Zwei Augen hat die Seele…

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Zwei Augen hat die Seele:
eins schauet in die Zeit.
Das andre richtet sich
hin in die Ewigkeit.

Angelus Silesius (1624 – 1677)

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Die Wurzel unseres Leidens

Die dualistische Eigenschaft des Denkens ist die Wurzel unseres Leidens. Wann immer wir uns als getrennt definieren, entstehen Angst und Abhängigkeit, und wir werden verkrampft, abwehrend und ehrgeizig und verteidigen unser Hoheitsgebiet. Um dieses abgetrennte Selbst zu schützen, scheuchen wir weg, was uns nicht passt, und an anderem krallen wir uns leidenschaftlich fest.

Jack Kornfield (*1945) in: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens. Berlin 2004, S. 68-69

Weder Anfang hat die Welt noch Ende

Weder Anfang hat die Welt noch Ende,
Nicht im Raum noch in der Zeit;
Überall ist Mittelpunkt und Wende,
Und im Nu die Ewigkeit.

Wie du lebst von einem Nu zum andern,
Ewig eines lebest du;
Laß die Welt vorüber ruhlos wandern,
Und sieh‘ aus der Ruh‘ ihr zu.

Nicht mit unzulänglichen Gedanken
Machst du das Geheimnis klar,
Doch in schwanken Schranken, Wortes Ranken,
Stellt es dir sich bildlich dar.

Friedrich Rückert (1788-1866) in: Gesammelte poetische Werke, Band VII : Pantheon , Sauerlaender, 1868, S. 468-469

Buddha ist nichts anderes als ein fühlendes Wesen

Der Allumfassende Geist
ist nichts anderes
als der Buddha
und der Buddha
ist nichts anderes
als ein fühlendes Wesen.

Wenn der Allumfassende Geist
die Gestalt eines fühlenden Wesens annimmt,
hat er sich in keiner Weise verringert.

Wenn er ein Buddha geworden ist,
hat er nichts zu sich hinzugefügt.

Huang Po (um 850)