Tanz der Stille im Ballsaal des Herzens

Ramana Maharshi / Bild: Archiv

Ohne den Ich-Gedanken kann es keine anderen Gedanken geben. Wenn andere Gedanken auftauchen, frage: „Wem kommen diese Gedanken? Mir. Wo entsteht dieses ‘Ich’?” Wenn man auf diese Weise nach innen taucht, die Quelle des Geistes aufspürt und das Herz erreicht, wird man zum höchsten Herrn des Universums. Dann gibt es kein Träumen mehr von Dingen wie innen und außen, richtig und falsch, Geburt und Tod, Freude und Leid, Licht und Dunkelheit, o grenzenloses Meer der Gnade und des Lichts, Arunachala, der Du den Tanz der Stille im Ballsaal des Herzens tanzt.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Einen harmonischen Seinszustand erreichen

Photo by Levent Simsek on Pexels.com

Die orientalischen Tänze haben – religiös, mystisch und wissenschaftlich – nichts von ihrer tiefen Bedeutung eingebüßt, die ihnen in längst vergangener Zeit innewohnte. Heilige Tänze waren immer eines der wichtigsten Themen, die in esoterischen Schulen des Ostens gelehrt wurden. Diese Gymnastik hat ein doppeltes Ziel: Zum einen enthält und zeigt sie eine gewisse Form von Wissen, zum anderen dient sie gleichzeitig als Mittel, um einen harmonischen Seinszustand zu erreichen. […] In jener frühen Zeit diente Kunst dem Zweck eines höheren Wissens und der Religion. […] Alter heiliger Tanz ist nicht einfach ein Medium für eine ästhetische Erfahrung, sondern sozusagen auch ein Buch, das […] ein ganz bestimmtes […] Wissen enthält. Aber es ist ein Buch, das nicht alle lesen können, die dies möchten.

Der ganze Beitrag „Die Vorgeschichte der Bewegungen“ von Roger Lipsey zu Georges Gurdjieff (1866 -1949) kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang Oktober 2021 Heft 10, Thema: DIE MUSIKALISCHE DIMENSION DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

Mehr hier:

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Ein echter Lebensprozess

Ob nun das Ziel der Gott des Christentums heißt oder die Weltseele des Pantheismus oder das Absolute der Philosophie, immer ist der Wunsch, es zu erreichen, und das Streben danach – solange dies ein echter Lebensprozess und nicht intellektuelle Spekulation ist – der eigentliche Gegenstand der Mystik. Ich glaube, dass dies Streben die wahre Entwicklungslinie der höchsten Form des menschlichen Bewusstseins darstellt.

Evelyn Underhill (1875 – 1941) in: Mystik. Eine Studie über Natur und Entwicklung des religiösen Bewusstseins im Menschen, München 1928, S. XIV

Wahrhaft Mensch sein

Hazrat Inayat Khan / Bild: Archiv

„Der Zweck der ganzen Schöpfung ist erfüllt, wenn die Vollkommenheit erreicht wird, die der Mensch erreichen kann. Die Heiligen, Seher, Weisen, Propheten, die Meister der Menschheit, sie alle waren menschliche Wesen, und sie offenbarten Göttliche Vollkommenheit durch die Erfüllung ihrer Bestimmung: Wahrhaft Mensch zu sein!” Und „Das Wissen um den Zweck des Lebens verleiht dem Menschen die Kraft, standzuhalten inmitten der widerstrebenden Mächte des Lebens.“

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

Das Herz des absoluten ewigen Seins erreichen

Foto: © wak

Das wirkliche „Gebet“ verbindet alles Seelische, das den Geistesfunken in sich trägt, im sichtbaren wie im unsichtbaren Kosmos, und bringt Kraftströme zur Wirksamkeit, die, auf dem Wege über die ihnen gesetzten Stationen, in Wahrheit zuletzt das Herz des absoluten ewigen Seins erreichen um von dort aus mit „Gnade“ gleichsam „geladen“ zurückzufluten auf den Betenden und alles, worauf sein „Gebet“ gerichtet ist.

