Leben ist Gottesgegenwart

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Das Credo der Sufis besagt, daß das Leben aus Göttlichkeiten beziehungsweise aus der Gottesgegenwart besteht. Mit Worten allein läßt sich der allumfassende Gott jedoch nicht begreifen. Verstand, Seele, Körper und Geist sollen gemeinsam den »Gottesdienst« leisten. Daher tanzt ein Sufi-auf-dem-Weg. Niemand hat je einen vollkommeneren, ekstatischeren Tanz erschaut als den der Sufis und Derwische. Ihr Tanz symbolisiert die Drehung des Mondes um die Erde, der Planeten um die Sonne.

Steff Steffân, Sufi-Praxis. Wiesbaden, o.J.

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Von der verlorenen Zauberperle

Der Herr der gelben Erde wandelte jenseits der Grenzen der Welt. Da kam er auf einen sehr hohen Berg und schaute den Kreislauf der Wiederkehr. Da verlor er seine Zauberperle.

Er sandte ERKENNTNIS aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Er sandte SCHARFBLICK aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Er sandte DENKEN aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Da sandte er SELBSTVERGESSEN aus. SELBSTVERGESSEN fand sie.

Der Herr der gelben Erde sprach: “Seltsam fürwahr, dass gerade SELBSTVERGESSEN fähig war, sie zu finden!”

Zhuangzi (oder auch Dschuang Dsi; ca. 365 – 290 v. u.Z.)

Es kommt ein Schiff geladen…

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Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Gott’s Wort tut uns Fleisch werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,

danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
Ewigs Leben zu erben,
wie an ihm ist geschehn.

 

Das Lied wird Johannes Tauler zugeschrieben, einem Schüler von Meister Eckhart.

Mehr zu dem Lied und seiner Geschichte hier: http://www.liederlexikon.de/lieder/es_kommt_ein_schiff_geladen

Die Essenz des Menschen

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Die Essenz aller Wesen ist die Erde,
Die Essenz der Erde ist das Wasser,
Die Essenz des Wassers sind die Pflanzen,
Die Essenz der Pflanzen ist der Mensch,
Die Essenz des Menschen ist die Rede,
Die Essenz der Rede ist das heilige Wissen,
Die Essenz des heiligen Wissens ist Wortlaut und Klang,
Die Essenz von Wortlaut und Klang ist OM.

Aus den Upanishaden

Erde und Leben mit Gottes Segen

Mit Erde gefüllt sind die Bücher des Altars der „Eine-Welt-Kirche“  Foto: © wak

„Der Eine-Erde-Altar der Eine-Welt-Kirche transformiert das abstrakte Bewußtsein von der Gesamtheit der Welt in die individuelle Erfahrung der alltäglichen Einzigartigkeit. Erde von vielen Orten des Globus läßt die gemeinsame Abhängigkeit von dieser dünnen Schicht verwitterten Gesteins erkennen, aus dem das Leben seine Nahrung bezieht und in dem es seine Spuren hinterläßt.
Die Erde, der Boden, auf dem wir stehen, ist Synonym für unseren Globus. Er ist der Teil von ihm, mit dem unsere Vorfahren täglich umgingen, von dem sie Gottes Segen am unmittelbarsten erfuhren.“ – Aus der Einführung der Künstlerin Marianne Greve

Mehr hier:

http://www.eine-erde-altar.org

https://de.wikipedia.org/wiki/Eine-Welt-Kirche

Frieden, Peace, Pace, Paix, Pax…

Text der Wandtafel im Vestibül des Raumes der Stille im Brandenburger Tor, Berlin

 

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)

Darum beten wir:

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist,
Vater, vergib.

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen,
Vater, vergib.

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.

Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,
Vater, vergib.

Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32)

AMEN

 

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (Großbritannien) am 14./15.November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln.

Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe der Versöhnung in der weltweiten Christenheit umschreibt. Das Gebet wurde 1958 formuliert und wird seitdem an jedem Freitagmittag um 12 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry und in vielen Nagelkreuzzentren der Welt gebetet.

Mehr Informationen dazu hier: http://nagelkreuz.org/versoehnung/versoehnungsgebet