Berge sind Berge, Flüsse sind Flüsse

Foto  © wak

Bevor ich für dreißig Jahre Zen studiert hatte, sah ich Berge als Berge und Flüsse als Flüsse.
Als ich ein besseres Verständnis entwickelt hatte, kam ich an den Punkt, wo ich sah, dass Berge nicht Berge sind und Flüsse nicht Flüsse.
Aber jetzt, wo ich in der Ruhe beheimatet bin, sage ich: Berge sind wirklich Berge und Flüsse wirklich Flüsse.

Hsing-ssu / Seigen Gyoshi (660 – 740)

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Warum nicht heute Morgen aufwachen?

 

Foto: © wak

Mein Innerstes,
höre mir zu,
der größte Geist,
der Lehrer ist nah,
wache auf, wache auf!

Renne zu seinen Füßen –
er steht gerade jetzt
ganz nah bei dir.

Millionen von Millionen
von Jahren hast du geschlafen.
Warum nicht
heute Morgen aufwachen?

Kabir (1440-1518)

 

Gefunden habe ich das Zitat in dem Buch von Vincento Kavod Altepost: Grundlegende Gutheit – Innere Freude – Ein beschenktes Leben:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Verflossene Tage

Meister Eckhart-Tür an der Predigerkirche in Erfurt    Foto: © wak

 

Die Tage,
die seit sechs oder sieben
Tagen verflossen sind,
und die Tage,
die da waren
vor sechstausend Jahren,
die sind dem heutigen Tage
so nahe wie der Tag,
der gestern war.
Weil die Zeit
in einem gegenwärtigen Nun ist.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Der Augenblick ist mein…

jetztuhrFoto: © wak

 

Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;

Der Augenblick ist mein,
Und nehm ich den in acht
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius  (1616 – 1664)

 

Allen Leserinnen und Lesern von mystikaktuell.wordpress.com wünsche ich auf diesem Weg einen guten Übergang in das kommende Jahr 2017!

Werner Anahata Krebber

Mit unserem Potenzial Verbindung aufnehmen

Wenn wir einen dunklen Raum betreten
und das Licht anmachen,
spielt es keine Rolle,
ob der Raum
einen Tag, eine Woche oder zehntausend Jahre lang
dunkel war
– wir schalten das Licht an
und er ist erleuchtet.

Sobald wir
mit unserem Potenzial
zu lieben und glücklich zu sein,
Verbindung aufnehmen,
wird es hell.

Sharon Salzberg  (*1952)

Geist über den Wassern

TaubeTaube

Keramik Gretel Schulte-Hostedde (1902 – 1973)  Foto (c) wak

 

Als Geist Gottes
schwebt sie
seit tausenden Jahren
über den Wassern,
die Taube.

Nur selten aber
kehrt sie heute zurück
mit einem Ölblatt
im Schnabel,
wie noch bei Noah.

w.a.k.

Allen Leserinnen und Lesern gesegnete Pfingsttage!