Geheimnisse staunend ahnen

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Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir, wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Blinder. Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös. Es ist mir genug, diese Geheimnisse staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild geistig zu erfassen.

Albert Einstein, August 1932

Das vollständige „Glaubensbekenntnis / Credo“ von Einstein ist hier nachzulesen:

https://www.einstein-website.de/z_biography/credo.html?fbclid=IwAR3Ho6UpfGpbv0MyGYFcqgY2eAhuFfHENhiN1IOT3m9oc7wwWyQDHH7__es

Die tiefste Bedeutung

Es ist die tiefste Umdeutung vielleicht der Christuslegende, vielleicht auch die tiefste Bedeutung dessen, was Jesus selbst gelehrt hat, wenn Meister Eckhart den Gott, der zugleich Menschenkind ist, zu uns sprechen läßt: „Ich bin euch Mensch gewesen, wenn ihr mir nicht Götter seid, so tut ihr mir Unrecht.“ Sehen wir zu, wie wir Götter werden, wie wir die Welt in uns finden können.

Gustav Landauer ( 1870 – 1919) in „Skepsis und Mystik“