Wolke des Nichtwissens

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Glaube nicht, daß ich, weil ich von einer Dunkelheit oder Wolke spreche, eine Wolke meine, die aus Dunst geballt ist, wie er in der Luft schwebt, oder eine Dunkelheit, wie sie zur Nachtzeit bei dir zu Hause herrscht, wenn deine Kerze gelöscht ist. Denn eine solche Dunkelheit und Wolke kannst du mit der Vorstellungskraft und dem Verstand selbst am hellsten Sommertag vor deinem geistigen Auge sehen, nicht anders als du dir umgekehrt in der dunkelsten Winternacht ein helles, leuchtendes Licht vorstellen kannst. Solch ein Irrtum sei ferne von dir; so meine ich es nicht. Wenn ich nämlich „Dunkelheit“ sage, so meine ich einen Mangel an Wissen; so wie dir alles, was du nicht weißt oder vergessen hast, dunkel erscheint, weil du es nicht mit deinem geistigen Auge siehst. Aus diesem Grund wird die Wolke nicht eine Wolke der Luft, sondern eine Wolke des Nichtwissens genannt, die sich zwischen dir und deinem Gott befindet.

Wolke des Nichtwissens, (14. Jahrhundert), 4. Kapitel

Auf dem Weg zu unserer Tiefe

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Die Weisheit aller Zeiten und aller Erdteile spricht zu uns über den Weg zu unserer Tiefe. Er ist auf unzählige verschiedene Weisen beschrieben worden. Aber alle, die sich um diesen Weg bemüht haben, Mystiker und Priester, Dichter und Philosophen, Ungebildete und Gebildete, alle, die ihn beschritten haben – sei es durch Beichte, einsame Selbsterforschung, innere oder äußere Katastrophen, Gebet, Versenkung -, alle haben dieselbe Erfahrung bezeugt. Sie erfuhren, dass nichts dem Bilde entsprach, das sie von sich hatten, selbst wenn sie in eine tiefere Schicht unter die täuschende Oberfläche vorgestoßen waren. Jene tiefere Schicht wurde selbst zur Oberfläche, wenn eine noch tiefere entdeckt wurde. Das ereignete sich immer und immer wieder, solange sie lebten, solange sie sich auf dem Weg zu ihrer Tiefe befanden.

Paul Tillich (1886-1965) in: Religiöse Reden. Berlin / New York 1987, S. 55

Bedeutung für die Menschheit

Filmplakat Nostalghia von Andrej Tarkowskij, 1983

 

Filmtherapie wird dann wirksam, wenn sich der Filmemacher auf einer inneren Suche befindet oder mit einer inneren Frage oder einem Problem beschäftigt ist, das eine Bedeutung für die Menschheit hat. Die Arbeit am Film ist für den Filmemacher und seine Mitarbeiter ein Prozess der Heilung, dessen Ergebnis schließlich wie ein Medikament auf die Menschlichkeit der Zuschauer wirkt. Alles hängt von der inneren Intention des Filmemachers während der Arbeit ab.

Anghelo Taylor, einer der Verfasser des „Filmtherapie-Manifests“ in dem Beitrag: „Film als Mittel des künstlerischen Ausdrucks, der Heilung und der Selbst-Entwickung“ von Prof. Raffi Ladysz / Arts and Hearts Association (AHA!)

Unter dem Aspekt Film als Therapie wird auf die Arbeiten von Robert Bresson, Andrej Tarkowskij, Krzystof Kieslowski und Ingmar Bergman hingewiesen.

Der komplette Text  ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

HEFT 2 | Februar 2021
TITELTHEMA: Jacob Böhme (2)

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Den Sinn auf das welches sieht richten

 

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Nimm Dir täglich eine Viertelstunde. Halte deine Augen offen und versuche deinen Sinn unablenkbar aus „das, welches sieht“ zu richten.

Es befindet sich in dir selbst. Erwarte nicht zu finden, dass „Das“ irgendetwas Bestimmtes ist, auf das sich der Sinn leicht richten lässt; dem wird nicht so sein. Obgleich es Jahre in Anspruch nimmt, jenes „Das“ zu finden, werden sich die Ergebnisse dieser Konzentrierung bald bemerkbar machen – in vier bis fünf Monaten – durch allerhand unbewusstes geistiges Schauen, Seelenruhe, durch die Kraft im allgemeinen, doch ist es stets unbewusste Kraft.

 

Meister in Indien. Verbürgte Mitteilungen über indische Mahâtmas und ihre Lehren von Felicita R. Scatcherd – (Es geht um einen Besuch bei Ramana Maharshi)

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 8  |  September 2020

TITELTHEMA: EIN VERSCHÜTTETER TEMPEL

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Auf unser Herz treffen

Die Anleitungen zur Achtsamkeit, zur Leerheit oder zur Arbeit mit Energie sagen alle dasselbe: dranbleiben, exakt am Punkt bleiben, das nagelt uns fest. Es legt uns auf genau den Kreuzungspunkt von Raum und Zeit fest, an dem wir uns befinden. Wenn wir genau hier innehalten und die Impulse nicht ausagieren oder unterdrücken und weder anderen noch uns selbst die Schuld geben, dann treffen wir auf eine offene Frage, auf die es keine schematische Antwort gibt. Wir treffen auf unser Herz.

