… bis auf den Grund meiner Seele

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Wende mein Herz zu Dir
bis auf den Grund meiner Seele,
wo ich im Schweigen
vom Geräusche der Geschöpfe,
ungehindert vom Aufruhr störender Gedanken,
bei Dir weile,
Dich immer gegenwärtig finde,
Dich liebe und verehre.

Leonard Lessius S.J. (1554–1623)

Durch nichts mehr belohnt

Wo man
durch „nichts“
mehr belohnt wird,
durch nichts Angebbares,
weder außen noch innen,
da ist als dieses „nichts“
in Wirklichkeit Gott gegenwärtig.
Und der endliche Verlust
ist der unendliche Gewinn,
dessen Schätzung eingeübt wird
durch diesen Verlust.
Man „zahlt drauf“
im Leben mit sich selbst.
Und nur um diesen Preis
ist Gott erhältlich.

Karl Rahner SJ (1904 – 1984)

Ewige Natur

Dieser deutsche Schriftsteller (Namens Jakob Böhme), der vor beinahe zwei hundert Jahren gestorben, und in seiner Zeit als der erste Theosoph angesehen ward, hat in seinen zahlreichen Schriften, die beinahe 30 verschiedene Abhandlungen enthalten, die außerordentlichsten und staunenswerthesten Mittheilungen niedergelegt: …

… Der Leser wird darin finden, daß die ganze gegenwärtige, physische und elementare Natur nur ein Überbleibsel und eine Verwandlung einer frühern Natur ist, welche vom Verfasser die ewige Natur genannt wird.

Louis Claude de Saint-Martin (1743 – 1803) in seinem Beitrag “Der Dienst des Geist-Menschen“

Hier kann der Beitrag vollständig gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IX
CIII. Jahrgang Frühling 2022

Februar 2022: Sakralkunst (2)

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Einfach Sein

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Das Selbst ist immer gegenwärtig. Jedermann möchte das Selbst erkennen. Welche Hilfe braucht man, um sich selbst zu erkennen? Die Menschen möchten das Selbst als etwas Neues sehen. Aber es ist ewig und gleichbleibend. Sie wollen es als strahlendes Licht oder so etwas sehen. Wie wäre das möglich! Es ist weder Licht noch Finsternis. Es ist nur, was es ist, und kann nicht definiert werden. Die beste Definition ist „Ich bin, der ich bin”. Die Shrutis (heiligen Schriften) beschreiben das Selbst als von Daumengröße, als Spitze eines Haares, als elektrischen Funken, unermesslich, feiner als das Feinste usw. Es ist nur Sein, aber verschieden vom Wirklichen und Unwirklichen; es ist Erkenntnis, aber verschieden von Wissen und Nichterkenntnis. Wie kann man es überhaupt definieren? Es ist einfach Sein.

Ramana Maharshi in: Sei, was du bist! Herausgegeben von David Godman. 2001, Bern / München / Wien, S. 20

Tiefere Schau nach innen vermitteln

… Es wäre grober Irrtum, wollte man meinen, daß jedes moderne Bild gut sein müsse, nur weil es eben modern ist, und ebenso wäre es verfehlt, würde man von vornherein einen Künstler abtun, nur weil er sich nicht der gegenwärtig vorherrschend gebräuchlichen Ausdrucksmittel bedient; maßgebend allein ist die Gesinnung, welche dem Künstler Antrieb zum Schaffen wird, denn aus ihr heraus werden sich entweder seine Werke zu Stufen entwickeln, die immer höhere geistige Erkenntnis, immer tiefers Schauen nach innen vermitteln – oder aber die ganze Produktion des Malers, der nicht mehr Künstler zu nennen ist – wird sich auf einer Ebene vollziehen, die nur in dem Streben nach besonders ergiebiger Wirtschaftlichkeit aufgesucht wird. …

Friedrich Rudolf Schwemmer in seinem Beitrag „Kunst und Kunstbetrachtung“. Erschienen in: Magische Blätter, Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung, VII. Jahrgang, S. 52 – 62, Verlag Magische Blätter, 1926, Leipzig

Der ganze Beitrag Schwemmers ist aktuell hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

Januar 2022: Sakralkunst

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Allen zugeneigt

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Mutter Jesu,                                                  A: bitte für uns

