Auf dem Weg zur Gelassenheit

Die massiven Einschnitte in das Leben vieler Menschen durch die Corona-Pandamie und die lang andauernden Einschränkungen durch Lockdowns haben so deutlich wie sonst kaum spürbar werden lassen, dass es an Gelassenheit mangelt, an Gleichmut. Im Christentum wie im Buddhismus sind Gelassenheit und Gleichmut wesentliche Konstanten in unruhigen Zeiten. Mit dem von Meister Eckhart erstmals in den Sprachgebrauch eingeführten Begriff der „gelazenheit“ und seiner Bedeutung, kann sich der Mensch auf den Weg machen, von seiner Ichbezogenheit wegzukommen. Am Ende dieses Weges der Gelassenheit sind Ruhe, Weisheit und Hingabe zu finden. Und das über die Grenzen von Religionen und Konfessionen hinweg.

Bei Buddha und in Texten von Meister Eckhart bis Thomas Merton finden wir Gedanken über Gelassenheit und Gleichmut. Ist Gleichmut im Buddhismus Teil der Geistesschulung, wo es um Nicht-Anhaften und Unterscheidung geht, wird im Christentum betont, dass der gelassene Mensch im Jetzt lebt und sein Ego hinter sich lässt. Das hat ganz praktische Konsequenzen für das konkrete Leben im Alltag. Und es hilft, Krisenzeiten besser durchstehen zu können.  Diesen Impulsen nachzuspüren ist ebenso spannend wie lohnend.  (w.a.k.)

Eine Einzige

Alle Mystiker haben es kurz gesagt. Einer aber ausführlich: Sämtliche Konfessionen der bekannten Gruppierungen sind am Anfang auf dem Weg des Wegschreiters in seinen Augen eine Einzige und erscheinen als eine Einzige.
Stellt er einen Unterschied fest oder macht er einen Unterschied, so ist er Trenner und Unterscheider, nicht Sucher.
Dieses Unterscheiden ist für den Sucher noch eine Absperrung des Weges.

Mir Syed Ali bin Shahab-ud-Din Hamadani (1384-1314)