Pema Chödrön (* 1936 )

Hineinschauen um uns selbst zu entdecken – Dzogchen im Mystikkreis Köln am 3. März

Die Sichtweise von Dzogchen ist es nicht, nach außen zu schauen und zu urteilen. Im Dzogchen sollte man sich im Zustand des Wissens befinden. Deshalb verwenden wir Brille und Spiegel als Beispiele. Durch eine Brille kann man nach außen, auf äußere Objekte schauen – ein Beispiel für den dualistischen Blickwinkel. Für das Prinzip des Dzogchen steht der Spiegel: Wir schauen hinein, um uns selbst zu entdecken.

Der Dzogchen-Meister Chögyal Namkhai Norbu in: Spiegel des Bewusstseins

Der buddhistische Weg des Dzogchen lehrt seit vielen Jahrhunderten einen sehr direkten Zugang zur Selbstbefreiung. Allen Alltagserfahrungen zum Trotz, geht die Lehre davon aus, dass jeder Augenblick und jede Situation des Lebens bereits perfekt und vollkommen ist. Für den Praktizierenden des Dzogchen gibt es aus dieser Sicht keinen Mangel und kein Zuviel. Mehr noch: Im ursprünglichen und reinen Gewahrsein kann er jenseits aller Begrenzungen zum Zustand der Allwissenheit und Erleuchtung kommen. Dzogchen gilt als die tiefgründigste Lehre des Buddhismus. Bezeichnet wird sie auch als die Herz-Essenz der Großen Vollkommenheit.

Dieser herausfordernden Lehre wollen wir uns am 3. März behutsam annähern und sie anhand von Texten beleuchten.

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei Rani Tel: 0221 2406997/ eMail: weissefeder@netcologne.de. Vielen Dank!

Wir treffen uns an jedem ersten Sonntag im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch. Im monatlichen Wechsel geht es einen Sonntag um mystische Themen am anderen Sonntag um Doing Nothing-Praxis.

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag: 15,– (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani und Werner

Herausfinden in welcher Verfassung – Dzogchen am 3. März im Kölner Mystikkreis

Dzogchen kann man nicht als Religion betrachten. Es wird von niemandem verlangt, irgend etwas zu glauben. Es wird vielmehr angeregt, daß sich jeder einzelne selbst beobachtet und herausfindet, in welcher Verfassung er sich wirklich befindet.

Namkhai Norbu (1938 – 2018) in: Der Kristallweg, München 1989, S. 28.

Mehr zu Dzogchen hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/02/08/dzogchen-im-mystikkreis-koeln-am-3-maerz-2019-eine-herzliche-einladung/

und hier: https://www.facebook.com/events/307794533211597/

In Einklang sein mit dem was in Erscheinung tritt

Sobald wir über etwas Bescheid zu wissen glauben, machen wir dadurch einen anderen Verlauf der Dinge unmöglich. Sobald wir nicht mehr aus dem Nichtwissen heraus leben, fixieren wir unsere Situation so,dass wir das unablässige In-Erscheinung-Treten der Dinge und Ereignisse nicht mehr zu erleben vermögen. Die Dinge geschehen aber und nichts bleibt so, wie es ist. Indem wir jedoch Vorstellungen darüber hegen, was unserer Meinung nach geschehen sollte, hindern wir uns daran zu sehen, was tatsächlich geschieht. Uns entrüstet, wenn unsere Erwartungen sich nicht erfüllen. Gelingt es uns hingegen, sie loszulassen, befinden wir uns im Einklang mit dem, was in Erscheinung tritt.

Bernard Glassman (1939 – 2018)

In einer heiligen Sphäre

Kurt Weinhold: Jona im Walfisch Foto: © wak

Mit seinem Bild ‚Jona‘ überträgt Kurt Weinhold (1896 – 1965) seine Erfahrung als Künstler aus der Zeit des Nationalsozialismus aber auch die Nachkriegszeit auf eine symbolische Ebene. Der Prophet, der in diesem Fall für den Künstler selbst steht, übt seine Kunst, Gebet und Gesang, nach der Erkenntnis des Geistigen unbeirrt aus. Seine Situation stellt die Gegenwelt zu der ihn umgebenden Gefahrenwelt dar, im Dialog mit dem Geistigen, dem Materiellen entzogen, befindet er sich in einer heiligen Sphäre… “

Dr. Hans Günter Golinski vom Kunstmuseum Bochum hat dies u.a. zu dem o.a. Bild geschrieben, das derzeit in der Evangelischen St. Georg-Kirche in Hattingen zu sehen ist.