Unaussprechliches enthüllt – Beginenmystik am 2. September in Köln

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Wenn die Seele allein steht
in der uferlosen Ewigkeit,
weit geworden,
gerettet durch die Einheit,
die sie aufnimmt,
dann wird ihr etwas Einfaches enthüllt,
das Unaussprechliche,
das reine und nackte Nichts.

Hadewijch von Antwerpen (ca. 1220-1260)

Mehr zur Mystik der Beginen im Mystikkreis Köln am 2. September hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/08/21/strahlkraft-der-beginen-mystik-2-september-in-koeln/

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Das lautere Herz in uns erwecken

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Die Praxis des Sitzens in Meditation … ist das Mittel, mit dem wir das Gutsein wiederentdecken und überdies das lautere Herz in uns erwecken können. In dieser Haltung bist du dieser nackte Mensch, der zwischen Himmel und Erde sitzt. Wenn dein Rücken einsinkt, versucht du dein Herz zu schützen oder gar zu verbergen. Aber wenn du aufrecht und trotzdem entspannt sitzt, dann ist dein Herz nackt. Dein ganzes Sein ist bloßgelegt, vor allem vor dir selbst, aber auch vor anderen. Beim stillen Sitzen, in dem du dem Atem folgst, wie er ausströmt und verfliegt, stellst du die Verbindung zu deinem Herzen her.

Chögyam Trungpa (1939-1987)

Weit geworden in der uferlosen Ewigkeit

Wenn die Seele allein steht
in der uferlosen Ewigkeit,
weit geworden,
gerettet durch die Einheit,
die sie aufnimmt,
dann wird ihr etwas Einfaches enthüllt,
das Unaussprechliche,
das reine und nackte Nichts.

Hadewijch von Antwerpen (ca. 1220-1260 )

Nackte Sehnsucht

Entleertes, bilderloses Denken, ein klares Schauen im göttlichen Lichte und eine reine Entrückung des Geistes vor das Antlitz Gottes: diese drei zusammen bilden und erzielen das wahrhaft schauende Erleben, darin niemand sich irren kann. Der reine Geist nämlich neigt sich beständig zu dem verklärten Verstand und folgt ihm mit nackter Sehnsucht zu seinem Ursprung .

Jan van Ruusbroec (1293 – 1381)

Alle Bilder gehen lassen

Glücklich der Mensch, der ständig alle Bilder gehen lässt, nach innen schaut und den Geist zu Gott erhebt, so dass er zuletzt alle Hindernisse vergisst und hinter sich lässt, denn nur so kann er sich innerlich mit dem nackten, reinen, einfachen Geist und mit den Gefühlen auf Gott, den reinsten und einfachsten Gegenstand, konzentrieren.

Albertus Magnus (*um 1200 – 1280)  zugeschrieben

Licht und leer

Was für Wahrnehmungen dir auch begegnen, du solltest wie ein kleines Kind sein, das in einen wunderschönen Tempel kommt: Es schaut, aber keinerlei Greifen mischt sich in seine Wahrnehmung. So bleibt alles frisch, natürlich, lebendig und unverdorben. Wenn du alles in seinem eigenen Zustand belässt, verändert sich seine Form nicht, seine Farben verblassen nicht und sein Glanz verschwindet nicht. Was immer auch erscheint, bleibt unbefleckt von jeglichem Greifen, und so ersteht alles, was du wahrnimmst als die nackte Weisheit von Rigpa, der Untrennbarkeit von Lichtheit und Leerheit.

Dudjom Rinpoche

Sehnsucht zum Ursprung

Entleertes, bilderloses Denken, ein klares Schauen im göttlichen Lichte und eine reine Entrückung des Geistes vor das Antlitz Gottes: diese drei zusammen bilden und erzielen das wahrhaft schauende Erleben, darin niemand sich irren kann. Der reine Geist nämlich neigt sich beständig zu dem verklärten Verstand und folgt ihm mit nackter Sehnsucht zu seinem Ursprung.

Jan van Ruusbroec (1293 – 1381)