Habt das größte Mitgefühl mit allen…

Bild: wikimedia/gemeinfrei

Seid grossherzig zu den Armen,duldsam und liebevoll zu den Hasserfüllten.
Seid hilfsbereit im Angesicht von Schmerz und Furcht,
nachsichtig im Angesicht von Ignoranz.
Fühlt mit den Schwachen und den Unterdrückten
und habt das grösste Mitgefühl mit allen,
die sich an die konkrete Wirklichkeit klammern.

Der Dzogchen-Meister Patrul Rinpoche(1808 – 1887)

 

Mehr zu Dzogchen am 3. März im Mystikkreis Köln. Weiter Informationen hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/02/08/dzogchen-im-mystikkreis-koeln-am-3-maerz-2019-eine-herzliche-einladung/

und hier:

https://www.facebook.com/events/307794533211597/?acontext=%7B%22action_history%22%3A%22[%7B%5C%22surface%5C%22%3A%5C%22page%5C%22%2C%5C%22mechanism%5C%22%3A%5C%22page_upcoming_events_card%5C%22%2C%5C%22extra_data%5C%22%3A[]%7D]%22%2C%22has_source%22%3Atrue%7D

Werbeanzeigen

William James: Mystik und Alkohol

Foto: © wak

Der nächste Schritt in mystische Zustände führt uns in einen Bereich, den öffentliche Meinung und philosophische Ethik immer schon als pathologisch gebrandmarkt haben, während ihn die private Praxis und bestimmte lyrische Kreise anscheinend immer noch idealisieren. Ich meine den Bewusstseinszustand, der durch Gifte und Anästhetika, besonders Alkohol erzeugt wird. Die Macht des Alkohols über die Menschheit beruht ohne Frage in seinem Vermögen, die mystischen Fähigkeiten der menschlichen Natur zu stimulieren, die in den nüchternen Stunden von den kalten Fakten und der trockenen Kritik niedergehalten werden. Nüchternheit verkleinert, unterscheidet und sagt Nein; Trunkenheit erweitert, verbindet und sagt Ja. Sie ist in der Tat der große Ja-Erreger im Menschen. Sie bringt ihren Jünger von der kalten Peripherie der Dinge zum strahlenden Herzen. Für den Moment vereint sie ihn mit der Wahrheit. Die Menschen laufen ihr nicht aus bloßer Perversität nach. Für den Armen und Ungebildeten nimmt sie den Platz ein, den für uns Symphoniekonzerte und Bücher einnehmen; und es gehört zu den unergründlichen Geheimnissen und der Tragik des Lebens, dass vielen von uns nur der Hauch und der Schimmer dessen gewährt wird, was wir in den flüchtigen Anfängen zunächst als etwas Großartiges wahrnehmen, was als Ganzes jedoch eine erniedrigende Vergiftung ist. Das trunkene Bewusstsein ist ein Stück des mystischen Bewusstseins, und unser Gesamturteil über dieses Teilstück muss in unser Urteil über das größere Ganze eingebettet sein.

William James (1842 – 1910) in: Die Vielfalt religiöser Erfahrung. Eine Studie über die menschliche Natur. Frankfurt am Main/Leipzig 1997, S. 389-390

 

Mit diesem Beitrag ist auf „Mystik aktuell“ nun eine neue Rubrik „Alkohol und Spiritualität“ zu finden. Die alte Webseite alkoholundspirit.wordpress.com wird nicht mehr fortgeführt.

 

Heilung und Solidarität

tucumringeTucum-Ringe aus Brasilien                                     Screenshot

 

Heute habe ich ihn mir wieder an die Hand gesteckt, meinen Tucum-Ring. Er begleitet mich allerdings gedanklich bereits seit einigen Jahren. In Mellatz bei den Comboni-Missionaren war ich darauf aufmerksam geworden.

“Der Tucum-Ring wird aus den Nüssen der Tucum-Palme hergestellt. Diese Palmenart ist vor allem im Amazonasgebiet und in den ärmsten brasilianischen Bundesstaaten Maranhao und Piaui zu Hause. Sie erreicht eine Höhe von 10–12 m. Im Nordosten gilt sie als Symbol des Durchhaltens während der Trockenzeiten. Aus den festen Fasern der Palmblätter werden Fischernetze, Stricke und Hängematten angefertigt. Neben dem immergrünen Blattwerk bringt die Tucum-Palme große Trauben von schmackhaften Nüssen hervor. Sie haben einen tropisch frischen Geschmack und besitzen einen hohen Ölgehalt.

Die Tupi-Indianer im Amazonasgebiet beeindruckt die außerordentliche Überlebenskraft der Tucum-Palme. Sie verarbeiten die harte Schale der kleinen Kokosnüsse zu Ringen und stecken sie in der Hoffnung auf Genesung den Kranken an die Finger.”

So lese ich es auf der Seite der “interfranziskanischen Arbeitsgemeinschaft” (siehe unten).

