Ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme

Foto: © wak

Mit ganzer Energie von Körper und Geist, beide vollständig in den strahlenden Lichtschatz fallen lassen, ohne zurück zu schauen. Ohne die Erleuchtung zu suchen. Ohne die Illusionen vertreiben zu wollen. Die aufkommenden Gedanken weder hassen noch lieben, und sie vor allem nicht unterhalten. Auf jeden Fall, was immer auch sei, das große Sitzen üben, hier und jetzt. Wenn ihr das Denken nicht unterhaltet, kehren die Gedanken in den Ursprung zurück. Wenn ihr euch in der Ausatmung aufgebt und euch von der Einatmung füllen lasst – in einem harmonischen Kommen und Gehen – bleibt nichts mehr als ein Sitzkissen unter leerem Himmel, das Gewicht einer Flamme.

Ejo Koun (1198-1282)

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Wie Reflexe im Spiegel

Foto: © wak

 

Alle Erscheinungen sind wie Reflexe im Spiegel.
Sie sind strahlend rein und unbefleckt.
Sein sind unerklärlich, unbeschreiblich,
und doch entstehen aus ihnen ständig Ursachen und Handlungen.
Die Essenz der Wirklichkeit ist ungeteilt, ist ohne einen Ort.
So sollen alle Erscheinungen betrachtet werden.

Machig Lapdrön (1055 – 1149)

 

Das Schöne zum Strahlen kommen lassen

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Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön. Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

Wie Reflexe im Spiegel

Foto: © Marlies Schwochow +

 

Alle Erscheinungen sind wie Reflexe im Spiegel.
Sie sind strahlend rein und unbefleckt.
Sie sind unerklärlich, unbeschreiblich,
und doch entstehen aus ihnen ständig Ursachen und Handlungen.
Die Essenz der Wirklichkeit ist ungeteilt, ist ohne einen Ort.
So sollen alle Erscheinungen betrachtet werden.

Machig Lapdrön (1055 – 1149)

Hinderliches entfernen

Foto: © wak

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön.
Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt.
Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt.
Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.

Dionysius Areopagita (5. Jh.)

 

Ergänzung:

„Heute gibt es eine neue Aktualität des Dionysius Areopagita: Er erscheint wie ein großer Vermittler im modernen Dialog zwischen dem Christentum und den mystischen Theologien Asiens, deren bekannte Charakteristik in der Überzeugung liegt, dass man nicht sagen kann, wer Gott ist; von Ihm kann man nur in negativer Form sprechen; von Gott kann man nur mit dem Begriff „nicht“ sprechen und nur indem man in diese Erfahrung des „nicht“ eintritt, kann man Ihn erreichen. Und hier sieht man die Nähe zwischen dem Denken des Areopagiten und dem der asiatischen Religionen: Er kann heute ein Mittler sein, so wie er ein Mittler zwischen dem griechischen Denken und dem Evangelium war.“

Papst Benedikt XVI.: Ansprache während der Generalaudienz am 14.5.08: Dionysius Areopagita

Umschlossen von Liebe

 

Foto: © wak

Du edelstes Grün,
das seine Wurzeln in der Sonne hat
und das in heiterem hellem Glanz
im Kreis leuchtet,
von keiner irdischen Intelligenz zu begreifen.

Du bist umfangen
von der großen Umarmung
der göttlichen Geheimnisse.
Wie die Morgenröte strahlst du
und glühst wie das Feuer der Sonne.
Du Grün bist umschlossen von Liebe.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Die Erleuchtung ist wie der Mond…

Impression von der Raketenstation HombroichFoto: © wak

 

Die Erleuchtung ist wie der Mond,
der sich im Wasser spiegelt.
Der Mond wird nicht nass, noch bewegt sich das Wasser.
Obgleich sein Licht groß und strahlend ist,
spiegelt sich der Mond auch in der kleinsten Pfütze.
Der ganze Mond und auch das ganze Universum
spiegeln sich im Wassertropfen auf einem Grashalm.

Dogen Zenji (1200 – 1253)