Auf dem Weg der Wahrheit

Foto: © wak

Der Weg, den der Meister zeigt, ist endgültig und direkt; die Einheit ist sein Ziel; er ist seit langem erprobt, natürlich, frei von Illusion und schmerzlos. Einmal auf diesem Weg, kommen weder Ängste noch Zweifel auf. Sind nicht Zweifel und Ängste Eigenschaften der Wege der Finsternis? Wie sollten sie dir also begegnen, auf dem Wege der Wahrheit, den der Meister dir zeigt? So wird der Weg selbst dich überzeugen, dass er der richtige ist.
Es bleibt also nichts anderes mehr für dich zu tun, als deinen Meister zu treffen und von ihm zu lernen. Ihr habt diesen Weg gemeinsam, Gott hat es so gewollt. Er hat ihn vor dir beschritten; jetzt zeigt er ihn dir und du folgst ihm. Wie vielen anderen wirst du den Weg zeigen? Und wie viele werden später dem gleichen Weg folgen? Daher haben Angst und Zweifel sicherlich keinen Platz auf dem Wege der Wahrheit. Wenn du einmal einen Schritt vorwärts gemacht hast, wirst du nicht mehr zurückweichen. Des Meisters Hilfe ist vor allem für den ersten Schritt erforderlich.
Es ist nicht nötig, etwas für deinen Meister zu tun, um den Weg der Wahrheit gezeigt zu bekommen. Wisse, dass er ein Bote Gottes ist, gesandt, um denjenigen den Weg zu öffnen, die durch eigene Anstrengungen gereift sind – entweder durch Liebe zu allen Wesen oder durch die Verehrung Gottes mit Name und Form oder durch beides. Der dir diesen göttlichen Boten schickt, sobald du die nötige Reife erlangt hast, das ist GOTT.

Aus „Ellam Ondre“

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Ein Abend mit Mystik aus Christentum und Islam

Im Lichte des Einen. Christliche trifft islamische Mystik heißt ein Abend in der Erfurter Predigerkirche mit Licht und Stille, Musik und Texten aus Orient und Okzident.

In der Ankündigung heißt es:

Bei aller Unterschiedlichkeit in Glauben, Bekenntnis und Ritus: Christliche und islamische Mystik schaut gemeinsam in eine Richtung, auf den einen Gott und seine Offenbarung in der Welt und im Menschen. Das Licht steht als Metapher und Symbol für diese Perspektive. Aber die Finsternis hat‘s nicht ergriffen.
Das vollständige Programm dieses Abends kann hier heruntergeladen werden:

http://meister-eckhart-erfurt.de/material/Christliche-islamische-Mystik-Kirchentag.pdf

Einen hellen Schein in unsere Herzen geben

gottderbefahl1gottderbefahl2Fotos: © wak

Installation zu 2.Korinther 4,6 in St. Paul, München

Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Das ganze Haus der Welt ist für Dich gemacht

Siehst du nicht,
dass dieses ganze Haus der Welt
für dich gemacht ist?

Das Licht geht in dich ein
und vertreibt die Finsternis, die dich umgibt.
Für dein Wohl wurde die Nacht eingeführt,
für dich der Tag abgemessen.
Für dich wurde der Himmel mit den vielfältigen Strahlen
von Sonne, Mond und Sternen erhellt,
für dich die Erde mit Blumen, Baumpflanzungen und Früchten ausgemalt.
Für dich wurde in der Luft, auf dem Felde und im Wasser
lückenlos die wunderbare Menge der Lebewesen geschaffen,
damit keine traurige Einsamkeit
die Freude an der neugeschaffenen Welt zerstört.

Petrus Chrysologus (*um 380 – 451)

Bleibe nur bei dir selber…

Bleibe nur bei dir selber und laufe nicht nach außen und leide dich aus und such nicht etwas anderes! So tun etliche Menschen, wenn sie in dieser inwendigen Armut stehen, und suchen immer etwas anderes, um dadurch dem Gedränge zu entgehen. Oder sie gehen klagen oder Lehrer fragen und werden noch mehr irregeführt. Bleibe ohne allen Zweifel dabei; nach der Finsternis kommt der lichte Tag, der Sonnenschein.

Johannes Tauler (1300 – 1361)

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Herr hilf mir, dass ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Dass ich nicht danach verlange,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen.
Dass ich nicht danach verlange,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.

Franz von Assisi fälschlicherweise zugeschrieben

 

Aus aktuellem Anlass ;-((