Öffnen wir anderen unser Herz…

Öffnen wir anderen unser Herz,
kann das Ausmaß des Leids,
mit dem wir dann in Berührung kommen,
überwältigend sei.
Unsere Empfindungen
von Liebe und Mitgefühl
können in einen
regelrechten Schockzustand geraten.
Dann ist es hilfreich,
sich in Erinnerung zu rufen,
dass schlichte Freundlichkeit
mitunter das wirkungsvollste Heilmittel ist,
das wir für jegliches Leid anbieten können.

Dzogchen Ponlop Rinpoche (*1965)

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Entdeckungsreise zum eigenen Selbst

Was nützt es uns,
zum Mond reisen zu können,
wenn es uns nicht gelingt,
den Abgrund zu überwinden,
der uns von uns selbst trennt?

Dies ist die wichtigste
aller Entdeckungsreisen;
ohne sie
sind alle anderen
nicht nur nutzlos,
sondern zerstörerisch.

Thomas Merton (1915 – 1968)

Entwicklung der Qualitäten

Der berühmte tibetische Dichter und Heilige Milarepa sagte, in den zwölf Jahren, die er in Klausuren in der Wildnis zugebracht habe, sei kein Augenblick nicht anderen gewidmet gewesen. Damit meinte er, dass er sich der Entwicklung der Qualitäten gewidmet hatte, die er brauchte, um anderen wirklich Gutes tun zu können.

Matthieu Ricard (* 1946) in einem Interview mit Wolf Singer, das unter dem Titel „Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog“ im Suhrkamp-Verlag erschienen ist.

Den Mitmenschen Freude und Glück bereiten

Im Bewusstsein des Leides,
das durch unachtsame Rede
und durch die Unfähigkeit,
anderen zuzuhören, entsteht,
gelobe ich,
liebevolles Sprechen
und aufmerksames, mitfühlendes Zuhören
zu entwickeln,
um meinen Mitmenschen
Freude und Glück zu bereiten
und ihre Sorgen lindern zu helfen.

Thich Nhat Hanh (*1926) in: Die fünf Pfeiler der Weisheit

Gehe selbst deinen eigenen Weg

Gehe selbst deinen eigenen Weg,
aber lasse auch jeden anderen
seinen eigenen Weg durchwandern,
auch wenn seine Ziele
ferne hinter dir liegen!

Du weisst nicht,
wann eines anderen Stunde kommt,
und du hast kein Recht,
ihn vor seiner Stunde im Schlafe zu stören.

Bô Yin Râ  / Joseph Anton Schneiderfranken (1876 – 1943)