlicher alleine sein im eigenen Haus. Wesensverwandschaft und unendliche Entfremdung. Neue Augen, um das Leben in anderen Zusammenhängen zu sehen. Ohren, um den Herzschlag des Weltalls zu vernehmen.

Bruno-Paul de Roeck

O Seele suche dich in Mir

Foto: (c) wak

O Seele, suche dich in Mir,
und, Seele, suche Mich in dir.
Die Liebe hat in Meinem Wesen,
Dich abgebildet treu und klar,
kein Maler läßt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.

Hat doch die Liebe dich erkoren
als meines Herzens schönste Zier:
bist du verwirrt, bist du verloren:
o Seele, suche dich in Mir.

In meines Herzens Tiefe
trage Ich dein Porträt,
so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.

Und wenn dein Sehnen
mich nicht findet,
dann such‘ nicht dort und such‘
nicht hier: gedenk, was dich
im Tiefsten bindet,
und Seele, suche Mich in dir.

Du bist mein Haus und meine
Bleibe, bist meine Heimat für und
für: Ich klopfe stets
an deine Tür,
daß ich kein Trachten
von mir treibe.

Und meinst du, ich sei
fern von hier,
dann ruf Mich, und du wirst
erfassen, daß Ich dich keinen
Schritt verlassen:
und, Seele, suche Mich in Dir.

Teresa von Avila (1515 – 1582)

Sich selbst zuerst auferbauen

Wüstenmutter Syncletica ~ Bilddetail: wikimedia, gemeinfrei

Es ist gefahrvoll, wenn einer lehren will, der nicht durch das tätige Leben hindurchgegangen ist. Wie wenn einer, der ein baufälliges Haus hat, Gäste aufnimmt und sie durch den Einsturz des Hauses beschädigt, so richten auch diejenigen, die nicht sich selbst zuerst auferbaut haben, jene, die sich ihnen anschließen. Mit den Worten rufen sie zum Heile, durch die Schlechtigkeit des Wandels fügen sie Unrecht zu.

Syncletica von Alexandria (ca. 270 – ca. 350) Heilige und Wüstenmutter

Eins sein mit dem lebendigen Gott

Foto: © wak

Alles, worauf es ankommt,
ist, eins zu sein mit dem lebendigen Gott,
ein Geschöpf zu sein im Haus des Gottes des Lebens.

Wie eine Katze, die auf einem Stuhl eingeschlafen ist,
friedlich, in Frieden und eins mit dem Herrn des Hauses,
mit der Herrin, daheim, daheim im Haus des Lebendigen,
schlafend am Herd und gähnend am Feuer.

Schlafend am Herd der lebendigen Welt,
gähnend daheim vor dem Feuer des Lebens
und die Gegenwart des lebendigen Gottes fühlend
wie eine unerschütterliche Gewissheit,
eine tiefe Ruhe im Herzen,
Gegenwart des Herrn, der am Tisch sitzt
in seinem eigenen größeren Sein
im Hause des Lebens.

D.H. Lawrence (1885 – 1930)

 

O Heiland reiß die Himmel auf

Bild/ wikimedia: gemeinfrei

 

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring. …

Der seit 1622 publizierte Text wird dem Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635) zugeschrieben.

Simone Weil: Schwerkraft und Licht – Hörstück von Ronald Steckel

Simone Weil: Bild: Archiv

Schwerkraft und Licht (4/6) – Hörstück von Ronald Steckel

Die französische Philosophin Simone Weil (1909-1943) ist in der geistigen Landschaft des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung. Die Tochter aus liberalem jüdischem Hause entwickelte sich im Laufe ihres asketischen Lebens zu einer christlichen Mystikerin jenseits aller Konventionen. Sie war diplomierte Philosophin, Lehrerin an Grund- und Arbeiterschulen, Gewerkschaftlerin, Fabrikarbeiterin, Tagebuchschreiberin, Dichterin und Verfasserin von Theaterstücken. Sie starb mit 33 Jahren im englischen Exil an Unterernährung und Erschöpfung.

Mit Julia Jentsch

Hörstück aus der Reihe: Das innere Licht – Texte zur Mystik

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/das-innere-licht-podcast.html

Zu hören und nachzuhören ist das Hörstück hier:

 

Zu lesen und nachzulesen ist das Manuskript des Hörstückes hier:

Klicke, um auf Steckel_Schwerkraft%20und%20Licht-Hommage%20an%20Simone%20Weil.pdf zuzugreifen

Im Herzen eurer Mitmenschen dem Göttlichen Geliebten dienen

Meher Baba | Foto: Archiv

 

Wenn ihr, statt Kirchen, Tempel oder Moscheen zu erbauen, das Haus für euren göttlichen Geliebten in euren Herzen errichtet, ist meine Arbeit beendet.

Wenn ihr, statt Zeremonien und Rituale mechanisch nach alter Tradition zu zelebrieren, im Herzen eurer Mitmenschen dem Göttlichen Geliebten dient, wird meine Arbeit vollendet sein.

Meher Baba (1894 – 1969)