Mutter, allen zugeneigt,

Mutter nach unserem Herzen,

Mutter von Generation zu Generation,

Mutter unserer Mütter,

Mutter jeder Sehnsucht,

Mutter aller Tränen,

Mutter der Gerechtigkeit,

Mutter der Armen,

Mutter der Menschheit,

Mutter des Erlösers,

Mutter der Kirche,

liebliche Jungfrau,

offenherzige Jungfrau,

schwesterliche Jungfrau,

zärtliche Jungfrau,

heitere Jungfrau,

freieste Jungfrau,

Spiegel der Frauen,

Hort des Erbarmens,

Wurzel der Zärtlichkeit,

stets Gegenwärtige,

Stimme des Lobes,

Blüte der Hoffnung,

Quelle der Stärke,

Herz aus Gold,

Arche der Heimatlosen,

Hafen des Himmels,

Stern der Einsamen,

Zuflucht in Not,

Trost der Hinterbliebenen,

Hilfe der Unschuldigen

Dienerin des Heiligen Geistes,

Dienerin der Engel,

Dienerin deines Volkes,

Dienerin der Unterdrückten,

Dienerin der Märtyrer,

Dienerin der Behinderten,

Dienerin der Sterbenden,

Dienerin der verlorenen Seelen,

Dienerin der Versöhnung,

Dienerin des Friedens,

Dienerin deiner Diener,

Dienerin unseres Herrn Jesus Christus,

Dienerin Gottes,

Frère Léonard, Taizé

Die Wahrheit weilt in unserem Herzen

Vivekananda  | Foto: Archiv

„Das Himmelreich ist in Euch!“ sagt Jesus; ebenso sagt der Vedanta, und jeder große Lehrer. „Wer Augen hat zu sehen, der sehe, und wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Der Vedanta legt dar, daß die Wahrheit, die wir so lange gesucht haben, gegenwärtig ist, und die ganze Zeit über in uns war. In unserer Unwissenheit dachten wir, wir hätten sie verloren und gingen weinend und schreiend in der Welt umher im Bemühen die Wahrheit zu finden, während sie doch all die Zeit über in unsern eigenen Herzen weilte. Da allein können wir sie finden.

Vivekananda  (1863 – 1902) in: Inana Yoga. Stuttgart / Heilbronn 1923, S. 87-88

Unser Sein lebt im Herzen des deinen

Merton in der Abtei Gethsemani | Bild: Archiv

Gott, wir sind eins mit dir. Du hast uns mit dir eins gemacht. Du hast uns zugesagt, dass du in uns wohnst, wenn wir einer den anderen annehmen.

Hilf uns, die Offenheit füreinander zu wahren und für sie zu kämpfen mit all unserer Kraft.

Hilf uns begreifen, dass wir einander nicht verstehen können, wenn wir einander ablehnen.

Gott, wenn wir einer den anderen annehmen, vorbehaltlos und vollständig, mit weit geöffnetem Herzen, nehmen wir dich selber auf, empfangen wir dich, beten wir dich an, bist du es, den wir lieben mit unserem ganzen Sein.

Denn unser Sein lebt im Herzen des deinen, und unser Geist hat seine Wurzeln in deinem Geist.

Erfülle uns mit Liebe, und lass diese Liebe uns unter einander verbinden, wenn auch die Wege, die wir gehen, verschieden sind. Vereine uns in diesem Geist, der dich gegenwärtig macht in der Welt, der dich zum Zeugen jener Wirklichkeit macht, die nicht mehr überschritten werden kann: zum Zeugen der Liebe.

Die Liebe hat alles überwunden, die Liebe siegt.

Thomas Merton (1915–1968)

Unsere Seele macht beständig Lärm…

Simone Weil ~ Bild: Archiv

Unsere Seele macht beständig Lärm, aber es gibt einen Punkt in ihr, der Schweigen ist und den wir niemals vernehmen. Wenn das Schweigen Gottes Eingang findet in unsere Seele, sie durchdringt und dort sich jenem Schweigen verbindet, das heimlich in uns gegenwärtig ist, dann haben wir hinfort in Gott unseren Schatz und unser Herz; und der Raum öffnet sich uns wie ein Frucht, die sich teilt, denn wir sehen das Universum von einem Punkt, der außerhalb des Raumes gelegen ist.

Simone Weil (1909 – 1943)

Was heißt es wenn der Proletarier sagt: Jesus war ein guter Mensch?

Denkmal für Thomas Müntzer in Memleben | Foto: © wak

„Was heißt es, wenn der Proletarier in seiner Welt des Mißtrauens sagt: Jesus war ein guter Mensch? Es heißt, daß man zu ihm kein Mißtrauen zu haben braucht. Der Proletarier sagt nicht: Jesus ist Gott. Aber mit dem Wort von dem guten Menschen Jesus sagt er jedenfalls mehr, als wenn der Bürger sagt: Jesus ist Gott. Gott ist für ihn etwas, was der Kirche angehört. Aber in den Fabrikräumen kann Jesus gegenwärtig sein als der Sozialist; in der politischen Arbeit als der Idealist; im proletarischen Dasein als der gute Mensch. In ihren Reihen kämpft er mit gegen den Feind, den Kapitalismus“.

Dietrich Bonhoeffer, Gesammelte Schriften, 3. Band, 174. Beginn des „Geleitwortes“ von Helmut Gollwitzer (1908 – 1993) zu dem Buch „Jesus für Atheisten“ von Milan Machovec (1925 – 2003)