Wovon der Mystiker überwältigt wird

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Wie können wir den Mystiker denn ganz allgemein und so umfassend wie möglich charakterisieren? Er ist jemand, der auf überwältigende Weise die Anwesenheit erfährt von etwas, das ihn selbst übersteigt und viel wichtiger ist als alles, was man durchweg als Wirklichkeit betrachtet. Das menschliche Universum – die Welt, in der wir leben, und die uns so selbstverständlich und solid erscheint – wird für den Mystiker zu einer durchsichtigen Bühnenwand, weil sich ihm eine andere, endgültige Wirklichkeit anmeldet. Und diese Wahrnehmung einer unvergleichlichen Gegenwärtigkeit ist von einem komplementären psychologischen Phänomen begleitet: der Mystiker fühlt seine normale Ichheit verschwinden. Seine Persönlichkeit – das ist die bestimmte, je eigene Weise, in der man seine Existenz vollzieht – verliert ihre Umrisse. Die Abgeschlossenheit des Menschen, der „er selber ist“, wird bei ihm durchbrochen, seine Einsamkeit wird aufgehoben.

Paul Mommaers in: Was ist Mystik? Frankfurt/M. 1996, S 24

Zwischendurch: Ich bin Ihr ZuHörer

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„Zwei offene Ohren“ – Die Seite Ihres ZuHoerers Werner A. Krebber

 

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Wie können wir den Mystiker charakterisieren?

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Wie können wir den Mystiker denn ganz allgemein und so umfassend wie möglich charakterisieren? Er ist jemand, der auf überwältigende Weise die Anwesenheit erfährt von etwas, das ihn selbst übersteigt und viel wichtiger ist als alles, was man durchweg als Wirklichkeit betrachtet. Das menschliche Universum – die Welt, in der wir leben, und die uns so selbstverständlich und solid erscheint – wird für den Mystiker zu einer durchsichtigen Bühnenwand, weil sich ihm eine andere, endgültige Wirklichkeit anmeldet. Und diese Wahrnehmung einer unvergleichlichen Gegenwärtigkeit ist von einem komplementären psychologischen Phänomen begleitet: der Mystiker fühlt seine normale Ichheit verschwinden. Seine Persönlichkeit – das ist die bestimmte, je eigene Weise, in der man seine Existenz vollzieht – verliert ihre Umrisse. Die Abgeschlossenheit des Menschen, der „er selber ist“, wird bei ihm durchbrochen, seine Einsamkeit wird aufgehoben.

Paul Mommaers in: Was ist Mystik? Frankfurt/M. 1996, S 24

Den Menschen wachsen lassen

Das Ziel aller Erziehung sollte die Ausbildung der Persönlichkeit sein. Statt dessen versuchen wir, das Äußere aufzupolieren. Was nützt ein Aufpolieren des Äußeren, wenn kein Inneres vorhanden ist? Ziel und Zweck der Ausbildung ist es, den Menschen wachsen zu lassen.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Nicht getrennt von Allem

Nachahmen und Vergleichen sind von Schaden. Es gibt keine zwei gleiche Buddhas – wie wunderbar! – und auch keine zwei gleiche Geschichten des Erwachens. Es bist immer genau du und genau deine Geschichte ist die richtige. Genau jetzt, genau hier, genauso wie du bist – mit allen Schwächen und Stärken deiner Persönlichkeit. Nichts kann Erwachen verhindern, nicht ist vorher zu erledigen oder zu ändern. Aber du bist frei, aufzuwachen oder noch ein wenig zu schlafen – auch das ist okay! Vielleicht hast du ja gerade einen wunderschönen Traum … und dann bist du einfach ein Buddha, der träumt…

Der Preis ist nicht hoch, es kostet einfach nur alles andere. Der Preis, der zu entrichten ist, ist die Aufgabe der ganzen Illusion von Welt, von ich, von mein, von gut und schlecht, von Wollen und Nicht-Wollen. Die Währung heißt Hingabe, heißt Akzeptanz, heißt „Dein Wille geschehe, in Deine Hände befehle ich meinen Geist”, heißt Ja, es ist okay wie es ist, wie auch immer, wie auch immer es sein mag – ich bin zufrieden, in Frieden. Der Gewinn ist unermessliches, übervolles, von Liebe überfließendes Nichts, Nichts – nicht getrennt von Allem.

Pyar Rauch (*1960)