Meine Natur ist einzigartig

Ich bin das große aus sich selbst heraus entstandene natürliche Verweilen,
das von Anbeginn als der Ursprung aller Dinge bekannt ist.

Du, der du mit großem Eifer nach mir suchst und dich nach mir sehnst,
erschöpfst dich:
auch im Laufe vieler Zeitalter findest du mich nicht.

Meine Natur ist einzigartig unter allen Dingen,
nicht vergleichbar mit dem, was nicht ich ist,
oder was versucht, ich zu sein.

Aus dem Dzogchen

Eins mit Gott sein: Franz Jalics (1927 – 2021)

Foto: © wak

 

Wenn ich hellwach bewusst bin, aber mein Bewusstsein leer ist, bin ich in meiner Mitte. Dort sind wir nur Geist und befinden uns am nächsten zu Gott, der reiner Geist ist. Es ist ein einfaches Bewusst-Sein, ein bewusstes Da-Sein. Dort ist der Mensch im höchsten Grad Ebenbild Gottes. Dort kann er eine Ahnung davon bekommen, was es bedeutet, eins mit Gott zu sein. Verweilt der Mensch dabei, ist er in reiner Anbetung. Es ist die Anbetung im Geist.

Franz Jalics (1927 – 2021) In: Der kontemplative Weg

Mehr zu Franz Jalics hier: https://web.archive.org/web/20171201041208/https://www.jesuiten.org/aktuelles/details/article/pater-franz-jalics-sj-wird-90-jahre-alt.html

Die Wahrheit offenbart sich in ihrer ewigen Ruhe

Foto: © wak

Verweilend bei dem Nichtbesonderen,
das im Besonderen ist,
Weggehend oder zurückkehrend,
bleiben sie stets unbewegt.

Den Nichtgedanken erfassend,
der in den Gedanken liegt,
Hören sie die Stimme der Wahrheit
in jeder ihrer Taten.
Wie unbegrenzt ist der Himmel der Beschaulichkeit!
Wie durchsichtig das Mondlicht der vierfachen Weisheit!
Insofern die Wahrheit sich in ihrer ewigen Ruhe offenbart,
Ist diese selbe Erde das Lotosland der Reinheit
Und dieser Körper der Körper des Buddha.

Hakuin Ekaku (1685 – 1768)

Der Körper Buddhas

Sie verweilen in dem Nicht-besonderen, das im Besonderen ist.
Ob sie kommen oder gehen, sie bleiben immer unbewegt.
Sie erfassen den Nicht-Gedanken, der in den Gedanken liegt.
Sie hören in jeder ihrer Handlungen die Stimme der Wahrheit.
Wie unbegrenzt ist der Himmel der Kontemplation,
Wie durchsichtig das Mondlicht der vierfachen Weisheit!
Wenn die Wahrheit sich in ihrer ewigen Ruhe offenbart,
Ist sogar diese Erde das reine Land des Lotos
Und dieser Körper der Körper Buddhas.

Hakuin (1686 – 1768) über jene, die das Ideal des Zen verwirklicht haben

Wahre Identität

Handeln bedeutet, gegenüber deinen eigenen Gedanken – den guten wie den schlechten – wahrhaft aufmerksam zu sein, in die wahre Natur aller Gedanken zu schauen, weder die Vergangenheit zu verfolgen noch die Zukunft einzuladen, weder ein Anhaften an freudige Erfahrungen zuzulassen noch sich von traurigen Ereignissen überwältigen zu lassen. Wenn man so vorgeht, versucht man, den Zustand der großen Ausgewogenheit zu erreichen und in ihm zu verweilen; ein Zustand, in dem alles – gut und schlecht, Friede und Verzweiflung – leer ist von wahrer Identität.

Dudjom Rinpoche (1904-1987)