Was ist der Mensch?

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Was ist der Mensch? Ein Engel, ein Tier, ein leerer „Raum“, eine Welt, ein Nichts, das von Gott umgeben ist, Gottes bedarf, Gottes fähig ist, von Gott erfüllt ist, wenn Er dies wünscht.

Pierre de Bérulle (1575 – 1629)

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Gelassener Mensch

heinrich-seuse_klQuelle: wikimedia / gemeinfrei

 

Ein gelassener Mensch
soll nicht allzeit
darauf achtsam sein,
wessen er bedürfe,
er soll darauf sehen,
wessen er entbehren kann.

Heinrich Seuse (1295 – 1361)

Transzendente Energie, deren Quell im Himmel entspringt

Wir bedürfen des Brotes. Wir sind Wesen, die ihre Energie fortwährend von aussen hernehmen, denn in dem Maße, wie wir sie empfangen, verbrauchen wir sie in unseren Anstrengungen. Wird unsere Energie nicht täglich erneuert, werden wir kraftlos und unfähig, uns zu regen.
Ausser der eigentlichen Nahrung, im buchstäblichen Sinn des Wortes, sind alle Anreize Energiequellen für uns. Das Geld, die Beförderung, das Ansehen, die Auszeichnungen, die Berühmtheit, die Macht, die Wesen, die wir lieben, alles, was uns zum Handeln befähigt, ist wie Brot.
Dringt eine dieser Verhaftungen tief genug in uns ein, bis zu den Lebenswurzeln unserer fleischlichen Existenz, so kann die Entbehrung uns zerbrechen und sogar den Tod herbeiführen. Man nennt dies: vor Kummer sterben. Das gleicht dem Hungertod.
All diese Gegenstände der Verhaftung stellen, zusammen mit der eigentlichen Nahrung, unser irdisches Brot dar. Es hängt völlig von den Umständen ab, ob es uns gewährt wird oder versagt bleibt.
Und was die Umstände betrifft, sollen wir nichts erbitten, ausser dass sie dem Willen Gottes gemäss seien. Wir sollen das irdische Brot nicht erbitten.
Es gibt eine transzendente Energie, deren Quell im Himmel entspringt, die in uns einströmt, sobald wir es begehren. Dies ist wirklich unsere Energie; sie vollbringt Taten durch unsere Seele und unseren Leib.
Diese Nahrung sollen wir erbitten.

Simone Weil  (1909 -1943),  Betrachtungen über das Vaterunser, 1941/42

 

Gefunden habe ich diesen Text hier:

http://blog.nootheater.de/2012/12/18/buch-der-freunde-vii/

Die Existenz Gottes erfahren

Es gibt eine undefinierbare Macht,
die alles durchdringt.

Ich fühle sie,
auch wenn ich sie nicht sehe.

Diese unsichtbare Macht
teilt sich selbst mit
und bedarf keiner weiteren Beweise.

Sie ist transzendent,
das heißt sie liegt jenseits dessen,
was meine Sinne wahrnehmen können.

Dennoch gibt sie uns die Möglichkeit,
die Existenz Gottes
in einem ganz bescheidenen Ausmaß zu erfahren.

Mahatma Gandhi (1869-1948)

Keine Erklärung mehr

Es ist ein großer Unterschied zwischen der Art von Gotteserkenntnis, die man durch Schlussfolgerungen erlangt, und der ganz anderen Art von Gotteserkenntnis, die in der Meditation von innen her gewonnen wird.
Aber noch ganz etwas anderes ist es, wenn Gott selbst sich dem Gläubigen offenbart. Sobald Gott selbst einem Verehrer das Wesen der göttlichen Fleischwerdung enthüllt und ihm zeigt, wie er in menschlicher Gestalt spielt, hört alles Nachdenken über das Problem auf, es bedarf keiner Erklärung mehr.

Sri Ramakrishna (1836-1886)