Die sichtbare Präsenz Gottes

 

Simone Weil im Jahr 1921 / Bild: wikimedia, gemeinfrei

Gott ist abwesend in der Welt,
außer durch die Existenz derer,
die seine Liebe leben.

Sie müssen in der Welt sein
mit ihrer Barmherzigkeit.

Ihre Barmherzigkeit
ist die sichtbare Präsenz Gottes.

Lassen wir es an Barmherzigkeit fehlen,
trennen wir grausam eine Kreatur und Gott.

Simone Weil (1909 – 1943)

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Mystikos – ein Versuch

Gottes Natur
sein Wesen
und seine Gottheit
hängt daran,
dass er in der Seele
wirken muss.
Meister Eckhart, Von unsagbaren Dingen

 Foto: © wak

mystikos:
verborgen und geheimnisvoll
und auch
undurchschaubar und unerklärbar.

Sich
und sein Selbst
verschließen.
Nicht nur die Augen.

myein ist mein ganzes Herz.

Hinein
in den Hortus Conclusus
in den verschlossenen Garten.
Leben lernen
aus der Quelle schöpfen
um den Brunnen überfliessen zu lassen.

Und dann:
Hinaus
mitten in diese Welt,
die sie braucht
die misericordia,
die Barmherzigkeit

die nicht gelingen kann
ohne zuvor
sich und sein Selbst
zu verschließen.

w.a.k.

 

Dieser Text ist zuerst hier erschienen: https://hannahbuchholz.wordpress.com/2015/01/08/mystikos-versuch-von-wak/

 

Das Objekt unseres Dürstens hat viele Namen – Neu bei „alkoholundspirit“

Screenshot der Startseite von https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Das Objekt unseres Dürstens hat viele Namen: Das Selbst, die schöpferische Energie, die Kraft der Liebe, die göttliche Mutter, unsere Buddha-Natur, das Tao oder das kosmische Bewusstsein. Gläubige sprechen vom Großen Geist, von Christus, vom Geliebten im Inneren, von der Quelle unserer Inspiration, von unserer höheren Macht oder Gott, um nur einige Bezeichnungen zu nennen. Obwohl dies eine unbeschreibliche Macht jenseits aller möglichen Etikettierungsversuche ist, müssen wir Worte verwenden, wenn wir darüber sprechen wollen.

Christina Grof (1941–2014) in ihrem Buch: Sehnsucht nach Ganzheit. Der spirituelle Weg aus der Abhängigkeit. München 1993

Mehr hier: https://alkoholundspirit.wordpress.com/0-1-stand-der-dinge/ und hier:  https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Die Wahrheit für uns selbst entdecken

Foto: © wak

Wir empfangen die Wahrheit nicht, wir müssen sie für uns selbst entdecken nach einer Reise durch die Wildnis, die niemand an unserer statt antreten, die niemand uns ersparen kann, denn unsere Weisheit ist der Standpunkt, von dem aus wir schließlich die Welt betrachten.

Marcel Proust (1871 – 1922)