Erleuchtet werden und die anderen erleuchten

Für jedes Glied der Hierarchie kann also die Vollendung nur darin bestehen, daß es zu einem solchen Spiegel Gottes erhoben werde, dem ihm verliehenen Rang gemäß, ja daß es wahrhaftig, was noch göttlicher ist als alles andere vergöttlichende, wie die Schrift sagt, zu einem Mitwirkenden mit Gott werde. So muss jedes Glied der Hierarchie in sich selbst ein gött-liches Wirken darleben und es auch nach außen hervortreten lassen. Und weiter bedingt die Rangordnung der Hierarchie, daß die einen gereinigt werden, die anderen reinigen, daß die einen erleuchtet werden, die anderen erleuchten, und daß die einen vollendet werden und die anderen vollenden.

Theosophie (2) «Das Wesen der Hierarchie» von Dionysios Areopagita (6. Jh.). Hier: Der Zweck der Hierarchie

Weitere Zitate aus dem Text von Dionysios Areopagita finden sich in dem vollständigen Beitrag, der hier nachzulesen ist:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juli 2022, Heft 7 / Thema: MATERIALIEN ZUM FILM

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Werbung

Begegnung von Mensch und Gott

Foto: (c) wak

Die Begegnung von Mensch und Gott
bedeutet immer
ein Eindringen und Eintreten
des Göttlichen in das Menschliche
und ein Sich-Versenken
des Menschen in die Göttlichkeit.

Aurobindo (1872 – 1950)

Das Sterben in der Mystik

Beitrag von Corinna Mühlstedt

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/katholische-welt/katholische-welt-590.html

Mystiker aller Religionen sprechen von einem geistigen „Sterben“, bei dem der Mensch seine Egozentrik überwindet und frei wird für das Göttliche, die Wahrheit, ja, eine weltumspannende Liebe. Die Sendung begibt sich in verschiedenen Kulturen auf Spurensuche.

Vollendung der Liebe zwischen Seele und Gott

Foto: (c) wak

Was das eigentlich mystische Gebet angeht, das heißt den Zustand der mit dem Göttlichen vereinten menschlichen Seele, wo nicht einmal mehr die Atmung ihr eigen ist, sondern wo sie allein in und durch den Hauch des göttlichen Atems atmet, so ist es das tiefe Schweigen aller Fähigkeiten der Seele – des Verstandes, der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und des Willens -, das zum Beispiel Johannes vom Kreuz in seinen Werken beschreibt und erklärt. Es ist die Vollendung der Liebe zwischen der Seele und Gott.

Valentin Tomberg (1900 – 1973)

Eingehen in das Gesetz des Kosmos

Glasfenster von Josef Albers / Foto: (c) wak

Der moderne Maler malt z.B. nicht mehr die duftende taufrische Unmittelbarkeit einer Rose oder Tulpe, sondern sucht die Symbolkraft der Blüte an sich, natürlich mit Hilfe der Rose, der Tulpe, zu zeigen. So ist er bestrebt, indem er die „vor der Nase“ liegende „Natur“ scheinbar übersieht, mit weiter gestecktem Horizont, aber hinter den leiblichen Augen verborgene innere Zusammenhänge des Geschehens zu schauen sucht, durch die Mittel der künstlerischen Form in unmittelbare Berührung mit der Einheit aller Dinge zu kommen, einzugehen in das große Gesetz des Kosmos, sich selber erlösen, durch das Suchen des Göttlichen.

Fritz Neumann-Hegenberg: Kunst der Seele. Aus dem Nachlass, 1921

Der vollständige Beitrag ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

Januar 2022: Sakralkunst

Mehr auch hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Bestellungen: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Seine Früchte werden göttlich sein

Photo by Pixabay on Pexels.com

Der Keim des Göttlichen ist in uns. Wenn der Bauer gescheit und fleißig ist, wird der Keim gedeihen und zu Gott emporwachsen, aus dem er entspringt, und seine Früchte werden göttlich sein. Der Birnensame wächst zu einem Birnbaum heran, der Nusssame zu einem Nussbaum und der Same Gottes zu Gott.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Geborgenheit, Sicherheit, Heimat

Foto: (c) wak

Gott drängt in uns
zur Entfaltung und zum Erwachen.

In uns Menschen
stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar
als Verlangen nach
Geborgenheit, Sicherheit und Heimat.

Willigis Jäger (1925 – 2020)

In Kontakt mit Gott sein

Foto: (c) wak

Das Auge, mit dem ich Gott sehe, ist dasselbe, mit dem Gott mich sieht. Mein Auge und Gottes Auge sind ein und dasselbe im Sehen, ein und dasselbe im Wissen, ein und dasselbe im Lieben.
Meister Eckhart (1260 – 1328)

Dieses „Auge“ ist eine Metapher für inneres Gewahrsein, es steht für das Bewusstsein selbst, besonders in seiner kontemplativen Form der Innerlichkeit. Es repräsentiert die Fähigkeit zur klaren Wahrnehmung. Mein Selbstgewahrsein als Wesen, das sich seiner selbst bewusst ist, ist das Vehikel, mittels dessen das Göttliche mit mir kommunizieren kann.
Umgekehrt kann ich das Göttliche wahrnehmen, kann mit ihm innigst verbunden sein durch eben dieses Selbstgewahrsein. Extrovertiertes und introvertiertes Bewusstsein treffen im Akt mystischer Kontemplation, in welchem die Person in Kontakt mit Gott ist, zusammen. Sowohl der innere als auch der äußere Weg haben das höchste Mysterium zum „Ziel“, aber wir können uns dem Göttlichen nur durch dieses subtile kontemplative Gewahrsein nähern.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. 2004, o.O., S. 148-149

Das Wissen der Praxis erwerben

Johannes Cassian / Bild: Archiv

Wer zur Wissenschaft des Schauens, zur Betrachtung des Göttlichen, zur Erkenntnis der heiligen Erfahrungen gelangen will, muß sich zunächst mit aller Hingabe und Kraft das Wissen der Praxis erwerben: Ohne dies läßt sich die Beschauung nicht erlangen.

Johannes Cassian (360 – 435)

 

Hauch des göttlichen Atems

Foto: © wak

 

Was das eigentlich mystische Gebet angeht, das heißt den Zustand der mit dem Göttlichen vereinten menschlichen Seele, wo nicht einmal mehr die Atmung ihr eigen ist, sondern wo sie allein in und durch den Hauch des göttlichen Atems atmet, so ist es das tiefe Schweigen aller Fähigkeiten der Seele – des Verstandes, der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und des Willens -, das zum Beispiel Johannes vom Kreuz in seinen Werken beschreibt und erklärt. Es ist die Vollendung der Liebe zwischen der Seele und Gott.

Valentin Tomberg (1900 – 1973)