Verständnis für uns selber finden

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Kontemplation ist ein sehr wichtiger Bestandteil des spirituellen Lebens. Meditation allein genügt nicht; sie ist ein Mittel zum Zweck: Sie beruhigt den Geist und bringt uns zu einem inneren Erleben. Aber wenn wir uns in der übrigen Zeit nicht bemühen, Verständnis für uns selber zu finden, schneiden wir die Meditation von unserem Leben ab, als wäre sie eine Art Hobby, das wir für einige Stunden betreiben, und dann tun wir wieder etwas ganz anderes. Meditation ist aber – das kann ich nicht oft genug betonen – kein Hobby, sondern eine Vorbereitung auf ihren einzigen Zweck: Klarblick. Zweck der Kontemplation ist es, diesem Klarblick nachzuhelfen.

Ayya Khema (1923 – 1997) in: Meditation ohne Geheimnis. München 1999

Misstraue niemals deiner Erfahrung

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Erfahre die Weisheit der Schriften in deiner Seele. Danach kannst du, wenn du willst, räsonieren und deine Erfahrung intellektuell zum Ausdruck bringen. Doch selbst dann misstraue deiner Aussage, aber misstraue niemals deiner Erfahrung.

Aurobindo (1872 – 1950)

In der Einheit seines Herzens

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Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt. Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn einig gesammelt in sich.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

Wem gleicht das Himmelreich?

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Die Jünger sprachen zu Jesus:
„Sage uns, wem das Himmelreich gleicht.“

Er sprach zu ihnen:
„Es gleicht einem Senfkorn,
kleiner als alle Samen.
Wenn es aber auf beackerte Erde fällt,
bringt es einen großen Zweig hervor
und wird zum Schutz für die Vögel des Himmels.“

Aus dem Thomas-Evangelium

http://www.meyerbuch.com/pdf/Thomas-Evangelium.pdf

Innere Freiheit und äußere Perspektive

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Mystik bringt innere Freiheit und äußere Perspektive. Mystiker hören den Ruf, der sie auffordert, auf ihrem Weg nicht stehen zu bleiben. Es genügt ihnen nicht, sich häuslich niederzulassen, sie müssen immer weitergehen, immer mehr und mehr entdecken… Mystiker sind die Boten des interspirituellen Zeitalters, in welchem die gesamte Weisheit der Menschheit gesammelt und miteinander geteilt wird wie eine gemeinsame Tradition.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. o. O. 2004, S. 324

Die Balance finden

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Wir haben als Menschen
die Balance zu finden
zwischen Geist und Materie,
zwischen Himmel und Erde.

Wir in unserer Zeit
haben dieses Gleichgewicht gestört:
Wenn wir unsere Welt
nicht wieder in die Balance bringen,
führt das zu einer Katastrophe.

Willigis Jäger (*1925)