MAGISCHE BLÄTTER  BUCH XI | HERBST 2022

Bewundernd stehst du vor den „Wundern der Natur“, ohne zu ahnen, daß da alles was du wahrnimmst, aus  d e i n e m  nun gebannten ewigen  G ei s t e s w i l l e n  stammt, und weitaus   w u n d e r b a r e r  wäre, würde das Reich, das du „die Natur“ nennst, und dem du selbst nunmehr verhaftet bist, dich heute noch als seinen  H e r r n  erkennen können. –

Nun müssen alle Kräfte in ihm weiter wirken wie die Räder eines Uhrwerks, das man einmal aufgezogen hat. Du  a l l e i n  kannst auch „die Natur“  e r l ö s e n, und wenn darüber noch Millionen Jahre vergehen sollten!

Aber glaube nicht, daß dieser kleine Stern auf dem wir hier jetzt leben, für sich  a l l e i n  die Folgen deines „Falles“ trägt! Den ganzen physisch wahrnehmbaren Weltenraum mit allen seinen Sonnen und Planeten, hat der Mensch, durch seinen Fall aus dem Bewusstsein seiner Geistesmacht, dazu verurteilt, ohne „Gott“ zu sein, denn nur  d e m  M e n s c h e n  allein war urbedingt einst anvertraut, was heute unsichtbare geistesferne Machtgier sich zu eigenem Herrschbereich erzwungen hat.  Bô Yin Râ, Das Buch der königlichen Kunst

Mit Texten von Roland Pietsch, Gary Snyder, Novalis, Joseph Campbell, Bill Moyers, Johannes Heisig, Rolf Schott, Gustav Meyrink, Max Thalmann, Saskia Trebing, Frances Schöneberger sowie Bildern, Illustration und Filmografien von Joseph Anton Schneiderfranken, Ewald Hoinkis,  Hauke Johanna Gerdes, Lama Anagarika Govinda, Charlotte Behrend-Corinth, Hans Poelzig, Fidus und Max Thalmann.

EINZELBUCH, 341  Seiten  20,- € / ISBN-Nr. 978-3-948-5941-4-5

Verlag Magische Blätter, Ronnenberg

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Der Golem wie er in die Welt kam | Film und Architektur im Jakob-Böhme-Bund

Plakat zu Paul Wegeners Film „Der Golem, wie er in die Welt kam“

 

Eine eindringliche Beschreibung der Prager Judenstadt finden wir in Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“ von 1915:

„Die Wasserschauer fegten über die Dächer hin und liefen an den Gesichtern der Häuser herunter wie Tränen. Die mißfarbigen Häuser hockten da vor meinen Augen wie verdrossene alte Tiere im Regen. – Ohne Überlegung hingebaut standen sie da, wie Unkraut, das aus dem Boden dringt. Dort ein halbes, schiefwinkliges Haus mit zurückspringender Stirn –, ein anderes daneben: vorstehend wie ein Eckzahn. Und manchmal fährt da ein schwaches Beben durch ihre Mauern das sich nicht erklären läßt, Geräusche laufen über ihre Dächer und fallen in den Regenrinnen nieder – und wir nehmen sie mit stumpfen Sinnen achtlos hin, ohne nach ihrer Ursache zu forschen.“

Anorganisches wird hier in Lebendiges beschrieben, der Anthropomorphismus (die Beschreibung der Häuser wie Menschengestalten) nimmt die Geschichte voraus, von dem gespenstischen Golem, den der Rabbi Löw aus einem Lehmklumpen geschaffen hatte und den er zum Leben erweckte.

 Aus der Einführung von Gerhard Büttenbender zu „Der Golem, wie er in die Welt kam“ im Rahmen der Filmreihe „Die Geometrie des Phantastischen“ zum Expressionismus im Deutschen Film, Kino im Künstlerhaus, Hannover 30.11.1998

Jetzt aktuell nachzulesen in:

Magische Blätter HEFT 6  |  Juli 2020
TITELTHEMA: ARCHITEKTUR & FILM IM JAKOB-BÖHME-BUND
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