Aus: Bô Yin Râ: Das Gebet

 

Den vollständigen Text von Bô Yin Râ über das Gebet finden Sie  hier:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Die Gnade des Gurus ist immer da

Ramana Maharshi / Bild: Archiv

Die Gnade des Gurus ist immer da. Du stellst dir vor, sie sei irgendwo anders hoch in den Himmeln, und sie müsse zu dir herabsteigen. In Wahrheit ist sie in deinem Herzen. Im selben Moment, in dem du durch irgendeine Methode das Eingehen in oder Verschmelzen des Gemüts mit seiner Quelle erreicht hast, schwillt die Gnade an und setzt sich wie ein Springbrunnen innerhalb von dir fort.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Das Gipfelerlebnis im Tal des Alltags verwirklichen

Foto: © wak

Jede Religion entspringt einem Gipfelerlebnis. Dies gilt für ihr innerstes Wesen, aber auch für ihre Entstehung und Entfaltung in der Geschichte. Lehre, Ethik und Ritual, drei Säulen jeder religiösen Tradition, lassen sich auf das mystische Erlebnis zurückführen. Die Lehre ist letztlich der Versuch, seinen Inhalt verstandesmässig zu deuten; die Ethik gibt Anweisungen, wie die beglückende Allzugehörigkeit, die wir auf dem Gipfel erleben, auch im Tal des Alltags willig verwirklicht werden kann; im Ritual feiert die Religion den Gefühlsgehalt mystischer Erfahrung und erreicht ihn sogar in ihren geglücktesten Formen. In Gemüt, Willen und Verstand, entfaltet sich also die Mystik geistig und leiblich in jeder Religion – will sich zumindest so verwirklichen.

David Steindl-Rast in seinem Vorwort zu Abraham H. Maslow: Jeder Mensch ist ein Mystiker. Wuppertal 2014, S. 10

Allen Krankheiten und Leiden ein Ende setzen

Fotos: © wak

Als nun, Manjushri, dieser Meister des Heilens, dieser Tathagata im Lapislazuli-Glanz, Erleuchtung erreichte, war er aufgrund der Kraft seiner grundlegenden Gelübde fähig, alle Geschöpfe zu sehen und über sie zu wachen. Einige dieser Geschöpfe litten an Krankheiten, sie waren ausgezehrt, hatten hohes Fieber, Gelbsucht usw. Andere waren den verderblichen Giften von Dämonen ausgeliefert; noch andere würden ein kurzes Leben haben oder befanden sich an der Schwelle des vorzeitigen Todes. Als er dies sah, hatte er den Wunsch, all diesen Krankheiten und Leiden ein Ende zu setzen und den Wünschen der Geschöpfe zur Erfüllung zu verhelfen. Zu dieser Zeit ging der Erhabene in den Samadhi ein, „der die Leiden aller Wesen vertreibt“. Als er in diesem Samadhi weilte, ging ein strahlendes Licht von der Urna zwischen seinen Augenbrauen aus, und aus ihrer Mitte ertönte der Klang der großen Dharani:

Namo bhagavate bhaisajyaguru-vaidurya prabha-rajaya tathagataya arhate samyak-sambuddhaya tadyatha. Om bhaisajye bhaisajye bhaisajya-samudgate svaha.

Als der Klang dieser Dharani inmitten des strahlenden Lichts verklungen war, hörte man ein lautes Dröhnen, die Erde erbebte, und ein großer Lichtschein wurde sichtbar. Alle Wesen waren von ihren Leiden und Krankheiten frei und gelangten zu Frieden und Glück.

Der vollständige Text des Medizin-Buddha-Sutra findet sich hier: http://www.phathue.de/buddhismus/dharma/medizin-buddha-sutra/