Alles geben für alles

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Das „mystische Erlebnis“. Jederzeit: hier und jetzt – in Freiheit, die Distanz ist, in Schweigen, das aus Stille kommt. Jedoch – diese Freiheit ist eine Freiheit unter Tätigen, die Stille eine Stille zwischen Menschen. Das Mysterium ist ständig Wirklichkeit für den, der inmitten der Welt frei von sich selber ist: Wirklichkeit in ruhiger Reife, in der Bejahung hinnehmender Aufmerksamkeit. Der Weg zur Heilung geht in unserer Zeit notwendig über das Handeln. – „Man muss alles geben für alles.“

Dag Hammarskjöld (1905 – 1961) – Tagebucheintrag aus dem Jahr 1955

Das Schweigen der Engel

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Das Schweigen der Engel ist ein durch und durch tätiges Schweigen. Sie wenden sich an uns, ohne Worte, durch ihre Tat, durch Ereignisse, Geschehnisse und Erfahrungen. Der Regen, der gleichförmig über dem Wasserspiegel eines Sees niedergeht, kann so voller Engel sein wie kein noch so kompaktes theologisches Werk.

Andrei Plesu (*1948)

Unsere Seele macht beständig Lärm…

Simone Weil ~ Bild: Archiv

Unsere Seele macht beständig Lärm, aber es gibt einen Punkt in ihr, der Schweigen ist und den wir niemals vernehmen. Wenn das Schweigen Gottes Eingang findet in unsere Seele, sie durchdringt und dort sich jenem Schweigen verbindet, das heimlich in uns gegenwärtig ist, dann haben wir hinfort in Gott unseren Schatz und unser Herz; und der Raum öffnet sich uns wie ein Frucht, die sich teilt, denn wir sehen das Universum von einem Punkt, der außerhalb des Raumes gelegen ist.

Simone Weil (1909 – 1943)

Kommunikation damit Stille eine Gnade sein kann

 

Thomas Merton in der Abtei Gethsemani | Bild: Archiv

 

Es muss genug Kommunikation geben, damit Stille eine Gnade sein kann. Diese Art von Stille erfordert eine tiefere Liebe, und bis diese Liebe entwickelt ist, hat es keinen Sinn, so zu tun, als ob die Liebe da wäre, wenn sie es nicht ist. Die Rechtfertigung der Stille in unserem Leben ist, dass wir einander lieben, um gemeinsam zu schweigen…
In der Tiefe des Gemeinschaftslebens erkennen wir die Gnade des gemeinsamen Schweigens, aber wir kommen nicht dazu, indem wir andere ausschließen oder als Objekte behandeln. Es geschieht allmählich, während wir lernen zu lieben…
Das Bedürfnis ist ein wahres Schweigen, das lebendig ist und eine liebende Gegenwart in sich trägt.

Thomas Merton (1915 – 1968) in: The Springs of Contemplation

Die Augen sprechen zu den Augen und das Herz zum Herzen

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In der mystischen Theologie ist allerdings die vorzügliche Übung:
mit Gott zu sprechen,
und Gott im Grunde des Herzens sprechen zu hören;
und weil dies Gespräch durch sehr geheime Sehnsucht und Einflößungen geschieht,
nenne wir es ein stilles Zwiegespräch.

Die Augen sprechen zu den Augen
und das Herz zum Herzen;
und niemand versteht was gesprochen wird,
außer die Liebenden,
die zu einander sprechen.

Franz von Sales (1567-1622) In: Theotimus oder von der Liebe Gottes (S. 540-542)

„Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt“

Screenshot der Homepage https://zuhoerer-ruhr.com/

 

„Obwohl ich es ja vom letzten Mal schon kannte, war ich wieder positiv  beeindruckt: Es ist so erleichternd und klärend, einen Raum für das  Erzählen der eigenen Geschichte, Gedanken und Gefühle zu haben.

Es hilft  mir sehr, dass Sie das Zuhören als professionelle Dienstleistung  anbieten – so sind die Rollen klar verteilt und ich fühle mich freier.  Gegenüber einer zuhörenden Person, die ganz offen und ohne eigene ‚Agenda‘ ist, lichtet sich durch das Formulieren und Aussprechen mein innerer Nebel. Ich darf weinen und lachen und schweigen, und bin dabei nicht allein.

Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt. Danke!“

Aus der Mail-Rückmeldung nach einem Zuhörer-Telefonat

Hier geht es zu meinem Angebot: https://zuhoerer-ruhr.com/

Es ist Schweigen

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Das ewige Urprinzip
kann weder ausgesagt
noch begreiflich gemacht werden.

Die Worte versagen,
um Sein Wesen zu beschreiben.
Niemand kann das Unendliche
in der Sprache des Endlichen ausdrücken.

Es ist Schweigen.

Ramakrishna (1836 – 1886)

Das Meer des Gemüts still und klar werden lassen

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Ich habe die glühende Sonne gefragt: „Wie kann ich deine Lebenskraft empfangen?“ Sie sagte: „Indem du meine Strahlen in vollem Schweigen und bewusst einatmest.“ Ich habe den Mond gefragt: „Woher hast du die magische Kraft der Anziehung erworben?“ Er sagte: „Durch Hingabe und geduldiges Schweigen!“ Ich sprach zum Ozean: „Verkünde mir dein Geheimnis.“ Er sagte: „Nur in der Stille widerspiegelt sich in mir der Himmel mit all seiner Herrlichkeit.“ Schweigt in mir, ihr meine Begierden, Triebe, Gefühle, Wünsche, Gedanken, damit das Meer meines Gemüts still und klar werde, und meine Seele sich im Spiegel meines Herzens in ihrer göttlichen Herrlichkeit offenbare.

Hossein Kazemzadeh Iranschähr (1884 – 1962) in: Die Heilkraft des Schweigens

Hauch des göttlichen Atems

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Was das eigentlich mystische Gebet angeht, das heißt den Zustand der mit dem Göttlichen vereinten menschlichen Seele, wo nicht einmal mehr die Atmung ihr eigen ist, sondern wo sie allein in und durch den Hauch des göttlichen Atems atmet, so ist es das tiefe Schweigen aller Fähigkeiten der Seele – des Verstandes, der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und des Willens -, das zum Beispiel Johannes vom Kreuz in seinen Werken beschreibt und erklärt. Es ist die Vollendung der Liebe zwischen der Seele und Gott.

Valentin Tomberg (1900 – 1973)