“Anliegen ist es…, dass mit der Verbreitung der Tucum-Ringe als Zeichen der Solidarität mit den Armen sich immer mehr Menschen für eine bessere und gerechtere Welt einsetzen.” Heißt es auf der Homepage der Franziskaner. Und:

“Der Tucum-Ring wird so zum Heilungsring einer kranken Gesellschaft, die unter sozialen Ungerechtigkeiten und zahlreichen Formen von Unterdrückung und Diskriminierung leidet.

Das Tragen des Tucum-Ringes hier in Deutschland drückt unsere Verbundenheit und Solidarität mit den Armen und Unterdrückten in Brasilien und weltweit aus.”

Einen anderen Aspekt haben die Palottinerinnen herausgestellt. Sie erinnern an die Zusage Gottes: „Ich bin der, der mit euch ist!“

Mehr hier:

http://www.infag.de/seiten/doku.php/spiritualitaet_zeichen_und_symbole_ring

und hier:

http://www.pallottinerinnen.info/index.php?id=1601

Alle(r)heiligen

Heilige sind aufgeschlossene Sünder, Menschen, die um ihre eigene Begrenztheit wissen, um ihre Schuld, die aber auf die Barmherzigkeit Gottes setzen und selber barmherzig sind mit anderen Menschen, die es auch nicht schaffen. Diese Menschen leben aus einer großen Sehnsucht, für Gott erreichbar zu sein. Sie überheben sich nicht über andere, sondern greifen ihnen geschwisterlich unter die Arme. Sie sind Beispiele dafür, wie Gottes Kraft in menschlicher Schwachheit zum Ausdruck kommen kann.

Ferdinand Kerstiens (*1933)

Reiche Arme – arme Reiche

Die Nächsten bei dem Throne Gottes,
des Gepriesenen und Erhabenen,
sind die Reichen,
die als Arme wandeln
und die Armen,
die als Reiche handeln;

Der Größte unter den Reichen ist der,
welcher den Kummer der Armen versteht,
und der Beste unter den Armen ist der,
welcher der Reichen Erbarmen nicht anfleht;
denn Gott der Allmächtige hat gesagt:
»Wer auf Gott vertraut,
dem ist Gott genug.«

Mosleh o’d-Din Sa’di (1200–1290)

Heilung und Solidarität: Tucum-Ringe aus Brasilien

tucumringeBearbeiteter Screenshot von Tucum-Ringen aus der u.a. Homepage

Vor ein paar Tagen habe ich ihn mir wieder an die Hand gesteckt. Mein Tucum-Ring begleitet mich allerdings gedanklich bereits seit einigen Jahren. In Mellatz bei den Comboni-Missionaren war ich darauf aufmerksam geworden.

„Der Tucum-Ring wird aus den Nüssen der Tucum-Palme hergestellt. Diese Palmenart ist vor allem im Amazonasgebiet und in den ärmsten brasilianischen Bundesstaaten Maranhao und Piaui zu Hause. Sie erreicht eine Höhe von 10–12 m. Im Nordosten gilt sie als Symbol des Durchhaltens während der Trockenzeiten. Aus den festen Fasern der Palmblätter werden Fischernetze, Stricke und Hängematten angefertigt. Neben dem immergrünen Blattwerk bringt die Tucum-Palme große Trauben von schmackhaften Nüssen hervor. Sie haben einen tropisch frischen Geschmack und besitzen einen hohen Ölgehalt.

Die Tupi-Indianer im Amazonasgebiet beeindruckt die außerordentliche Überlebenskraft der Tucum-Palme. Sie verarbeiten die harte Schale der kleinen Kokosnüsse zu Ringen und stecken sie in der Hoffnung auf Genesung den Kranken an die Finger.“

So lese ich es auf der Seite der „interfranziskanischen Arbeitsgemeinschaft“ (siehe unten).

„Anliegen ist es…, dass mit der Verbreitung der Tucum-Ringe als Zeichen der Solidarität mit den Armen sich immer mehr Menschen für eine bessere und gerechtere Welt einsetzen.“ Heißt es auf der Homepage der Franziskaner. Und:

„Der Tucum-Ring wird so zum Heilungsring einer kranken Gesellschaft, die unter sozialen Ungerechtigkeiten und zahlreichen Formen von Unterdrückung und Diskriminierung leidet.

Das Tragen des Tucum-Ringes hier in Deutschland drückt unsere Verbundenheit und Solidarität mit den Armen und Unterdrückten in Brasilien und weltweit aus.“

Ein Aspekt, der auch die Fussballweltmeisterschaft in Brasilien überdauern sollte.

Mehr hier:

http://www.infag.de/seiten/doku.php/spiritualitaet_zeichen_und_symbole_ring

Mitgefühl

Mitgefühl ist niemals wahres Mitgefühl, wenn es nicht aktiv wird. Avalokiteshvara, der Buddha des Mitgefühls, wird in der tibetischen Ikonographie häufig mit tausend Augen abgebildet, die das Leid in allen Winkeln des Universums erkennen, und mit tausend Armen, die seine Hilfe überallhin bringen.

Sogyal Rinpoche (*1948)